Antworten von Josef H. Reichholf
Warum gibt es immer noch so viele hungernde Menschen? (21.11.2008)
das ist eigentlich ein Armutszeugnis für die Politiker – auch für unsere Politiker – die es nicht schaffen, ein vernünftiges Verteilungssystem aufzubauen, denn die Welt ist nun mal unterschiedlich von Natur aus. Das heißt es gibt Regionen, die wenig ertragreich sind, die einfach das nicht liefern können, was die Menschen dort brauchen würden. Und es gibt Regionen, die hochproduktiv sind wie beispielsweise unser Land. Und wenn in Deutschland Biomasse erzeugt wird, damit wir mit grünerem Gewissen weiter Auto fahren können, aber kein Weizen, der den Hungernden geliefert werden kann, die an Ort und Stelle die Möglichkeit gar nicht haben, Brotgetreide anzubauen, dann ist das ein politischer Skandal erster Klasse. [...] Antwort zu "Warum gibt es immer noch so viele hungernde Menschen?" lesen »
Verbundene Medien
Welche Ökosysteme sind am meisten gefährdet? Die Ökosysteme auf dem Land oder eher die im Wasser? (21.11.2008)
In der Regel sind es die Landökosysteme, die stärker gefährdet sind, weil sie sich nicht so schnell regenerieren können wie die Wasserökosysteme. Denn das Wasser hat zwei ganz große, ganz wichtige Eigenschaften: Es puffert und es wäscht. Wir benutzen es ja auch dazu. Das heißt Flüsse können sich viel schneller selbst reinigen, auch an Giftstoffen und anderem Abfall, was in die Flüsse hineingelangt. Das weiß man ja seit Jahrhunderten; deswegen sind die meisten Städte an Flüssen entstanden, weil man die Abwasserproblematik dort am geschicktesten lösen konnte. Während an Land die Verhältnisse fixierter sind, viel fester liegen. Und wenn da z. B. Wälder zerstört werden, dann dauert es Jahrhunderte oder vielleicht sogar mehr als ein Jahrtausend, bis sie wieder einigermaßen naturnah aufwachsen. Antwort zu "Welche Ökosysteme sind am meisten gefährdet? Die Ökosysteme auf dem Land oder eher die im Wasser?" lesen »
Verbundene Medien
Bedroht das Artensterben die Zukunft unseres Planeten? (21.11.2008)
Wenn wir es in evolutionären Zeiträumen, also in Jahrhunderttausenden oder in Millionen von Jahren betrachten, dann ist das, was gegenwärtig abläuft, auch nicht bedrohlicher als der Einschlag eines Riesenmeteoriten und ähnlicher Naturkatastrophen der Erdgeschichte. Wenn wir aber das gegenwärtige Tempo des Verschwindens von Arten betrachten, dann ist es weit höher – also müssen wir annehmen, dass es weit höher ist – weil es vor allen Dingen die kleinen, die unbekannten Arten betrifft, als das jemals in der Vergangenheit der Fall war. Und da wir nicht wissen, in welchem Umfang in zehn, fünfzig oder hundert Jahren der Artenbestand der Erde tatsächlich geschrumpft sein wird, wenn die Verluste so weitergehen wie bisher, wird von vielen das Artensterben als ganz besondere Bedrohung für die Zukunft der Erde empfunden. ... Antwort zu "Bedroht das Artensterben die Zukunft unseres Planeten?" lesen »
Verbundene Medien
Wie wirkt sich das Artensterben auf Ökosysteme aus? (21.11.2008)
Auch das kann man leider so nicht sagen, weil es Arten gibt, die wir in der Ökologie als Schlüsselarten bezeichnen. Das heißt das sind Arten, die sehr stark das ökologische Geschehen in einem bestimmten Raum beeinflussen und andere, die aufgrund ihrer Seltenheit oder ihrer unbedeutenden Wirkungen im Naturhaushalt, ob sie da sind oder nicht da [...] Antwort zu "Wie wirkt sich das Artensterben auf Ökosysteme aus?" lesen »
Verbundene Medien
Entwickeln sich sesshafte Kulturen schneller weiter als nicht sesshafte Kulturen? (21.11.2008)
Wanderungsbewegungen bringen Innovationen. Aber die Innovationen brauchen eine gewisse Beständigkeit. Die kulturell produktivsten Räume sind nicht ohne Grund immer solche Räume gewesen, wo sich beides mischt. Europa hat sesshafte Bevölkerungen, aber ist ein äußerst komplexes Gebilde von Zuwanderern, von Migrationen aus früheren Jahrhunderten. Es stellt also auch, was die Völker anbelangt, keine große geographische Einheit dar. Und da sind sicher nicht ohne Grund die größten Impulse auf die ganze Erdbevölkerung von Europa ausgegangen. ... Antwort zu "Entwickeln sich sesshafte Kulturen schneller weiter als nicht sesshafte Kulturen?" lesen »
Verbundene Medien
Geht die Evolution des Menschen weiter? (20.11.2008)
Die Menschheit als Ganzes ist mit sechs, sieben Milliarden so groß, dass sie sich eigentlich genetisch so gut wie nicht mehr verändern wird. Sie kann es gar nicht bei dieser Masse. Der zweite Gesichtspunkt ist, dass diese Masse aber keine Einheit darstellt, sondern zerfällt, in unterschiedliche Teilbereiche. In manchen von denen herrschen dann - wie wir das in Europa jetzt erleben -verminderte Fortpflanzungsraten, während in anderen Regionen sehr viel stärkere Vermehrungsraten herrschen, sodass unterschiedliche Entwicklungen zustande kommen können. ... Antwort zu "Geht die Evolution des Menschen weiter?" lesen »
Verbundene Medien
Werden bestimmte Tier- und Pflanzenarten von der Klimaveränderung profitieren? (20.11.2008)
Es war bisher immer so, dass bei klimatischen Veränderungen Gewinner und Verlierer aufgetreten sind. Es werden – weil es in den warmen Regionen sehr viel mehr Arten gibt als in den kalten – die wärmeliebenden Arten unter den Gewinnern sein. Bei den kälteliebenden Arten kann es bei einigen, die in kleinen Vorkommensgebieten leben, zu Schwierigkeiten kommen ... Antwort zu "Werden bestimmte Tier- und Pflanzenarten von der Klimaveränderung profitieren?" lesen »
Verbundene Medien
Inwieweit hängen Bestand und Niedergang von Kulturen von Geofaktoren ab? (20.11.2008)
Die Geofaktoren, im weiteren Sinne also einschließlich des Klimas, geben Rahmenbedingungen ab. Wie dieser Rahmen dann ausgeführt wird in der Praxis des Lebens, des politischen Lebens, ist natürlich auch eine Frage der politischen Systeme. Und dass es da bessere und schlechtere gibt – das liegt ja auf der Hand. Das hat es immer gegeben und da ist auch unsere Zeit, wie wir wissen, nicht davor bewahrt geblieben, dass es mit großen politischen Schwierigkeiten auch in Räumen zu kämpfen galt, die eigentlich von Natur aus nicht ungünstig gewesen wären. ... Antwort zu "Inwieweit hängen Bestand und Niedergang von Kulturen von Geofaktoren ab?" lesen »
Verbundene Medien
Sind Innovationen eine Folge klimatischer Herausforderungen? (20.11.2008)
Es ist sicher so, dass überall dort, wo das Klima durch den starken Wechsel von günstigen und ungünstigen Jahren besondere Herausforderungen an die Bevölkerung stellt, also die Verlässlichkeit, dass es in den Folgejahren ähnlich sein wird wie im gegenwärtigen Zustand nicht so gegeben ist, die Innovationskraft beflügelt hat und Innovationen auch begünstigte. Man probiert Neues aus, wenn die Verhältnisse entsprechend sind. Während da, wo die Verhältnisse sehr stabil geblieben sind, da gab es auch keinen Anlass, etwas Neues durchzuprobieren und seien es auch neue Staatssysteme. Das sieht man am besten in China. ... Antwort zu "Sind Innovationen eine Folge klimatischer Herausforderungen?" lesen »
Ist die Vorherrschaft der Europäer in der Frühen Neuzeit auf die guten klimatischen Bedingungen zurückzuführen? (20.11.2008)
Wir können ja sehr schön sehen, dass im Hochmittelalter, also in der sogenannten klimatischen Wärmezeit des Hochmittelalters, das vielfach auch als Klimaoptimum in die Geschichtsbücher eingegangen ist, das Machtzentrum in Mitteleuropa lag. Das sogenannte Heilige Römische Reich Deutscher Nation war bestimmend in Europa. ... Antwort zu "Ist die Vorherrschaft der Europäer in der Frühen Neuzeit auf die guten klimatischen Bedingungen zurückzuführen?" lesen »





























































.