Otmar D. Wiestler

Prof. Dr. Otmar D. Wiestler (Jagrung 1956) ist 2004 Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Von 1984 bis 1987 forschte Wiestler an der Universität San Diego (USA), 1987 wechselte er an das Institut für Pathologie der Universität Zürich. 1990 wurde er von der Universität Zürich für das Fach Pathologie habilitiert. Von 1992 bis 2003 leitete er das Institut für Neuropathologie der Universität Bonn. Dort war er auch Leiter des Deutschen Hirntumorreferenzzentrums, Sprecher des Sonderforschungsbereichs 400 sowie medizinischer Geschäftsführer der LIFE und BRAIN GmbH.

Photo von Otmar D. Wiestler

Antworten von Otmar D. Wiestler

Gibt es Krebstherapien mit weniger Nebenwirkungen? (09.01.2009)

Es ist völlig richtig, dass eine Chemotherapie eine sehr eingreifende Behandlung ist, die oft schwere Nebenwirkungen erzeugt. Und zwar oft aus dem Grund, den der Hörer schon nennt: Diese Medikamente treffen eben nicht nur die Krebszellen, sondern alle Zellen im Körper, die wachsen und sich teilen – im Knochenmark, in der Haut, an den Haarwurzeln, in den Darmschleimhäuten zum Beispiel. Es ist allerdings so, dass heute, im Jahr 2009, in vielen Fällen die Chemotherapie noch die einzige Möglichkeit ist, um Menschen zu heilen – wir können ja bis zu 50 Prozent aller Krebspatienten heute heilen – oder das Leben von Menschen signifikant zu verlängern. [...] Antwort zu "Gibt es Krebstherapien mit weniger Nebenwirkungen?" lesen »

Verbundene Medien

Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für Spontanheilungen bei Krebs? (09.01.2009)

Das ist in der Tat eine Frage, die Menschen immer wieder bewegt. Es kommt sehr selten vor, sehr selten, dass Patienten, die an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung leiden, mit oder ohne Behandlung eine Heilung erfahren. Diese Fälle sind so selten, dass es auch sehr schwierig ist, das wirklich systematisch und kritisch zu untersuchen. Es gibt gewisse Hinweise dafür, dass bei Menschen, denen dieses gelingt, das Immunsystem, also das körpereigene Abwehrsystem, ganz besonders wirksam ist. Aber auch das ist letztlich nicht eindeutig gezeigt. Man muss aber darauf hinweisen, dass das ein außerordentlich seltenes Ereignis in sehr niedrigem Promille-Bereich ist. [...] Antwort zu "Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für Spontanheilungen bei Krebs?" lesen »

Verbundene Medien

Wo finde ich eine unabhängige und kompetente Beratung bei Krebs? (09.01.2009)

Wenden Sie sich bitte an den Krebsinformationsdienst am Deutschen Krebsforschungszentrum – kostenfrei unter einer 0800er-Nummer. Da werden Sie von Fachleuten kompetent beraten. Der Krebsinformationsdienst an unserem Haus ist ein Angebot an alle Menschen, die von Krebs betroffen sind oder sich über Krebs informieren wollen. Er bietet jedem Bürger die Möglichkeit einer telefonischen Beratung durch sehr kompetente Ärztinnen und Ärzte, die nach dem neuesten Stand des Wissens völlig unbeeinflusst Ratschläge und Empfehlungen geben und die auch gerne bereit sind, ein ausführliches Gespräch zu führen. [...] Antwort zu "Wo finde ich eine unabhängige und kompetente Beratung bei Krebs?" lesen »

Verbundene Medien

Wie zuverlässig sind Röntgenbefunde bei der Erkennung von Krebs? (09.01.2009)

Mit einem Röntgenbild kann man eine Krebserkrankung niemals beweisen. Man kann nur einen starken Hinweis dafür finden. Der einzige Beweis für Krebs ist eine feingewebliche Untersuchung. Das heißt, man muss, wenn man einen starken Verdacht hat, aus einem verdächtigen Herd eine Gewebeprobe entnehmen, und diese Gewebeprobe muss in der Pathologie untersucht werden. Das ist die einzige Möglichkeit, mit Sicherheit zu beweisen, dass eine Krebserkrankung vorliegt. [...] Antwort zu "Wie zuverlässig sind Röntgenbefunde bei der Erkennung von Krebs?" lesen »

Verbundene Medien

Gibt es eine typische Krebspersönlichkeit? (09.01.2009)

Prinzipiell kann jede Persönlichkeit von einer Krebserkrankung betroffen werden. Durchaus denkbar ist, dass die persönliche Konstitution und die Psyche eine gewisse Rolle dabei spielen, wie erfolgreich man sich mit einer Krebserkrankung auseinandersetzt. Das halte ich prinzipiell für denkbar, aber ich glaube nicht, dass es eine Persönlichkeit gibt, die jetzt für Krebserkrankungen ganz besonders prädestiniert ist. [...] Antwort zu "Gibt es eine typische Krebspersönlichkeit?" lesen »

Verbundene Medien

Ist Krebs vererbbar? (08.01.2009)

Etwa 5 Prozent der Krebserkrankungen sind streng erblich. Das heißt, sie werden in Familien weitergegeben von einer Generation zur nächsten. Das ist zum Beispiel sehr bekannt bei Brustkrebs. Bei erblichen Brustkrebserkrankungen kennt man heute auch die Bestandteile des Erbguts, die für den Krebs verantwortlich sind. Das heißt, man kann bereits vor Ausbruch der Krankheit durch eine Genuntersuchung auch feststellen, ob das Risiko besteht. Das gilt auch für einen gewissen Prozentsatz von Darmkrebserkrankungen; auch da kann man heute durch Gentests die Diagnose bereits stellen. [...] Antwort zu "Ist Krebs vererbbar?" lesen »

Verbundene Medien

Wann kann man sagen, dass man von Krebs geheilt ist? (08.01.2009)

Es ist richtig, dass man häufig davon ausgeht, wenn eine Krebserkrankung fünf Jahre nach ihrem Auftreten nicht mehr nachweisbar ist und auch nicht mehr zurückgekommen ist, man die häufig als geheilt betrachtet. Aber es gibt natürlich Krebserkrankungen, die immer wiederkommen über lange Zeit und die durchaus zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre dauern können. [...] Antwort zu "Wann kann man sagen, dass man von Krebs geheilt ist?" lesen »

Verbundene Medien

Welche Nahrungsmittel sollte man zur Vorbeugung von Krebs vermeiden? (08.01.2009)

Was man insgesamt vermeiden sollte ist die leider in Deutschland auch um sich greifende fett- und kalorienreiche Ernährung, die zu Übergewicht führt. Und dieses Übergewicht ist mit einer ganzen Reihe von Krankheiten vergesellschaftet. Es führt zur Zuckerkrankheit, wie ja häufig auch besprochen wird. Es führt zu Krankheiten im Herz-Kreislauf-System. Und wir wissen heute, dass Übergewicht auch Krebskrankheiten begünstigt [...]. Antwort zu "Welche Nahrungsmittel sollte man zur Vorbeugung von Krebs vermeiden?" lesen »

Verbundene Medien

Wirken Nahrungsmittel wie Brokkoli oder Tomaten vorbeugend gegen Krebs? (08.01.2009)

Das hat sich alles wissenschaftlich nicht bestätigt. Es gibt im Moment noch große Untersuchungen, die der Frage nachgehen, ob Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel, bestimmter Gemüse vielleicht in der Lage sind, die Entwicklung bestimmter Krebserkrankungen zu unterdrücken, also vorbeugend zu wirken. Das gilt u. a. für Krebserkrankungen im Darm. Aber das muss wissenschaftlich geklärt werden [...]. Antwort zu "Wirken Nahrungsmittel wie Brokkoli oder Tomaten vorbeugend gegen Krebs?" lesen »

Verbundene Medien

Hilft Vitamin C gegen Krebs? (08.01.2009)

Das ist ein Thema, über das lange Zeit intensiv gesprochen worden ist. Es gibt einen sehr berühmten Wissenschaftler, einen Nobelpreisträger, Herrn Pauling aus den Vereinigten Staaten, der das lange Zeit propagiert hat. Ich muss Ihnen sagen, es gibt keine wirklichen Hinweise dafür, dass man mit hohen Dosen von Vitamin C Krebs erhindern oder heilen kann. Allerdings ist gesichert, das eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung ganz sicher hilfreich ist, um Krankheiten zu vermeiden. Das gilt auch für Krebserkrankungen. [...] Antwort zu "Hilft Vitamin C gegen Krebs?" lesen »

Verbundene Medien