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Das fängt ja gut an….

13.11.2012, von

Petraeus und seine Biografin Paula Broadwell

..wird sich Präsident Obama gedacht haben. Gerade wiedergewählt tritt sein CIA Chef wegen einer Affäre zurück. Ausgerechnet David Petraeus möchte man ausrufen, dieses Vorbild an Selbstdisziplin. Kein Gramm Fett auf den Rippen, kaum Alkohl, wenig Schlaf und dann wird er schwach bei einer jüngeren Power-Frau. Für die US-Medien ist dieser Sex-Skandal ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Keine trockenen Berichte über Haushaltsprobleme und das “fiscal cliff”, dafür ziemlich viel Mitleid und Häme für den Ex-CIA Chef. Der hat erst vor einer Woche im Magazin Newsweek seine 12 Lebensregeln veröffentlicht.  Nr. 1 “Führe als Vorbild”! „Das fängt ja gut an….“ weiterlesen →

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Der Tag danach

08.11.2012, von

Nur mal so in Pose…im Pressezentrum.

So sah es noch am Mittwochmorgen kurz nach 3 Uhr Ortszeit aus, da war es 09:00 Uhr in Deutschland. Zeit, um unter den Kopfhörern hervorzukommen und mich in Fotopose zu werfen…(Es war meine vorletzte Aktion, bevor ich mich Richtung Hotel schlich. Zur letzten siehe weiter unten.)

Die Bostoner Presse am Tag nach Obamas Wiederwahl.

Mittlerweile ist es wieder dunkel in Boston, das heute Regen, Wind und Kälte zu bieten hatte –  Ausläufer des Wintersturmes, der das südlicher gelegene New York bereits mit Schnee versorgt und den  Flugverkehr dort lahm legt. Würde mich nicht wundern, wenn das ungemütliche Wetter heute das Hauptthema für viele Leute war. Zumindest erinnerte einen nichts in der Stadt daran, dass erst gestern eine wichtige politische Wahl stattgefunden hat und dass die Republikaner hier ihre Post Election Party ausgerichtet haben. Was immer es an Plakaten und Siegesbekundungen gab – sie sind im Müll oder im Archiv gelandet. Ok, in den Zeitungsläden lagen noch um 16 Uhr Nachmittag (Ortszeit) reichlich Ausgaben der regionalen Zeitungen aus – mit Barack Obamas Siegerlächeln auf dem Titelblatt. Übrigens, vor vier Jahren waren die Tageszeitungen vom Nach-Wahltag um diese Zeit längst vergriffen. Viele Amerikaner und Besucher wollten sich das papierne Zeugnis eines historischen Tages aufheben. Altmodisch, wie ich bin, habe ich mir wieder einige Ausgaben gesichert.  Tja, und nun überlege ich, woran ich mich wohl in einigen Jahren noch erinnern werde, wenn ich an die US-Wahl 2012 in Boston zurückdenke? 

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Glückwunsch Mr. President!

07.11.2012, von

Präsident Obama mit seinem Vizepräsidenten nach der Entscheidung

Am Ende ging dann alles ganz schnell. Um kurz vor halb sechs deutscher Zeit hatte Präsident die notwendigen 270 Wahlmännerstimmen zusammen und wir waren sehr froh, dass wir den Hörern in Deutschland mit dem Frühstück einen neuen Präsidenten präsentieren konnten. Inzwischen hat Mitt Romney seine Niederlage eingestanden und Barack Obama hat Amerika  versprochen, dass seine besten Jahre noch vor ihm liegen. Dafür wird der Präsident einiges tun müssen, denn die politische Situation ist nach wie vor schwierig. Im Abgeordnetenhaus haben nach wie vor die Republikaner die Mehrheit und mit denen muss er ab morgen verhandeln und Kompromisse finden. Aber das wie gesagt erst ab morgen, heute darf der Präsident seinen Sieg geniessen. Glückwunsch Mr. President!

Und der 45. Präsident der Vereinigten Staaten heisst..Barack Obama

07.11.2012, von

Das wird eine lange Wahlnacht…

07.11.2012, von

Wir stellen uns im Studio auf eine lange Wahlnacht ein. Durch den Zeitunterschied von sechs Stunden werden wir bis morgen Mittag Gespräche, Einschätzungen und Hintergründe nach Deutschland liefern. Wir sind mit Decken und Sandwiches ausgestattet, so dass wir nichts verpassen. Ich war gerade vor dem Weißen Haus, dort herrscht absolut tote Hose. Vergleicht man es mit der Stimmung vor vier Jahren ist das ein Unterschied wie Rosenmontag zu Aschermittwoch. Aber entschieden ist noch nichts. Es ist nach wie vor spannend. In Florida einem der größten Swingstates mit 29 Wahlmännern liegen Obama und Romney Kopf an Kopf. Wie sieht es in den anderen Swingstates aus? Virginia geht wahrscheinlich an Romney. Dafür Wisconsin, wo der Republikaner Vize Paul Ryan herkommt, an Präsident Obama. Und noch eine wichtige Entscheidung ist gerade gefallen: Im Abgeordnetenhaus werden weiterhin die Republikaner die Mehrheit behalten.

Was macht eigentlich die Tea Party?

07.11.2012, von

Hier einige Impressionen aus jener Stadt, in der die Tea Party ihren Ursprung genommen hatte.  Damals, Anfang des 18. Jahrhunderts, als es noch keine Verereinigten Staaten von Amerika gab und keine Unabhängigkeitserklärung von der britischen Krone. Weil King George III. seine Kriege nicht bezahlen konnte, hatte er sich eine neue Steuer für die Kolonien in Übersee ausgedacht: eine Einfuhrsteuer auf Tee.  So nicht, dachten damals etliche Kaufleute und warfen einige Säcke voller Teeblätter ins Wasser.  Es war der Anfang vom Ende der britischen Herrschaft über die amerikanischen Kolonien. Im März 2009 erinnerte ein aufgebrachter TV-Moderator seine Zuschauer an die Boston Tea Party, denn gerade hatte sich Präsident  Obama das Ok vom damals noch demokratisch dominierten Senat und Abgeordnetenhaus für das sogenannte Stimulus-Programm geholt. Über 700 Mdr. Dollar wert, sollte es es unter anderem die amerikanische Autoindustrie retten. Jetzt hat Obama mit der Rettung viel Wahlkampf gemacht, vor allem in Autostaaten wie Ohio und Michigan. Doch es war Geld, das der Staat auf dem Kapitalmarkt leihen musste und nun hochverzinst abzahlt. Auch mithilfe neuer Kredite.  Mit anderen Worten: immer neue Schulden, obwohl Barack Obama als Präsidentschaftskandidat 2008 gesagt hatte, der Bush´sche Staatsschuldenstand sei “unpatriotisch”. 

Boston Tea Party Museum (SH)

Jedenfalls hatte sich im Frühjahr 2009 in den USA rasch eine neue Tea-Party-Bewegung gebildet, die sich zunächst vor allem gegen ungezügelte Staatsausgaben wandte, bald aber auch nahezu haßerfüllt gegen die Gesundheitsreform (Obamacare) zu Felde zog. Zur Kongresswahl 2010 übte diese kleine, aber lautstarke Bewegung einen erheblichen Einfluss aus und sorgte unter den Republikanern für einen beachtlichen Rechtsruck. Rund 80 Abgeordnete hatten sich sogar zu einem “Tea Party”-Flügel vereint. Heute ist kaum noch etwas davon zu hören und ich bin gespannt, wieviele der Tea-Party-Darlinge von 2010 in der heutigen Kongresswahl ihre Sitze verteidigen können.  (Die werden alle 2 – in Worten: zwei – Jahre neu verteilt.) Wir man etwa von Michelle Bachman aus Minnesota hört, die Anfang des Jahres sogar als Präsidentschaftsbewerberin angetreten war, läuft es bei ihr nicht mehr so gut. Doch wie für die Entscheidung Obama-Romney gilt auch hier: Abwarten. Und Tee trinken…

Grüsse aus Boston

06.11.2012, von

Boston Convention Center: hier soll die Siegesfeier der Republikaner steigen

 

Noch zeigt sich Boston von seiner sonnigen, wenn auch kalten Seite. Am Wetter wird es nicht gelegen haben, wenn die Leute hier und Umgebung nicht wählen gegangen sein werden. Doch die Stadt Boston wie der gesamte Staat Massachusetts werden wohl auch diesmal wieder mehrheitlich für den demokratischen Präsidentschaftsbewerber stimmen. Nicht für Mitt Romney, auch wenn der hier Gouverneur war und im benachbarten Elmond wohnt, wo er heute morgen 8:30 Uhr gemeinsam mit seiner Frau Ann zu seinem Wahllokal gegangen ist.

Blick auf dem Kongresszentrum auf Boston

 

 Doch längst ist Romney wieder unterwegs: zur Zeit in Cleveland (Ohio), wo er sich von  Vizepräsident Biden verfolgt fühlten dürfte.  Anschließend fliegt er in den  Nachbarstaat Pennsylvania. Keine Ahnung, was das bringen soll. Ein klarer Fall vo restless legs, schätze ich. Wer läßt sich von solchen Last-Minute-Kurztrips beeindrucken? Immerhin wird sich Romney sagen können, er habe bis zur letzten Minute alles versucht, was möglich war.  Sie dürfen es hier in  Amerika; der Wahltag ist kein Ruhetag vor Wahlkampf.

Wahlbüro von Senator Scott Brown (R) in Boston

Hier ist Boston ist alles ruhig. Ok, nicht im Wahlbüro von Senator Scott Brown, wo sie mich gestern extrem unfreundlich hinausgeworfen haben. Die Republikaner sind nervös: was wird mit der Präsidentschaft, die zum Greifen nah ist? Und kann der Republikaner Brwon seinen zuvor von Ted Kennedy jahrzehntelang gehaltenen Senatssitz verteidigen  oder ob er wieder in Demokratenhand geht, genauer an die Harvard-Professorin Elisabeth Warren?  Wenn man sich klarmacht, wie wichtig der Senat für die Regierungsgeschäfte in Washington ist, kann man auch dieses Rennen nicht überschätzen.

Endlich Wahltag und schon eine kleine Sensation

06.11.2012, von

Präsident Obama bei seinem allerletzten Wahlkampfauftritt

Der Wahltag beginnt gleich mit einer kleinen Sensation.  Dixville Notch im Bundesstaat New Hemsphire ist traditionell der erste Ort, der sein Ergebnis bekannt geben darf. Hier ist auch schnell ausgezählt, es gibt nur zehn Wähler und die haben unentschieden gewählt. Fünf Stimmen für Präsident Obama und fünf für Mitt Romney. Das gab es noch nie, aber damit liegt Dixville Notch absolut im Trend, denn nach den letzten Umfragen steht es 50 : 50 für Obama und Romney. Der Republikaner Mitt Romney hat deshalb mit einer Tradition gebrochen und absolviert auch noch am Wahltag Auftritte in Ohio und Pennsylvania. Ob es ihm nützen wird? Morgen früh kennen wir hoffentlich die Antwort. Der teuerste Wahlkampf in der Geschichte der USA geht jedenfalls seinem Ende entgegen. Schätzungsweise vier Milliarden Euro haben die beiden Kandidaten für Veranstaltungen, Reisekosten, Millionen von Fernsehspots und Flyer ausgegeben. Man möchte nicht nachrechnen, wieviel Kinder damit auf ein College gehen könnten oder wieviel Löcher in den Strassen man mit dem Geld stopfen könnte.

 

In der Höhle des…Voldemort

05.11.2012, von

Spaß muss sein…und ein bißchen auch Angst.

Hallo aus der Höhle des Voldemort! Hallo aus Boston, der Haupstadt von Massachusetts direkt an der Nordostküste.  Beim Anflug konnte ich gut erkennen,  dass diese Stadt genauso viel Glück mit dem Hurricane Sandy gehabt hat wie Washington DC – keine zerstörerischen Spuren. Doch nicht deshalb bin ich hier, sondern weil Boston das Hauptquartier der Romney-Ryan-Wahlkampagne ist. Im Convention Center steigt in der Nacht vom 6./7. November die Election Party der Republikaner und sie hoffen, dass es nicht nur ein  Dankeschön-Treffen für tausende Wahlkampfhelfer und Spender werden wird. Von hier werde ich in den nächsten Tagen und Nächten für die ARD-Radioprogramme berichten, während meine Kollegin Sabine Müller (HR) in Chicago bei der Obama/Biden-Party unterwegs ist. Keine Ahnung, ob ich eine Sieger- oder Verliererparty beobachten darf.  Am Sonntagabend zeigten vier nationale Umfragen, dass beide Kandidaten gleichauf liegen: 49% – 49%. Das war vor vier Jahren anders. Damals schickte mich die ARD während der Wahlnacht zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain.  „In der Höhle des…Voldemort“ weiterlesen →

Frühwähler stimmen vor allem für Obama

05.11.2012, von

Frühwähler in den USA

Die Schlange vor dem Gemeindezentrum in Chevy Chase, einem Stadtteil von Washington, geht weit um die Ecke. Mehr als eine dreiviertel Stunde müssen die Männer und Frauen hier warten, bevor sie ihre Stimme abgeben können. Aus anderen Wahllokalen hört man von fünf Stunden Wartezeit. Wer am early-voting, an der Frühwahl teilnimmt, will jedenfalls auf Nummer sicher gehen, dass seine Stimme auch in Washington ankommt. So wie Ellen, eine Frau um die 50, die ich an der Schlange vor dem Wahllokal anspreche: „Vielleicht hab ich am Dienstag Kopfschmerzen oder fühle mich nicht gut.  Es ist gut, es erledigt zu haben,  wenn Du kannst.“ Andere haben ganz praktisch Gründe:

„Ich wähle immer früher“,  sagt eine junge Frau, „Ich bin Lehrerin, meine Tage sind lang und ich möchte am Wahltag nicht in Stress kommen.“ „Frühwähler stimmen vor allem für Obama“ weiterlesen →

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Amerika wählt

[ Bild ] Aus Washington berichten die Hörfunk-Korrespondentinnen Sabrina Fritz (SWR) und Silke Hasselmann (MDR).
 

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