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Seilprüfer an der Kreuzeckbahn

29.10.2012, von , in Karte anzeigen

Katharina Thoms mit den beiden Seilbahnprüfern Oliver Reinelt und Lars Eich vor der Bergstation Kreuzeck

Katharina Thoms mit den beiden Seilbahnprüfern Oliver Reinelt und Lars Eich vor der Bergstation Kreuzeck

Wer in den Bergen unterwegs ist, kommt meist nicht ohne sie aus: Schlepplifte oder Seilbahnen. Und viele dürften auch schon mal einen prüfenden Blick auf das Seil geworfen haben, das die schwankende Gondel nach oben schweben lässt. Manche steigen auch gar nicht erst ein. Doch die Seilbahnen in Europa sind das sicherste Verkehrsmittel – das sagen jedenfalls die Seilprüfer vom Institut für Fördertechnik der Uni Stuttgart. Sie müssen es wissen, denn sie sind in der ganzen Welt unterwegs, um die Seile von Bergbahnen zu prüfen. Unsere Reporterin Katharina Thoms war mit den Seilprüfern in schwindelnder Höhe unterwegs – zur Überprüfung der Kreuzeckbahn in den Alpen bei Garmisch-Partenkirchen.

Katharina Thoms interviewt Oliver Reinelt während der Prüffahrt

Katharina Thoms interviewt Oliver Reinelt während der Prüffahrt

Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein geht es mit der Seilbahn in die Höhe – auf 1.600 Meter zum Kreuzeck. Der Seilprüfer vom Institut für Fördertechnik Uni Stuttgart, Dr. Oliver Reinelt, steht auf einer offenen Plattform statt in einer Gondel. Umgeben nur von einem schmalen Absperrgitter.

Reinelt prüft, ob das Stahlseil an dem immer mehrere Gondeln gleichzeitig hängen keine Macken hat. Dabei hilft ihm sein Kollege aus Garmisch Lars Eich. Er muss absolut schwindelfrei sein, denn er steht bei der gesamten Auffahrt oben über der Plattform direkt am Stahlseil, das die Gondeln trägt.

Lars Eich muss während der Prüffahrt dafür sorgen, dass die Messmagnete nicht beschädigt werden

Lars Eich muss während der Prüffahrt dafür sorgen, dass die Messmagnete nicht beschädigt werden

Dort umschließt ein Magnet das Seil während der Prüffahrt. Lars Eich passt auf, dass der Magnet beim Hochfahren keinen Schaden nimmt. Denn der sendet über ein Kabel die ganze Zeit Impulse in den Rechner von Oliver Reinelt. Sie zeigen an, ob das Kabel nach zehn Jahren Betrieb schon Schaden genommen hat.

Immer wieder muss die Plattform stoppen und in Zeitlupentempo weiterfahren. An den Stützpfeilern, die alle paar Meter das Seil halten muss der Magnet vorsichtig vorbei gebracht werden. Es ruckelt und wackelt – dann geht es gemütlich weiter.

Oliver Reinelt prüft die Messergebnisse

Oliver Reinelt prüft die Messergebnisse

Auf Reinelts Laptop läuft derweil eine Linie über den Bildschirm – ganz ähnlich einem EKG. Dieses Signal zeigt an, ob es womöglich winzig kleine Brüche in dem Seil gibt. Auf dem Weg nach oben schlägt die Linie aber weder nach oben noch nach unten aus. Reinelt ist zufrieden – zumindest auf den ersten Blick vor Ort kann er sagen: Das dicke Stahlseil ist in Ordnung, keine Fehler oder Risse zu erkennen.

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