Karlheinz Steinmüller

Karlheinz Steinmüller ist ein deutscher Diplomphysiker, Futurologe und Science-Fiction-Autor. Er ist Gründungsgesellschafter und Wissenschaftlicher Direktor des des Zukunftsforschungsinstituts Z_punkt GmbH The Foresight Company.

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Antworten von Karlheinz Steinmüller

Werden wir in Zukunft „bessere“ Menschen haben? (06.12.2013)

Immanuel Kant z.B. hat nicht erwartet, dass der Mensch als solcher ein besseres Wesen wird, ein moralisches Wesen, sondern dass man das Recht verbessern und gleichmäßig durchsetzen kann. Das ist immer noch eine Hoffnung. Und was meinen wir überhaupt damit, wenn wir fragen, ob sich die Menschheit zum Besseren entwickelt? Was sind unsere Maßstäbe dafür? Wenn man die Anzahl der Menschen nimmt, die durch Gewalt sterben, bezogen auf eine Gesamtbevölkerung, dann haben wir über das letzte Jahrhundert gewaltige Fortschritte gemacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass man heute Opfer einer Gewalttat wird, ist sehr viel geringer als im vergangenen Jahrhundert und in den Jahrhunderten vorher. [...] Antwort zu "Werden wir in Zukunft „bessere“ Menschen haben?" lesen »

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Wie entwickeln sich die Tiere und unser Verhältnis zu ihnen? (06.12.2013)

Wir beobachten ein Artensterben, und – vielleicht noch schlimmer – eine Reduktion von Flächen, auf denen sich Lebewesen so bewegen können wie zu der Zeit, als es die Menschen nicht gab; wir reduzieren also die natürlich gebliebene Natur um uns herum. Andererseits haben wir Anpassungsphänomene, denn es ist ein evolutionärer Schub durch uns Menschen ausgelöst worden, wie zu Zeiten, als damals der Asteroid eingeschlagen hat. Die Erde ist schon durch 6 bis 7 Massenaussterbephasen hindurchgegangen; einmal sind 90 Prozent aller Arten gestorben und die Menschheit ist eine von diesen. Ob wir die Lebewesen auf eine andere Weise nutzen und ein anderes Verhältnis zu ihnen entwickeln werden? [...] Antwort zu "Wie entwickeln sich die Tiere und unser Verhältnis zu ihnen?" lesen »

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Wie lange strahlt Atommüll? (06.12.2013)

Vielleicht sollte man an dieser Stelle nicht das Wort Halbwertszeit benutzen. Wenn die Halbwertszeit des Atommülls eine Million Jahre wäre, dann wären wir auf der sicheren Seite; dann wäre das fast überhaupt nicht radioaktiv und wir könnten den Müll in der Gegend rumliegen lassen. Das Problem ist, wir haben einen fürchterlichen Mix an unterschiedlichen Isotopen mit unterschiedlichsten Halbwertszeiten. Das beginnt bei ein paar Monaten, ein paar Jahren. Bei Plutonium sind es, glaube ich, 29.000 Jahre; danach ist immer noch die Hälfte der Radioaktivität da. Die eigentlichen Problemstoffe sind also die in diesem mittleren Bereich, die paar zehntausend Jahre, die dazu noch so toxisch sind wie Plutonium, oder eben andere Radionuklide. [...] Antwort zu "Wie lange strahlt Atommüll?" lesen »

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Denken wir zu kurzfristig? (05.12.2013)

Die Frage kann man durchaus stellen wenn man bedenkt, was mit dem Rio-Nachfolgeprozess, Klimaprotokoll usw. gerade jetzt in Warschau wieder geschehen ist. Die Probleme wachsen sehr schnell, aber die Lösungen wachsen viel langsamer; diesen Eindruck habe ich auch. Und das kann man in verschiedenen Sphären von Energie, Klima bis hin zu Bevölkerung, Ernährung durchdeklinieren. In der historischen Perspektive sieht es aber gar nicht so schlecht aus. [...] Antwort zu "Denken wir zu kurzfristig?" lesen »

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Wie visionär ist der Autor Stansilaw Lem? (05.12.2013)

Ich bin selbst ein großer Anhänger von Lem und habe auch mal Briefe mit ihm gewechselt. Was er in "Summa technologiae" beschreibt, ist ja nicht Science-Fiction, sondern das sind technologische Aussichten, ferne Visionen der Technologieentwicklung. Er hat da drin schon virtuelle Welten gehabt – bereits in den 1960er-Jahren. Darin kam die Verschaltung von menschlichen Gehirnen mit Computern vor; die periphere und dann die zentrale Phantomatik. Er hat so etwas wie Nanotechnologie da drin. Und er geht bis hin zu Stellar Engineering. Viele dieser Sachen sind heute zum Teil verwirklicht worden. [...] Antwort zu "Wie visionär ist der Autor Stansilaw Lem?" lesen »

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Gibt es Außerirdische? (05.12.2013)

Die Zukunftsforschung befasst sich leider nicht mit Außerirdischen; das tue ich aber als Science Fiction-Autor. Und ich muss sagen, ich bin etwas enttäuscht von den Außerirdischen. Wir hätten eigentlich gehofft, dass die sich mal zeigen. Immerhin haben wir inzwischen in anderen Sonnensystemen massenhaft Planeten entdeckt, darunter auch ein paar sehr dicke Erden. Also Planeten, die etwas größer als die Erde sind, aber vielleicht auch Leben tragen könnten. Aber Leben heißt ja noch nicht außerirdische Intelligenz. Was bedeutet es, dass wir keine Signale von Außerirdischen empfangen, dass wir keine kosmischen Wunder sehen? [...] Antwort zu "Gibt es Außerirdische?" lesen »

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Welche Szenarien gibt es für die nächsten 100 Jahre im Hinblick auf die Entwicklung der Weltbevölkerung? (04.12.2013)

Einschlägige Institute arbeiten seit langen an diesen Fragen, z.B. die Vereinten Nationen. Momentan gehen diese davon aus, dass wir um die Jahrhundertmittte etwas mehr als 9 Milliarden Menschen auf diesem Planeten haben werden und sich die Zahl um das Jahr 2100 stabilisieren wird; vielleicht auch etwas früher. Und das Maximum wird etwa bei 11 bis 12 Milliarden liegen. Das sind die nüchternen Zahlen, die man natürlich hinterfragen kann; selbst die UNO hat ihre Zahlen immer wieder nach unten korrigiert. Antwort zu "Welche Szenarien gibt es für die nächsten 100 Jahre im Hinblick auf die Entwicklung der Weltbevölkerung?" lesen »

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Wo liegen die Unterschiede zwischen Science-Fiction und Zukunftsforschung? (04.12.2013)

Ich habe früher zusammen mit meiner Frau Angela selbst drei Science-Fiction-Romane geschrieben und Unmengen von Erzählungen. 1991 habe ich dann in die Zukunftsforschung gewechselt und sage manchmal: Die Zukunftsforschung ist die Fortsetzung der Science-Fiction mit anderen Mitteln. – Tatsächlich gibt es Berührungspunkte, gerade in der Frage "what if" – "was wäre wenn". Welche Folgen könnten heutige Technologien haben? Welche Gesellschaftsordnungen könnten wir uns vielleicht durch diese Technologien einhandeln? Die Fragestellungen sind ähnlich. Allerdings ist man als Science-Fiction-Autor natürlich sehr viel freier. Man kann beliebig spekulieren und muss sich nicht von der Realität bremsen lassen. [...] Antwort zu "Wo liegen die Unterschiede zwischen Science-Fiction und Zukunftsforschung?" lesen »

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Wie werden sich die Bevölkerungszahl und das Zusammenleben der Menschen verändern? (11.01.2013)

Ich kann nicht sagen, wie viele Menschen im Jahr 2030 in Baden-Württemberg leben. Die Zahl habe ich nicht im Kopf. Sie bekommen sie aber beim statistischen Bundesamt; das erstellt Hochrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung. Die Frage nach dem Zusammenleben ist für mich sehr viel interessanter. Wenn wir bedenken, dass heute eine Frau in Deutschland im Schnitt 1,3 Kinder bekommt, verändern sich dadurch die sozialen Strukturen ja tiefgründig. Unsere Eltern-, und Großelterngenerationen hatten ein Dutzend Cousins und Cousinen und entsprechend viele Onkel und Tanten. Heutzutage, wenn wir von 1,3 Kindern im Schnitt ausgehen, kommt man auf zwei oder drei Cousins und Cousinen. [...] Antwort zu "Wie werden sich die Bevölkerungszahl und das Zusammenleben der Menschen verändern?" lesen »

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Welche Art von Musik werden wir in 100 Jahren hören? (11.01.2013)

Wird es noch Volksmusik geben? Kann sich der Schlager noch weiterentwickeln? Werden noch Geigen gespielt? Geigen werden bestimmt noch gespielt, insofern kann ich Entwarnung geben. Die haben über die Jahrhunderte tapfer durchgehalten. Bei der Volksmusik würde ich spekulieren, dass die vielleicht für Sie gar nicht mehr so richtig als Volksmusik erkennbar sein wird. Aber das ist eine schwierige Frage, denn ich kenne auf dem Gebiet keinerlei Studien. [...] Antwort zu "Welche Art von Musik werden wir in 100 Jahren hören?" lesen »

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