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Der Annäherungs-Hut – Navigationshilfe für Blinde und Sehbehinderte

02.02.2016, von , in Karte anzeigen

Sarah-Luise Mayer hat sich den „AnnäherungsHut“ aufgesetzt und getestet.

Sarah-Luise Mayer hat sich den „AnnäherungsHut“ aufgesetzt und getestet.

Der ProximityHat (auf deutsch „Annäherungs-Hut“) soll Räume spürbar machen. Sehbehinderten oder blinden Menschen könnte er helfen, sich zu orientieren, Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit unterstützen. Entwickelt wurde er am KIT, dem Karlsruher Institut für Technologie.
Ähnlich wie bei Fledermäusen funktioniert der ProximityHat mit Ultraschallortung: sechs Module mit Ultraschallsensoren und Druckstempel stecken in diesem System, das sich wie ein Hut oder ein Stirnband auf den Kopf setzen lässt.  Sarah-Luise Mayer hat sich den „Annäherungs-Hut“ aufgesetzt und getestet.

Wie nah ist die Wand?

Wie nah ist die Wand?

Der ProximityHat vermisst in der jeweiligen Umgebung den Raum horizontal, 30 Mal pro Sekunde, und übermittelt seinem Träger dann durch schwächeren oder stärkeren Druck, wie nah sich Wände, Durchgänge oder Gegenstände befinden. Ab etwa drei Meter Entfernung spürt der Träger einen leichten Druck, je näher das Hindernis kommt, desto stärker drücken die Module auf seinen Kopf.

Beim Test ist Sarah-Luise Mayer blind.

Beim Test ist Sarah-Luise Mayer blind.

Das Feedback durch Druck könnte Sehbehinderte und Blinde unterstützen, ihre Umgebung sicher, schnell und umfassend einzuschätzen. In Helme eingebaut könnte ProximityHat zum Beispiel Feuerwehrleuten helfen, sich in verrauchten Räumen zurechtzufinden. Es ist ein präzise arbeitendes Hilfsmittel, das seinem Nutzer Distanzinformation liefert, ohne ihn zu irritieren, wie zum Beispiel bei der Kommunikation über akustische Signale oder Vibration.

Ultraschallsensoren messen den Raum aus - Druckstempel geben Signale an den Träger weiter.

Ultraschallsensoren messen den Raum aus – Druckstempel geben Signale an den Träger weiter.

„Dieses System erweitert die Sinneseindrücke, man kann einen Raum dadurch nicht nur sehen oder hören, wie es in ihm klingt, sondern ihn auch spüren“, sagt Matthias Berning, Mitentwickler des ProximityHat.

Noch ist diese neuartige Navigationshilfe nicht so weit, alle Hindernisse im Raum wahrzunehmen: nur die auf Höhe der Ultraschallsensoren werden durch Druck an den Träger übermittelt und so „gesehen“.

 

Video:  Sarah-Luise Mayer testet den Annäherungs-Hut

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