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Bremsversuch im Regen – Fahrzeugtests mit autonomen Autos

20.09.2016, von , in Karte anzeigen

Dummy beim Versuch in der Halle (Foto: BR)

Dummy beim Versuch in der Halle

Technische Systeme reagieren oft schneller in gefährlichen Situationen als Menschen. Schon heute unterstützen viele elektronische Helfer die Autofahrer: Antiblockiersystem, Bremsassistent, Airbag. Und in Zukunft wird es noch mehr davon geben, bis hin zum „Autonomen Fahren“, dem Autofahren ganz ohne Fahrer. Doch wie kann sichergestellt werden, dass Sicherheitssysteme auch in Bruchteilen von Sekunden die richtigen Entscheidungen treffen? Diese Frage wird an der technischen Hochschule Ingolstadt untersucht. Dort haben Forscher eine ganze Halle gebaut, um Unfallsituationen möglichst realistisch zu simulieren. Sie trägt den klangvollen Namen „Carissma“ und soll ein „Leitzentrum für integrale Fahrzeugsicherheit“ sein. Roland Söker war dort und war bei einem Fahrsicherheitsversuch mit einem „Auto ohne Fahrer“ dabei.

Igor Doric entwickelte einen speziellen Dummy für die Bremsversuche (Foto: BR)

Igor Doric entwickelte einen speziellen Dummy für die Bremsversuche

Verträumter Dummy mit künstlichen Muskeln
Heute steht ein Fahrsicherheitsversuch an, bei dem Dunkelheit und starker Regen simuliert werden. Und es kommt ein neuartiger „Fußgänger-Dummy“ zum Einsatz. Igor Doric hat ihn konstruiert. Die Besonderheit: der Dummy ist ganz und gar metallfrei. Seine natürlichen Bewegungsabläufe simuliert er mit künstlichen Muskeln. Auf einer flachen Platte wird er im Raum bewegt, kann sowohl verträumt über die Fahrbahn schlendern als auch einen schnellen Sprint hinlegen. Dadurch wirkt er auf ein Sicherheitssystem im Fahrzeug wie ein echter Mensch und nicht wie ein Roboter.

Starker Regen - Herausforderung nicht nur für menschliche Fahrer (Foto. dpa)

Starker Regen – Herausforderung nicht nur für menschliche Fahrer

200 künstliche Regentypen
Und auch der Regen in der „Carissma“-Halle wurde echtem Regen nachempfunden „Wir möchten die Störgrößen nachstellen,“ erklärt Igor Doric, „so dass zukünftige Sensorsysteme oder Notbremssysteme nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr robust sind.“ Rund 200 verschiedene Regentypen können in der Versuchshalle von der Decke rieseln, von norddeutschem Nieselregen bis zum tropischen Gewitterschauer. Der Boden der Halle entspricht natürlichem Asphalt.

Reporter Roland Söker (m.) mit Igor Doric (l.) & Professor Thomas Brandmeier (r.) vor der Carissma Halle (Foto: BR)

Reporter Roland Söker (m.) mit Igor Doric (l.) & Prof.Thomas Brandmeier (r.) vor der Carissma-Halle

Automatierte Vollbremsung soll Leben retten
Ein fahrerloses Auto beschleunigt in der abgedunkelten Halle auf 40 km/h, dann taucht der Fußgänger-Dummy plötzlich auf der Fahrbahn auf. In Bruchteilen von Sekunden erkennt das Sicherheitssystem die Gefahr und leitet eine Vollbremsung ein. In weiteren Versuchen können die Carissma-Forscher um Thomas Brandmeier in Zukunft die Grenzen des Systems ausloten. Und auch dabei hilft ihnen der von Igor Doric entwickelte Fußgänger-Dummy. Er wiegt viel weniger als herkömmliche Dummies und wird daher im Falle einer Kollision weniger Beschädigungen aufweisen und beim Testfahrzeug verursachen als ein herkömmlicher Dummy.

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Kommentare zu „Bremsversuch im Regen – Fahrzeugtests mit autonomen Autos“

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  1. Carlos Serral Wigge
    schreibt am 21. Oktober 2016 05:37 :

    Dieser Bericht ist sehr interesant. Ich habe ein einer Firma gearbeitet, welche sich mit ADAS, Advanced driver assistance systems beschäftigte und die grösste herrausvorderung war die erkennung von Silouetten, bei nicht optimalen Sichtbarkeitbedingungen.

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