Stefan Aufenanger

Stefan Aufenanger ( Jahrgang 1950) ist Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz. Seine Schwerpunkt liegen bei Themen wie Familie und Medien, Fernsehen und Kinder, Multimedia in pädagogischen Kontexten und Medienethik. Seit 2006 ist Aufenanger wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Lesen in Mainz. Er ist u.a. medienpädagogischer Berater von \“Schau hin!\“, Mitglied einer EU-Expertengruppe \“Media Literacy\“ und Mitherausgeber der Zeitschrift \“Computer + Unterricht\“.

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Antworten von Stefan Aufenanger

Worauf sollten Eltern achten, die sich selbst nicht so gut mit Computerspielen auskennen? (12.05.2009)

Ein großes Problem für Eltern ist ja, dass die Kinder und Jugendlichen quengeln und sagen, dass sie gern ein Computerspiel haben wollen. Die Eltern wissen dann nicht, was gut und was schlecht ist. Da muss man sich informieren. Es gibt Zeitschriften, in denen Computerspiele besprochen werden, es gibt Broschüren, es gibt bei der Bundeszentrale für politische Bildung eine Website [...] Antwort zu "Worauf sollten Eltern achten, die sich selbst nicht so gut mit Computerspielen auskennen?" lesen »

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Leidet die Kreativität von Kinder und Jugendlichen, die gewalttätige Computerspiele spielen? (12.05.2009)

Es ist richtig, dass Computerspiele in der amerikanischen und vielen anderen Armeen verwendet werden, damit Soldaten lernen, genau zu zielen und vor allem aber auch kaltblütig zu töten. Dave Grossman, ein amerikanischer Militärpsychologe, hat dazu Studien gemacht und konnte zeigen, dass die Tötungsquote seit Mitte der 1990er-Jahre im ersten Irak-Krieg auf 100 Prozent gestiegen ist, während sie in früheren Kriegen viel geringer war. [...] Antwort zu "Leidet die Kreativität von Kinder und Jugendlichen, die gewalttätige Computerspiele spielen?" lesen »

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Inwieweit werden Spielinhalte von sogenannten „Ego-Shootern“ in die Realität übertragen? (12.05.2009)

Es ist verständlich, dass man immer Angst hat, wenn Kinder oder Jugendliche solche Spiele spielen. „Ego-Shooter“ heißt ja, dass man aus einer Ich-Perspektive durch bestimmte Räume geht, Waffen vor sich hat, andere töten muss. Man muss ein bestimmtes Ziel erreichen; das Ziel kann man nur erreichen, indem man andere umbringt und tötet. Das ist natürlich eine Sache, wo man als Eltern – ich habe selbst drei Kinder – sofort sagt, meine Güte, was können die dabei lernen?! Wir wissen aus Forschungen, dass Kinder schon sehr früh Realität und Fiktion unterscheiden können. Der entscheidende Punkt ist, ob das auch bei den Computerspielen gelingt. Antwort zu "Inwieweit werden Spielinhalte von sogenannten „Ego-Shootern“ in die Realität übertragen?" lesen »

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Haben Computer einen negativen Einfluss auf das Erlernen von Lesen oder Schreiben? (11.05.2009)

Das hängt auch davon ab, wie ich das Computerspiel bei Kindern, gerade bei jüngeren Kindern, in Bezug auf andere Fähigkeiten einordne. Wenn Ihr Kind auch malt, wenn es lernt, Buchstaben nachzumalen, zu sprechen, zu erzählen, wenn Sie mit ihm Bilderbücher betrachten, dann reihen sich diese Fähigkeiten, die Sie eben genannt haben, in die normalen Fähigkeiten ein. Aber wenn Eltern sich nicht um andere Sachen kümmern und den Kindern nicht die Möglichkeit geben, andere Fähigkeiten zu entwickeln, können natürlich auch andere Fähigkeiten dabei verkümmern. Deswegen spielen die Eltern gerade bei jüngeren Kindern eine ganz zentrale Rolle. [...] Antwort zu "Haben Computer einen negativen Einfluss auf das Erlernen von Lesen oder Schreiben?" lesen »

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Gibt es Computerspiele, die positive Effekte erzielen? (11.05.2009)

Spielen hat nie einen bewussten pädagogischen Wert. Das ist ja gerade ein Teil unseres Lebens, in dem wir ganz entlastet etwas machen können. Wenn Kinder spielen heißt das, dass sie nicht lernen, nicht arbeiten. Sie lernen implizit etwas mit, weshalb man nicht von vorn herein sagen sollte, dass Spiele eine Lernabsicht haben. [...] Antwort zu "Gibt es Computerspiele, die positive Effekte erzielen?" lesen »

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Seit wann gibt es Computerspiele und wie lässt sich der derzeitige Boom erklären? (11.05.2009)

Eine interessante Frage, auf die wir soziologisch gesehen nur wenige Antworten haben. Historisch gesehen sind die Spiele in den letzten 10 Jahren aufgekommen. Zwar gab es schon vor 20 Jahren Computerspiele; aber als Massenphänomen traten sie in den letzten 10, 15 Jahren auf. Man könnte sagen, es läuft parallel, wobei man fragen muss: Was ist Ursache? Was ist Wirkung? Es gibt eine Veränderung der Eltern-Kind-Beziehung – viele Eltern haben Schwierigkeiten, den Kindern Grenzen zu setzen. Junge Eltern haben heute einfach Schwierigkeiten zu entscheiden, was richtig ist. [...] Antwort zu "Seit wann gibt es Computerspiele und wie lässt sich der derzeitige Boom erklären?" lesen »

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Versuchen alleinerziehende Eltern etwas zu kompensieren, wenn sie ihren Kindern Computerspiele schenken? (08.05.2009)

Bei der Nutzung dieser Spiele verschieben sich die Altersgruppen. Die Hauptnutzergruppe ist zwischen 19 und 29 Jahren, aber es gibt immer mehr ältere Menschen, die Computerspiele spielen. Anderseits spielen auch immer jüngere Kinder Computerspiele, und da spielt es eine große Rolle, was die Eltern den Kindern kaufen und schenken. Dabei habe ich auch manchmal das Gefühl und das zeigen auch Studien, das Eltern sich quasi Liebe damit erkaufen oder die Kinder ablenken wollen, weil – und das ist ein interessanter Effekt – Kinder, die sonst unaufmerksam sind, in der Schule nicht zuhören, bei Computerspielen sehr, sehr konzentriert zwei, drei Stunden spielen können. [...] Antwort zu "Versuchen alleinerziehende Eltern etwas zu kompensieren, wenn sie ihren Kindern Computerspiele schenken?" lesen »

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Woran erkennt man, ob ein Jugendlicher computerspielsüchtig ist? (08.05.2009)

Den Begriff Computerspielsucht oder überhaupt der Suchtbegriff darf man nicht nur daran festmachen, wie lange man pro Tag spielt. Man ist ja auch nicht alkoholsüchtig, wenn man am Tag viel Bier trinkt, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Wir nehmen von der Definition her an, dass es mindestens sechs Monate lang sein muss. Das kann eine Stunde am Tag sein. Das entscheidende Kriterium ist, dass das Computerspiel die alleinige Bedeutung im Alltagsleben bekommt. [...] Antwort zu "Woran erkennt man, ob ein Jugendlicher computerspielsüchtig ist?" lesen »

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Wir haben schon früher Räuber und Gendarm gespielt. Warum werden Computerspiele derart verteufelt? (08.05.2009)

Sie haben einen wichtigen Aspekt angesprochen: Computerspiele übernehmen momentan in unserer Gesellschaft eine gewisse Sündenbockfunktion. Aber auch das muss man differenziert betrachten. Wenn unter gewissen Umständen Computerspiele, die gewalthaltig sind, exzessiv genutzt werden, muss man schauen, was das genau heißt. Es gibt Leute, die spielen sechs, acht Stunden am Tag, sie spielen nur noch diese Spiele, sie vernachlässigen ihre soziale Umwelt, die Spiele sind für sie von großer Bedeutung in der Hinsicht, dass sie dort gewisse Allmachtsgefühle entwickeln können usw. [...] Antwort zu "Wir haben schon früher Räuber und Gendarm gespielt. Warum werden Computerspiele derart verteufelt?" lesen »

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Warum nimmt man Studien, die die Gefährlichkeit von „Ballerspielen“ aufzeigen, nicht ernster? (08.05.2009)

Man nimmt sie natürlich ernst und die Aufgabe von Wissenschaft ist es, verschiedene Studien miteinander zu vergleichen und abzugleichen. Es gibt Studien, die Sie zu Recht zitieren. Die zeigen: Wenn man gewalthaltige Computerspiele oder überhaupt Medien rezipiert, also wahrnimmt und auch verarbeitet, kann es zu gewalttätigen Einstellungen kommen. Es gibt aber andererseits auch Studien, die zeigen, dass das nicht so ganz eindeutig ist und dass viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Man muss das daher differenzieren. [...] Antwort zu "Warum nimmt man Studien, die die Gefährlichkeit von „Ballerspielen“ aufzeigen, nicht ernster?" lesen »

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