. .

Ein Projekt von: BR | NDR | SWR | WDR

Die Zukunft unserer Bäume im Klimawandel

26.01.2016, von , in Karte anzeigen

Wie reagieren Bäume auf die Klimaveränderungen? (Quelle: dpa/picture alliance)

Wie reagieren Bäume auf die Klimaveränderungen?

Wie reagieren Bäume auf den Klimawandel? Das wollen Forstwissenschaftler der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen wissen. Dafür messen sie nicht nur, wie die Bäume heute wachsen. Sondern sie berechnen auch Modelle für die Zukunft: Wie wachsen die Bäume, wenn die Temperatur in den kommenden Jahrzehnten immer weiter steigt? Und wenn es mehr regnet? Das alles wollen sie herausfinden. Dafür haben sie in den Wäldern um Göttingen Bäume ausgesucht, die sie jahrzehntelang beobachten – und alle 5 Jahre untersuchen.

Datenerhebungen seit 140 Jahren

Mit der Schieblehre misst der Forstwirt die Breite des Stammes.

Mit der Schieblehre misst der Forstwirt die Breite des Stammes.

Zu messen haben die Wissenschaftler bei ihrer Arbeit vieles, zum Beispiel Nachhaltigkeit. Aber wie misst man Nachhaltigkeit? Tatsächlich indem man einen Baum beobachtet. Denn nichts ist nachhaltiger als ein Baum. Bäume wachsen ja jahrzehnte- oder jahrhundertelang. Und bei Göttingen werden diese Daten seit 140 Jahren gemessen: Wie die Bäume wachsen, unter welchen klimatischen Bedingungen, wie die Böden aussehen usw. Die Bäume wachsen rund um die Universitätsstadt in verschiedenen Wäldern, sind durchnummeriert und werden alle fünf Jahre vermessen.

Eine Buche als Forschungsobjekt

Forstwirt Ralf Nagel von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt hat sich für seine Untersuchungen Baum Nummer 195 ausgesucht. Eine Buche mit

Mit Hilfe eines Vorschlaghammers wird eine Bodenprobe genommen.

Mit Hilfe eines Vorschlaghammers wird eine Bodenprobe genommen.

einem ziemlich robusten Stamm, inzwischen 76 Jahre alt und gut gewachsen. Bei ihr misst Nagel zum Beispiel, wie breit der Stamm ist. Der Messpunkt dafür befindet sich in 1,30 Metern Höhe und ist am Stamm markiert. Zum Messen benutzt Ralf Nagel eine große Schieblehre, bis zu 80 cm Breite kann sie messen.

Diese Buche ist zum Beispiel fast 43 cm stark: Gut für eine Buche, die 76 Jahre alt ist. Anscheinend gefällt ihr der Standort. Um die Höhe des Baums zu bestimmen, benutzt Forstwirt Nagel ein Ultraschallmessgerät. Der Buche geht es sehr gut. Anscheinend wird sie ausreichend über die Wurzeln mit Wasser versorgt.

Klima in der Zukunft: Wenig Regen im Sommer ist schlecht für die Bäume

Trockene Sommer sind besonders schlecht für die Bäume. (Quelle: dpa/picture alliance)

Trockene Sommer sind besonders schlecht für Pflanzen.

Aber: Die Klimamodelle sagen voraus, dass es in Zukunft im Sommer immer weniger regnen soll. Das ist schlecht für die Bäume, denn im Sommer, wenn es warm ist, brauchen sie am meisten Wasser. Und der Boden in diesem Wald kann leider nicht so gut Wasser speichern, weil die Lehmschicht, die sich über den Steinen befindet, hier relativ dünn ist, deshalb schnell austrocknet und der steinige Kalksteinuntergrund darunter sowieso nicht viel Wasser speichern kann.

 

Share

Schreibe einen Kommentar

*

Kartendarstellung

Karte
 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2016