Konrad Kunze

Prof. Dr. Konrad Kunze ist emeritierter Professor an der Universität Freiburg, Institut für germanistische Linguistik. Er kennt sich mit der Verbreitung und Herkunft von Namen aus. Zu seinen Fagebieten zählen neben der Namenkunde auch die deutsche Sprachgeschichte, die Dialektologie, die lateinische und deutsche Literatur des Mittelalters, Legenden- und Heiligenforschung und die Ikonographie. Der Namensforscher ist einer der Herausgeber des Deutschen Familienatlanten, der die Verbreitung verschiedener Namen in Deutschland illustriert.

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Antworten von Konrad Kunze

Welche Kriterien sind bei der Benennung neuer Orte zu beachten? (07.06.2013)

Das ist gesetzlich geregelt und es gibt also bestimmte Maßnahmen. Der Name kann sich nach der Landschaft richten: Berg, Tal usw. - das haben wir häufig. Dann kann er sich nach einem vorwiegenden Gewerbszweig richten, vor allen Dingen auch in ländlichen Gegenden als Weinbau, Obstbau, Landwirtschaft usw. So gibt es eine ganze Reihe von Kriterien, die beachtet werden müssen. Und dann geht das den amtlichen Weg, bis es beschlossen wird. [...] Antwort zu "Welche Kriterien sind bei der Benennung neuer Orte zu beachten?" lesen »

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Woher kommt der Name „Linsengericht“? (07.06.2013)

Den Namen gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Er bezieht sich, wie bei dem Namen Freigericht, auf einen ehemaligen Gerichtsbezirk. Und zwar in einem Raum, in dem wohl großflächig Linsenanbau betrieben worden ist, denn dort gibt es auch eine ganze Reihe von Flurnamen wie Linsenacker, Linsenrhein usw. Also ein Gerichtsbezirk in einer Gegend, in der man viel Linsen angebaut hat. [...] Antwort zu "Woher kommt der Name „Linsengericht“?" lesen »

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Was bedeutet „Taunusstein“? (07.06.2013)

Stein ist natürlich nicht irgendein Stein. Die alte Bedeutung von Stein ist vielmehr der Felsen. Damit hätten wir das schon. Und Taunus bezeichnet seit Anfang des 19. Jahrhunderts den südöstlichen Abschnitt des rheinischen Schiefergebirges, also zwischen Lahn, Rhein, Main und Wetterau. [...] Antwort zu "Was bedeutet „Taunusstein“?" lesen »

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Gibt es ungeklärte Ortsnamen? (07.06.2013)

Es gibt unzählige Namen, die nicht herauszubekommen sind oder bei denen sehr viele Möglichkeiten eine Rolle spielen. Im neuesten Ortsnamenbuch z.B. heißt es nach der Erörterung vieler Spekulationen am Ende: „Die Etymologie des Ortsnamens Bonn bleibt unklar.“ Es weiß also kein Mensch sicher, was Bonn bedeutet. Ein anderer Fall ist Heidelberg. [...] Antwort zu "Gibt es ungeklärte Ortsnamen?" lesen »

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Was bedeutet die Endung „loh“ bzw. „lohe“ in Ortsnamen wie „Baukloh“? (07.06.2013)

Das ist ein altes Wort für Wald – wie auch in Hohenlohe usw. „Lohe“ ist also ein altes Wort für ein Waldstück oder für einen größeren Wald, vor allen Dingen auch Eichenwälder, aus denen man die Gerberlohe, die nicht umsonst so heißt, bezogen hat. Sie stammt aus der Rinde dieser Bäume. Antwort zu "Was bedeutet die Endung „loh“ bzw. „lohe“ in Ortsnamen wie „Baukloh“?" lesen »

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Gibt es Ortsnamen, die gar keine Bedeutung haben? (07.06.2013)

Das kann man sich kaum vorstellen, weil ja der Namengeber irgendeine Idee hat, um den Ort zu benennen. Erst in der allerneuesten Zeit fing man an, Orte zu nummerieren. Die Nummer hat dann keine Bedeutung mehr, sondern nur noch die Funktion, diesen Punkt von einem anderen zu unterscheiden. [...] Antwort zu "Gibt es Ortsnamen, die gar keine Bedeutung haben?" lesen »

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Was sagen Ortsnamen über die Besiedelungsgeschichte aus? (07.06.2013)

Die ältesten Ortsnamen, die wir haben, gehen auf die Kelten und die Römer zurück. Dann kommen allmählich die Germanen hierher und hinterlassen ihre Ortsnamen, die z.B. auf „ingen“ enden. Darauf folgt eine etwas jüngere Ausbauphase im 8. und 9. Jahrhundert; hier entstehen Orte auf „hausen“ und „hofen“ usw. [...] Antwort zu "Was sagen Ortsnamen über die Besiedelungsgeschichte aus?" lesen »

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Woher hat Siegen in Westfalen seinen Namen? (07.06.2013)

Der Name hängt mit dem Fluss, der dort fließt, zusammen; also mit der Sieg. Siegen ist nichts anderes als der Ort, der an der Sieg liegt. Aber jetzt müssen wir noch den Flussnamen klären. [...] Antwort zu "Woher hat Siegen in Westfalen seinen Namen?" lesen »

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Nach welcher Grundstruktur werden Ortsnamen gebildet? (05.06.2013)

In der Regel sind sie zusammengesetzt: Sie enden auf ein Grundwort wie "heim", "weiler", "hausen", "hofen" o. ä. und vorn steht ein Bestimmungswort. Die Grundwörter sind entweder Stellenbezeichnungen oder Behausungsbezeichnungen oder Suffixe, die man an Personennamen anhängt. Die Bestimmungswörter, also der vordere Teil des Wortes, richten sich in sehr vielen Fällen nach Personen, die den Ort gegründet haben oder denen er gehört hat. [...] Antwort zu "Nach welcher Grundstruktur werden Ortsnamen gebildet?" lesen »

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Worauf verweisen Namen wie „Totenkopfhütte“ oder „Totenkopfstraße“? (05.06.2013)

Solche Namen finden Sie häufig. Auch im Süden haben wir z. B. einen "Toten Mann" und "Totengraben" usw. Bei der Erklärung dieser Namen darf man nicht vergessen, dass man früher die Leute überall bestatten konnte, wenn ein Unfall oder sonst etwas geschehen war – also nicht nur Friedhöfe kamen dafür infrage. Es kann also tatsächlich ein historischen Ereignis dahinterstehen. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, dass man dort einen Felsen mit einer entsprechenden Form findet. [...] Antwort zu "Worauf verweisen Namen wie „Totenkopfhütte“ oder „Totenkopfstraße“?" lesen »

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