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Frühwarnsystem für Senioren – Pflaster warnt vor Sturzgefahr

14.12.2015, von , in Karte anzeigen

INBED soll vor Stürzen bewahren

INBED soll vor Stürzen bewahren

Wackelige, müde Beine – ältere Menschen können oft nicht mehr so gut gehen wie die jungen. Ein Sturz ist schnell passiert und hat nicht selten schlimme Folgen. Da wäre es natürlich gut, den Sturz so früh wie möglich zu erahnen und ihn zu verhindern. Wissenschaftler vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik an der Medizinischen Hochschule Hannover und der Technischen Universität Braunschweig haben jetzt einen Sensor entwickelt, der genau das kann. Er wird als Pflaster am Bein getragen und holt in kritischen Situationen Hilfe – noch bevor ein Sturz überhaupt passiert ist. Das computergestützte Frühwarnsystem für Senioren heißt INBED.

 

 

Der Sensor ist nicht größer, als eine Euromünze

Der Sensor ist nicht größer als eine Euromünze

Nicht größer als eine Euromünze

Ein kleiner Sensor in einem Pflaster am Oberschenkel schlägt Alarm, sobald sich der Träger mit wackligem Gang zum Beispiel einer steilen Treppe nähert. Der Sensor ist so groß wie eine Euromünze und sendet ein Funksignal an einen mobilen Empfänger, im Test ist es ein internetfähiges Handy, das ein Wissenschaftler bei sich trägt.

Sofort ertönt ein schrilles Piepen auf dem Handy. So wissen pflegende Angehörige, das Personal im Krankenhaus oder im Seniorenwohnheim, dass sie eingreifen müssen.

Schnelle Hilfe

In heiklen Situationen schlägt INBED Alarm

In heiklen Situationen schlägt INBED Alarm

Sie können den Sturz verhindern, bevor er überhaupt passiert ist, ohne den Träger des Sensors die ganze Zeit zu beobachten. Außerdem ist es ganz einfach, den Sensor mit dem Pflaster an den Oberschenkel zu kleben und das computergestützte System mit einem Handy zu bedienen, sagen die Wissenschaftler.

Der Sensor wird als Pflaster auf dem Oberschenkel befestigt

Der Sensor wird als Pflaster auf dem Oberschenkel befestigt

Der Sensor kann zum Beispiel auch dann Hilfe holen, wenn ein Patient im Krankenhaus aus dem Bett aufsteht, obwohl er ohne Hilfe eigentlich gar nicht mehr sicher gehen kann. Davon berichten Pflegekräfte in Krankenhäusern und Seniorenheimen oft, erklären die Wissenschaftler.

 

 

Investor gesucht

Deshalb haben die Forscher den INBED-Sensor entwickelt. Im kommenden Jahr soll er in einem Krankenhaus getestet werden. Dann wird sich zeigen, ob er Stürze tatsächlich rechtzeitig verhindern kann.

Keine Gefahr: "Alles ist in Ordnung."

Keine Gefahr: „Alles ist in Ordnung.“

Bisher gibt es jedenfalls kein vergleichbares System, dass Hilfe holt, bevor etwas passiert ist, sagen die Forscher. Außerdem koste es nur rund 100 Euro und eigne sich damit ebenso für den privaten Einsatz zu Hause. Irgendwann soll es auf dem Markt zu kaufen sein. Noch wird allerdings ein Investor gesucht.

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