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Das Holodeck – unterwegs in virtuellen Welten

02.03.2015, von , in Karte anzeigen

Die simulierte Welt wird mit einer Datenbrille dreidimensional dargestellt. Foto: Bastian Pietsch.

Die simulierte Welt wird mit einer Datenbrille dreidimensional dargestellt. Foto: Bastian Pietsch.

Andere Welten realistisch zu simulieren und frei begehbar zu machen ist ein alter Traum der Science Fiction. Am Institutsverbund IMA/ZLW & IfU der RWTH Aachen wird jedoch genau daran geforscht. Dort steht das sogenannte „Virtual Theatre“. Frei nach der Fernsehserie Star Trek trägt es den Spitznamen „Holodeck“. Bastian Pietsch ist an Bord gegangen.


Was auf der Oculus Reift dreidimensional dargestellt wird, bekommen Außenstehende in 2D auf einer Leinwand zu sehen. Foto: Bastian Pietsch.

Was auf der Oculus Reift dreidimensional dargestellt wird, bekommen Außenstehende in 2D auf einer Leinwand zu sehen. Foto: Bastian Pietsch.

Damit hört der Science Fiction Bezug aber auch auf, denn das Virtuelle Theater hat ganz reale Forschungsziele. Es gehört zum Fachbereich Maschinenbau, zum Team des Lehrstuhls gehören aber auch Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler. Zusammen forschen sie an verschiedenen Fragen zur Schnittstelle zwischen Mensch und virtueller Welt.

Mit diesen Reflektoren kann das Virtual Theater Bewegungen nachverfolgen. Foto: Bastian Pietsch.

Mit diesen Reflektoren kann das Virtual Theater Bewegungen nachverfolgen. Foto: Bastian Pietsch.

Denn in virtuellen Welten kann man nicht nur Computerspiele spielen sondern auch fürs echte Leben lernen. Ein Experiment: Wie gut kann räumliche Orientierung in der virtuellen Welt in die reale Übertragen werden? Denn was wir in einer realistisch simulierten virtuellen Welt erleben beeinflusst uns danach oft auch in der realen Welt. Das Virtuelle Theater könnte so zu einer modernen Lehrmethode werden und ist schon jetzt Teil der Initiative „Exzellentes Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften“.

Video:  Wie die Bewegungen in der echten Welt in die Simulation übertragen werden.
Video © : IMA/ZLW & IfU / Max Hoffmann.

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Die Software verfolgt die Positionen der Reflektoren an Kopf und Hand. Foto: Bastian Pietsch.

Die Software verfolgt die Positionen der Reflektoren an Kopf und Hand. Foto: Bastian Pietsch.

Und auch in der Wirtschaft könnte das Virtuelle Theater eine Anwendung finden. Für global agierende Unternehmen könnte es eine Möglichkeit sein, Reisekosten und Zeit zu sparen. Mitarbeiter auf der anderen Seite der Welt könnten in einer dreidimensionalen Simulation mit ihren Kollegen an der Firmenzentrale zusammengeschaltet werden. So könnten sie auf neuen Maschinen eingearbeitet werden, ohne dass ein Techniker eingeflogen werden muss.

Auch Schüler besuchen im Rahmen des DLR School-Lab immer wieder das Holodeck. Für ihre Sicherheit ist aber gesorgt. Foto: Bastian Pietsch.

Auch Schüler besuchen im Rahmen des DLR School-Lab immer wieder das Holodeck. Für ihre Sicherheit ist aber gesorgt. Foto: Bastian Pietsch.

Die Technik im Holodeck kostet übrigens rund 200.000 Euro und ist in ihrer Art weltweit einzigartig. Das Kernstück bildet dabei die Kombination aus der Virtual Reality Brille „Rift“ der Firma Oculus und einem ausgeklügelten Netz von Kameras. Eine Software verfolgt mit diesen Kameras und die Position von zwei Reflektoren, die der Mensch im Virtual Theatre bei sich trägt, und steuert damit die Simulation.

Bis es das Holodeck für unsere Wohnzimmer gibt, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern. Vor allem für die Computerspieleindustrie könnte die Technik ein neuer Markt sein. Eine echte Zukunftsvision ist das aber nicht mehr, denn erste Prototypen gibt es schon.

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