Kampfansage

Dieser Schweinehund ist ein echt übler Zeitgenosse. Schmarotzer! Ohne Rücksicht auf Verluste weidet er sich am Leid seines Wirts. Einmal den Treter in der Tür, wird man die Mistkröte nicht mehr los! Ahnte man, dass er kommt, man würde einfach nicht öffnen. Aber das Drecksvieh tarnt sich. Steht als Entschuldigung bei schlechtem Wetter, Kopfschmerz oder einer Verabredung vor der Tür. Nett, verständnisvoll und als einmalige Option. Aber kaum ist er drin, zeigt er sein wahres Gesicht. Dich vom Training abzuhalten ist sein einziges und wahres Ziel! Auch ich habe einen Schweinehund. Ich habe ihn Friedbert genannt.

schweinehund.jpgFriedbert kam vor ungefähr vier Wochen. Was weiß ich warum. Ich hatte gerade die 10 km hinter mich gebracht. Ich war stolz. Wirklich. Aber seitdem fehlt mir jegliche Motivation. Die Ausreden, die Friedbert mir einflüstert, variieren im Detail, im Prinzip schöpft er jedoch immer wieder aus dem gleichen begrenzten Fundus an Möglichkeiten. Draußen ist es entweder zu schwül oder zu nass, ich fühle mich zu schlapp, habe Migräne oder das Training lässt sich nicht in meinen „Ach-so-Vollen“-Terminplan integrieren. Trotzdem habe ich es bis auf eine Woche geschafft, zumindest das Minimum von drei Trainingseinheiten abzuleisten. In der Regel zwar nur unter dem wochenendlichen Arschtritt meines Freundes, aber immerhin. Allerdings, und das ist das Tückische, lässt Friedbert selbst dann nicht locker, wenn ich mich schon aufgerafft habe.

Eigentlich sollte ich mich in meiner Leistung ja steigern. Vor allem in Anbetracht dessen, dass ich jetzt schon einmal 10 km am Stück gelaufen bin. Stattdessen schleppe ich mich durch die Gegend wie Falschgeld. Jedes kleinste Zwicken in der Wade, jedes Kratzen im Hals interpretiere ich als Anzeichen des nahenden Zusammenbruchs. Meine Trainingskurve sieht aus wie das EKG eines Bluthochdruckpatienten kurz vor dem Herzinfarkt. Gehen und stehen schwingen sich zu den dominanten Elementen des Trainingsverlaufs auf. Kurz gesagt: Selbst wenn ich laufen gehe, läuft laufen eher unter „ferner liefen“.

Ich habt schon gemerkt: ICH BRAUCHE HILFE!! Und mit Hilfe meine ich nicht die üblichen Tipps von wegen „Such dir ’nen Trainingspartner!“, „Halt dir vor Augen, wie toll du abnimmst!“ oder „Belohne dich!“. Alles so wirksam, wie Kaffee bei Schlaflosigkeit. Ich brauche wirklich kreative Ideen. Die Tricks für vermeintlich hoffnungslose Fälle. Es geht kein Weg daran vorbei. Sollte meine bisherige Laufkarriere nicht für die Katz gewesen sein, gibt es nur eine Lösung: Friedbert muss weg! Oder?

13 Reaktionen zu “Kampfansage”

  1. barny68

    Hallo Fee,

    versuche deinen Schweinehund zu einer kleinen Runde zu überreden.
    Wenn er einwilligt binde Ihn ganz unauffällig an den nächstbesten Baum und lege eine Tempoeinheit ein. Wetten du bist Ihn los.
    Und bloß nicht mehr zu oft an Ihn denken, er sucht sich schon ein neues Opfer. ;-)

    hat bei mir auch funktioniert. ;-)

    barny68

  2. Stefan

    Hallo,

    Du bist für mich ein großes Vorbild an Selbstdisziplin. Du wirst Friedbert nur langsam wieder los. Ich selber habe den Schweinehund letzte Woche rein gelassen. In der Phase lese ich super gern Deinen Blog. Also, kämpfe weiter und sei nicht nur mir, sondern auch allen anderen Anfängern die Besuch haben ein Vorbild. Ist das nicht Grund genug endlich Abschied von Friedbert zu nehmen?

    Stefan

  3. wetteropa

    also, ich kann mir eine Ausrede nicht mehr leisten. Da ich auch so einen Schweinehund hatte habe ich mir einfach einen richtigen Hund angeschafft. Es gibt keine Ausreden mehr, der Hund muss raus unnd somit ich auch. Er braucht sehr viel Bewegung und es macht Spass. wir laufen bei Wind und Wetter.

  4. Thomas

    mhh kreative Ideen? Nein spiele nicht mit dem Schweinehund. Töte Friedbert, bring ihn um die Ecke, schick Ihn in die ewigen Jagdgründe :-) Gib ihm keine Chance! Der Weg ist das Ziel und alles andere ist Käse. Ich schick Dir mal ein paar positive Energien rüber….

  5. moneybee

    Also Fee,
    3 Tage Training pro Woche ist auch das, was ich mir leisten kann. Aber ich kann nur sagen, ich freue mich auf jede Trainingseinheit. Besonders wenn ich hinterher sagen kann, dieser Lauf hat dich wieder ein Stückchen weiter an dein Ziel gebraucht, den nächsten Halb- bzw. Ganz-Marathon zu laufen.

  6. modus333

    Hallo Fee,

    Als ich Deine Kampfansage gelesen hatte, dachte ich, ich hätte das geschrieben. Mir ging es absolut genau so. Ich hatte bis zu 5 mal pro Woche trainiert, habe an Halbmarathons und 10 000- m- Läufen teilgenommen und plötzlich schlug mein Friedbert zu. Ich quälte mich über meine Trainigsstrecken und freute mich jedesmal, wenn es einen Grund gab, nicht raus zu müssen. Ich hab mir ein schlechtes Gewissen eingeredet. Mir ging es wie jemand, der abends krampfhaft versucht einzuschlafen und immer wacher wird. Dann habe ich mit dem Laufen komplett aufgehört. Ich bin spazieren gegangen. Das ging so ca. 6 Wochen. Plötzlich, ich kann nicht sagen warum, hatte ich wieder so ein bißchen Lust aufs laufen. Ich habe wieder angefangen, langsam noch, kurze Strecken. Auch noch unregelmäßig. Und ich habe mir den ganzen Druck genommen. Heute laufe ich wieder. Nicht mehr weil ich an Wettbewerben teilnehmen will, sondern einfach weil’s wieder Spaß macht.
    Deshalb mein Tipp: Laß es einfach mal zu, daß es so ist. Setz dich nicht unter Druck. Mach was anderes. Ich bin überzeugt, daß sich die Lust am Laufen wieder einstellt.

  7. BerndR

    Hallo Fee,

    vielleicht ist es ja für Dich die falsche Sportart.

    Mache eine zeitlang etwas anderes. Für mich waren Deine Steigerungen auch zu heftig. Kann sein, dass Du jetzt Angst hast, Dich wieder quälen zu müssen. Auch wenn es Dein Chef nicht gerne hört, Sport soll Freude machen und nicht zur Verpflichtung werden.

    Gruß Bernd
    _____________________________________
    06.05.2007: 8. Gutenberg Marathon Mainz
    30.09.2007: 3. swb-Marathon Bremen 2007

  8. twiggi

    Hallo Fee,
    ja das mit dem Schaweinehund, nimm es nicht so tragisch, der “Hund “taucht halt immer mal wieder auf. Selbst bei Läufern die schon sehr lange auf der Piste sind. Glaub mir, ich kann davon ein Liedchen trällern. Wichtig ist nur das man ihn nicht ganz bei “sich einziehen läßt”
    Irgendwann wird es “ihm” langweilig und du kriegst die Kurve. Gönn dir halt eine kleine Trainingspause. Wird schon wieder.

    ganz liebe Grüße

    Twiggi

  9. Taunusgazelle

    Pause, das ist das Stichwort!
    liebe Fee, du bist keine Maschine sondern ein Mensch. So eine kleine Pause
    kann gut tun und sehr produktiv sein. Ich bin heute nach 10 Tagen Pause
    zum 1. mal wieder gelaufen und ich muß sagen, es war klasse. Ich kann es immer noch und es hat Spaß gemacht! Das wird schon wieder.

    Liebe Grüße
    Barbara

  10. lupo

    Hallo Fee,
    Friedbert vs 1/2M-Mainz mit Jens als Motivator
    das wird spannend.
    Mit Spass und den Gelbhemden wirst Du Friedbert
    besiegen, aber Friedbert ist zäh und gibt nicht auf.
    Es wird bis Mai 2008 ein langer und spannender Kampf und
    als Sieger erwarten wir “FEE” und von-null-auf-42.

    Viel Laufspass Lupo

  11. Carina

    Wer will meinen haben???

    Hallo Fee,

    ist das nicht schrecklich? Auch ich kämpfe im Moment mit und gegen den Schweinehund. Ich habe auch einen echten Hund, der super-gerne mit mir läuft und nur darauf wartet, dass ich endlich wieder meine Laufschuhe anziehe - aber ich komme nicht aus dem Quark. Angefangen hat alles mit einem kleinen Krankenhausaufenthalt, danach durfte ich nicht laufen, jetzt könnte ich wieder, aber entweder es schüttet oder ich muss zuhause total viel machen oder ich fühle mich meinen Kinder verpflichtet, die Ferien haben und oftmals alleine sind, weil ich arbeiten muss. Und nun - nachdem ich mittlerweise seit bestimmt 7 Wochen nicht mehr gelaufen bin - kommen tatsächlich schon langsam Pölsterchen. Da freut sich Mr. Schweinehund wohl noch mehr….? Und das alles, nachdem ich im April während meines letzten Urlaubs wirklich drei Einheiten pro Woche absolvieren konnte und total glücklich über meine Fortschritte war. Beim meinem ersten Lauf nach MR. Schw… werde ich wohl auch nicht wirklich von einem “Lauf” sondern eher von einem etwas schneller Spaziergang mit gelegentlich Laufeinheiten reden dürfen. Ist das bitter??? Heute möchte ich unbedingt los; aber jetzt schüttet es schon wieder. Oooooh nee. Gibt’s eigentlich ein Tierheim für Schweinehunde?
    In diesem Sinne - Zähne zusammenbeißen und durch!
    Gruß
    Carina

  12. Möhre

    “Heute möchte ich unbedingt los; aber jetzt schüttet es schon wieder. Oooooh nee. ”

    Mensch, Carina, das macht doch nix. Im Regen laufen ist doch toll.
    Die Luft - super.
    Möhre

  13. Möhre

    Bitte nicht falsch verstehen, Carina.
    Ich kenne den Kameraden Schweinehund nur allzu gut. Muss mich auch immer wieder treten. Seufz.
    Möhre

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