Thomas Metzinger

Thomas Metzinger ist Professor für Philosophie an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, er beschäftigt sich schwerpunktmäßig im Rahmen eines Forschungsprojekts mit den ethischen Aspekten des Gehirndopings, er fragt, wo liegen die Gefahren, die sozialen und psychosozialen, wo liegen die Grenzen, wie könnte das Gehirndoping unsere Auffassung von Persönlichkeit, von menschlichen Defizite verändern?

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Antworten von Thomas Metzinger

Besteht die Gefahr einer sozialen Spaltung durch teure Lifestylepräparate für das Gehirn? (02.12.2010)

Grundsätzlich ist es nichts Böses, seinen eigenen Geist zu verbessern; das ist bereits ein altes philosophisches Projekt. Es ist nichts Schlimmes, glücklicher oder klüger zu sein. Angenommen, wir könnten uns ohne Nebenwirkungen kognitiv enhancen, also schlauer werden stellen sich folgende Fragen [...] Antwort zu "Besteht die Gefahr einer sozialen Spaltung durch teure Lifestylepräparate für das Gehirn?" lesen »

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Was ist hybride Biorobotik? (02.12.2010)

Die Ausgangsfrage war: Warum sollen wir Geld für Hardware ausgeben, wenn uns die Evolution doch so viele Tierkörper zur Verfügung stellt. So kam es zu der ferngesteuerten Kakerlake, der man aufs Motorsystem eine Kontrolleinheit baute. So konnte man sie wie ein Spielzeugauto am Draht noch lebend kontrollieren und mit den anderen Kakerlaken spielen lassen. [...] Antwort zu "Was ist hybride Biorobotik?" lesen »

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Ist das Gehirn mit einem Computer oder einer Festplatte zu vergleichen? (01.12.2010)

Die Computermetapher des menschlichen Geistes ist tot. Die Idee, dass Geist und Gehirn sich wie Software und Hardware zueinander verhalten und als zwei Ebenen klar voneinander getrennt werden können, vertritt in der Kognitionswissenschaft niemand mehr. Es geht dort eher um eine Theorie der neuronalen Netze, um eine flüssige Dynamik im Gehirn, Informationsverarbeitung, die nicht symbolischer Natur ist und die Informationsverarbeitung körperlich eingebettet ist, Wechselwirkungen mit der Umwelt etc. [...] Antwort zu "Ist das Gehirn mit einem Computer oder einer Festplatte zu vergleichen?" lesen »

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Kann man Gewaltverbrecher durch das Einpflanzen von elektronischen Chips von weiteren Taten abhalten? (01.12.2010)

Es gibt drei Interessengruppen: 1. Zukünftige Opfer müssen zuverlässig geschützt werden. 2. Die Interessen der Allgemeinheit müssen gewahrt werden bezüglich der Kosten und des tatsächlichen Nutzens durch die forensische Neurotechnologie. 3. Die Interessen des Täters bzw. des potenziellen Täters müssen gewahrt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich dabei auch um jemanden handeln kann, der in der genetischen Lotterie einfach nur Pech gehabt hat. Für solche Personen ist es vielleicht interessant, wenn sie pharmakologisch oder durch ein Implantat kontrolliert als Freigänger eine höhere Lebensqualität haben. [...] Antwort zu "Kann man Gewaltverbrecher durch das Einpflanzen von elektronischen Chips von weiteren Taten abhalten?" lesen »

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Bedeuten die Möglichkeiten der modernen Neurowissenschaften einen Bruch gegenüber der evolutionären Entwicklung des Menschen? (30.11.2010)

Menschen haben durch rhythmisches Trommeln, durch Kräuter, Pilze, Alkohol und Koffein schon seit Jahrtausenden versucht, ihren Geist zu verändern und zu verbessern. Menschen haben immer auch versucht, den Geist und damit das Verhalten anderer zu manipulieren. Jetzt werden die Instrumente langsam präziser und genauer; allerdings noch nicht so präzise, wie die Medien uns manchmal glauben machen. So schnell passiert das also nichts. Trotzdem sind verschiedene Sachen historisch neu: 1. Es wird industriell betrieben. [...] Antwort zu "Bedeuten die Möglichkeiten der modernen Neurowissenschaften einen Bruch gegenüber der evolutionären Entwicklung des Menschen?" lesen »

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Wie grenzt man Bewusstseins- von Persönlichkeitsveränderung gegeneinander ab? (30.11.2010)

Ein gelungenes Leben besteht darin, seine Persönlichkeit zu verändern. Die Pubertät zu überwinden und erwachsen zu werden bedeutet, seine Persönlichkeit zu verändern. Sich zu verlieben, zu heiraten ist ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeit. Zu reifen oder als alter Mensch weise zu werden – das sind alles Persönlichkeitsveränderungen. Die Frage ist daher eher: Welche Persönlichkeitsveränderungen sind erwünscht? Der ganz normale Alterungsprozess führt auch zu einer Persönlichkeitsveränderung. [...] Antwort zu "Wie grenzt man Bewusstseins- von Persönlichkeitsveränderung gegeneinander ab?" lesen »

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Wird es möglich sein, ein schlechtes Gedächtnis im Alter mit Medikamenten zu verhindern? (30.11.2010)

ch glaube nicht. Da sind noch viele technische Probleme zu lösen. Ich weiß es aber nicht, denn ich bin kein Demenzforscher und kein Pharmakologe. Trotzdem sollten wir uns schon überlegen, was da auf uns zukommt. Es ist immer besser, sich diese allgemeinen Fragen zu stellen, bevor Zeitdruck herrscht, weil plötzlich ein Medikament auf dem Markt ist, das jeder haben will. Einzelne Aspekte des Alterungsprozesses werden wir mildern können. [...] Antwort zu "Wird es möglich sein, ein schlechtes Gedächtnis im Alter mit Medikamenten zu verhindern?" lesen »

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Welche Gefahr birgt die Nutzung von Ritalin bei Erwachsenen? (26.11.2010)

Es hat ein hohes Missbrauchs- und Suchtpotenzial. Erwachsene nehmen mitunter mehr, als eigentlich verschrieben wäre. Kann man eine Grenze ziehen zwischen Medikament und Gehirndoping? Die Frage ist: Was ist noch Therapie und was ist schon Enhancement. Was ist einfach nur Verbesserung des gesunden Geistes? [...] Antwort zu "Welche Gefahr birgt die Nutzung von Ritalin bei Erwachsenen?" lesen »

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Wird es künftig unschädliche Substanzen zur Bewusstseinserweiterung geben? (26.11.2010)

LSD ist in den Dosen, in denen es von Wissenschaftlern oder Psychotherapeuten eingesetzt wird, nicht giftig. Das Problem sind die psychologischen Risiken. Die kann man aber sehr genau berechnen. Es wird unter 1000 Leuten, die unter kontrollierten Bedingungen so etwas machen, bei neun Leuten zu einer schweren psychologischen Krise kommen. 650 werden sagen, dass es zu den besten fünf Erlebnissen ihres Lebens gehört. Und von den 9 Leuten werden drei eine so starke Krise haben, dass sie auch nach 72 Stunden noch nicht wieder ganz auf dem Damm sind und unter Umständen lebenslange schwere psychiatrische Störungen haben. Die Giftigkeit ist also gar nicht das Problem. [...] Antwort zu "Wird es künftig unschädliche Substanzen zur Bewusstseinserweiterung geben?" lesen »

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Was hilft gegen Prokrastination („Aufschieberitis“)? (26.11.2010)

Dieses Symptom hat mit der Evolution zu tun. Wir Menschen haben immer das Problem, dass wir kurzfristige Ziele oft höher werten als die langfristigen Ziele. Wir naschen jetzt, obwohl wir wissen, dass im Frühjahr die Badesaison wieder beginnt. Bei unseren Vorfahren war es schon so, dass man immer die naheliegende Belohnung sofort suchen musste. Man musste, wenn es etwas gab, sofort essen, und zwar so viel wie möglich, weil die Umwelt so unsicher war. [...] Antwort zu "Was hilft gegen Prokrastination („Aufschieberitis“)?" lesen »

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