Antworten für Stichwort „Lernen“
Was bewirkt, dass wir uns etwas merken? Wie können Lehrer und Erzieher Kinder dabei unterstützen? (23.07.2009)
Die einfachste Antwort: Man merkt sich, was einen interessiert, was einem persönlich nahe geht, was die Sinne anspricht. Wenn einem Dinge bereits bekannt vorkommen ist die Wahrscheinlichkeit ebenfalls höher, dass man sie sich merken. Denn dort sprechen wir von einer Assoziationsbildung. Das heißt, man bekommt im Kopf eine Art Aha-Erlebnis: „Das ist so ähnlich wie damals“ oder „so ähnlich wie schon einmal“. Wenn dann die entsprechende Neuigkeit auch noch von Interesse ist, einen also persönlich anspricht oder die Neugier weckt, kommt es zu einer Aktivierung von Gehirnregionen, die mit Emotionen zu tun haben, sich also darauf spezialisiert haben, die Dinge näher zu analysieren. Und mit dem näheren Analysieren geht einher, dass die sich besser im Gehirn verankern, dass man sich diese Dinge besser langfristig merken kann. [...] Antwort zu "Was bewirkt, dass wir uns etwas merken? Wie können Lehrer und Erzieher Kinder dabei unterstützen?" lesen »
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Gibt es Computerspiele, die positive Effekte erzielen? (11.05.2009)
Spielen hat nie einen bewussten pädagogischen Wert. Das ist ja gerade ein Teil unseres Lebens, in dem wir ganz entlastet etwas machen können. Wenn Kinder spielen heißt das, dass sie nicht lernen, nicht arbeiten. Sie lernen implizit etwas mit, weshalb man nicht von vorn herein sagen sollte, dass Spiele eine Lernabsicht haben. [...] Antwort zu "Gibt es Computerspiele, die positive Effekte erzielen?" lesen »
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Kann man im Schlaf lernen? (03.03.2009)
Ich würde es besser so formulieren: Ich kann im Schlaf vorher Gelerntes abspeichern. Es ist jedoch noch immer erforderlich, dass man das Buch liest, bevor man es unter das Kopfkissen legt. Das ist sehr wichtig, denn die Wissensaufnahme ist ein aktiver Prozess, den ich nur im wachen Zustand erledigen kann. Aber wenn ich dann schlafe, erfolgt ein Automatismus – wir nennen das die sogenannte Replay-Theorie. Das Gehirn wiederholt also genau das, was es während des Lernens gemacht hat. Wichtig ist – genau wie Sie gesagt haben: Wenn ich vor dem Schlafengehen noch etwas lerne, bleibt es besonders gut haften. Genau das ist wissenschaftlich sehr gut belegt worden. Und da konnte auch gezeigt werden, dass es bestimmte Schlafphasen gibt, die unterschiedliche Lerninhalte abspeichern. Das ist vor allem der Traumschlaf.[...] Antwort zu "Kann man im Schlaf lernen?" lesen »
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Wie formbar ist das Gehirn mit zunehmendem Alter? Macht Gehirnjogging Sinn? (07.11.2008)
Das Gehirn kann lernen von der Wiege bis zur Bahre. Die Formbarkeit, also das Ausmaß der Veränderungen, das nimmt deutlich ab mit dem Alter und zwar ist es bei 17-Jährigen schon weniger als bei 7-Jährigen und bei 27-Jährigen noch weniger. Diese Langsamkeit von Lernprozessen fängt nicht erst bei 50 oder 70 an, sondern die fängt im Grunde schon im frühen Erwachsenenalter an, das ist das Erste. Das Zweite ist: Natürlich kann man dafür was tun. .... Antwort zu "Wie formbar ist das Gehirn mit zunehmendem Alter? Macht Gehirnjogging Sinn?" lesen »
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Wie beeinträchtigt Alkohol die Lernfähigkeit und das Kurzzeitgedächtnis? (07.11.2008)
Das hängt ein bisschen davon ab, wann man trinkt und natürlich auch wie viel. Generell gilt, dass ein bisschen Alkohol gesund ist, aber das ist wirklich ein bisschen. Das ist etwa viermal die Woche ein halbes Glas Wein bei Frauen und ein dreiviertel Glas Wein bei Männern. Wenn ich viel gelernt habe, oder wenn ich viel lernen möchte, dann schadet Alkohol ganz gewiss, weil der unser Gehirn deoptimiert, was seine Verarbeitungsmöglichkeiten anbelangt. Deswegen sollen wir auch nicht Auto fahren, wenn wir was getrunken haben. Das trifft fürs Lernen genauso zu. ... Antwort zu "Wie beeinträchtigt Alkohol die Lernfähigkeit und das Kurzzeitgedächtnis?" lesen »
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Wer lernt hier eigentlich? Ich oder mein Gehirn? (07.11.2008)
Wir empfinden ja nicht unser Gehirn. Und wenn ich manchmal ein bisschen salopp sage: „Das Gehirn lernt“, dann meine ich natürlich das Gehirn, das in einer Person drin steckt. Wir können nur als Gehirnforscher heute sehr klare Erkenntnisse zu Prozessen, die im Gehirn beim Lernen eine Rolle spielen, erkennen. Ich halte das für einen Streit um Worte. ... Antwort zu "Wer lernt hier eigentlich? Ich oder mein Gehirn?" lesen »
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Gibt es wissenschaftliche Belege für den Nutzen von Lernen durch Lehren? (06.11.2008)
Das aktive Verarbeiten von Informationen und damit eben auch das Aufbereiten, das anderen Beibringen, ist eine unglaublich gute Weise, selber etwas zu lernen. Ich bin ein großer Fan von solchen Unternehmungen, wo der Viertklässler dem Drittklässler oder Zweiklässler was beibringt. Denn da wird der Viertklässler mindestens so viel profitieren wie der Zweitklässler. Mentoren innerhalb von Schülern, ältere und jüngere zusammenspannen und dann Lernteams unterschiedlichen Alters zu bilden – das ist, glaube ich, etwas sehr Wichtiges. Antwort zu "Gibt es wissenschaftliche Belege für den Nutzen von Lernen durch Lehren?" lesen »
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Kann man eine nicht vorhandene Begabung durch Üben ausgleichen? (06.11.2008)
Man kann sehr viel ausgleichen und ganz wichtig ist z. B. die Einstellung dazu. Ein ganz schönes Beispiel zur Mathematik: Wenn man deutsche Schüler fragt: „Wer ist gut in Mathematik?“, dann sagen die: „Na ja, wer begabt ist.“ Wenn man Südkoreaner fragt: „Wer ist gut in Mathematik?“, dann sagen die: „Wer viel lernt.“ Also lernen die Koreaner ganz viel Mathematik, weil die sagen: „Wenn ich viel lerne, dann bin ich auch gut.“ Ergo: Die sind auch gut! Weil die alle nicht gleich die Flinte ins Korn werfen wenn sie mal schlecht in Mathematik sind und dann sagen: „Ich bin halt unbegabt“. Antwort zu "Kann man eine nicht vorhandene Begabung durch Üben ausgleichen?" lesen »
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Kann man besondere Begabungen am Gehirn erkennen? (06.11.2008)
Intelligenz sitzt irgendwo im Stirnhirn. Wo sprachliche Begabung oder mathematische Begabung ihren Sitz im Gehirn hat- dazu hat man bislang noch keine klaren Erkenntnisse. Wir sollten Kinder zunächst generell in ihren Möglichkeiten fördern und nicht zu früh und schon gar nicht mit Gehirnscannern die Kinder aussortieren, was sie nun lernen sollten und was nicht. Antwort zu "Kann man besondere Begabungen am Gehirn erkennen?" lesen »
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Welchen Einfluss haben die Gene bei der Entwicklung bestimmter Fähigkeiten? (06.11.2008)
Wenn ein Baby lernt, dann knüpft es nicht an die Gene an. Die Gene haben die gesamte Lernmaschinerie sozusagen erst mal ausgebildet, in Gang gesetzt. Und dann muss die und kann die und soll die lernen. Und das ist auch ihr Job. Deswegen machen das Babys so gut und lernen so viel. Da unterscheiden sie sich auch erst mal nicht so sehr, denn wir alle lernen laufen, wir alle lernen sprechen, wir alle lernen sehr viel in Abhängigkeit von der Umgebung. Und das liegt an uns Erwachsenen, für die kleinen Kinder eine optimale Lernumgebung bereitzustellen, denn dann werden aus den Kindern tatsächlich intelligentere und bessere Menschen, wenn wir das richtig gut machen. Antwort zu "Welchen Einfluss haben die Gene bei der Entwicklung bestimmter Fähigkeiten?" lesen »