Hermann-Josef Wagner

Prof. Dr. Hermann-Josef Wagner (Jahrgang 1950 leitet die Abteilung `Energiesysteme und Energiewirtschaft´ an der Ruhr-Universität Bochum. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die energie- und emmisionsbezogene Bewertung von Energieanlagen, wie z.B. auf Erdwärme, Wasserkraft, Windenergie usw. … Hermann-Josef Wagner ist Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt GEU im Verein Deutscher Ingenieure, Redaktionsbeirat der Fachzeitschrift `BWK´ im Springer VDI-Verlag und Beirat in der Gesellschaft für Energiewissenschaft und Energiepolitik (GEE).

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Antworten von Hermann-Josef Wagner

Welche Energiefragen werden in zehn Jahren hinfällig sein? (05.02.2010)

Ich glaube, dass wir in zehn Jahren so weit sind, dass wir unseren Frieden mit dem CO2-Klima geschlossen haben. Bis dahin werden wir einen gesellschaftlichen Konsens darüber haben, wie weit man CO2 mindern muss, welche Möglichkeiten wir haben und was es kosten wird. Ich glaube auch, dass wir in zehn Jahren sehr gut abschätzen können, welche Beiträge erneuerbare Energien insgesamt an der Energieversorgung liefern können. [...] Antwort zu "Welche Energiefragen werden in zehn Jahren hinfällig sein?" lesen »

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Welche Bedeutung hat das Energiesparen? (05.02.2010)

Wenn man den Menschen, die in den Schwellen- und Entwicklungsländern leben, die gleichen Entwicklungschancen einräumen würde, die wir in den Industrieländern haben, würde es mit der Energieversorgung auf der Welt knapp. Es ist im Augenblick so, dass ein Drittel der Weltbevölkerung zwei Drittel der Energie verbraucht. Gleiches gilt für den Rohstoffverbrauch. Und wir müssen sparen, wenn wir weltweit den anderen etwas abgeben wollen. [...] Antwort zu "Welche Bedeutung hat das Energiesparen?" lesen »

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Wann kann die Kernfusion zur Stromversorgung eingesetzt werden? (05.02.2010)

Der Zeitraum ist sehr lang und sehr unbestimmt. Ich würde sagen: Nicht vor 50 Jahren kann die Kernfusion nennenswerte Anteile an der Stromversorgung übernehmen. Die Kernfusion steht heute, verglichen mit der Kernspaltung, in ihrer Entwicklung vor dem Jahr 1938, als Otto Hahn die Kernspaltung entdeckt hat. Die große Versuchsanlage „Iter“ in Südfrankreich, die jetzt international finanziert, gebaut und betrieben wird, wird es noch nicht ermöglichen, dass man in den Bereich kommt, in dem wirklich eine Verschmelzung der Kerne stattfindet. Das heißt, man wird diese Anlage zu Ende bauen und betreiben. [...] Antwort zu "Wann kann die Kernfusion zur Stromversorgung eingesetzt werden?" lesen »

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Lässt sich ein Projekt wie “Desertec” auf alle Wüsten dieser Welt ausdehnen? (05.02.2010)

Theoretisch ja. Man braucht nur Wasser zum Kühlen, denn "Desert Tec" nutzt solarthermische Kraftwerke. Die funktionieren so, dass über Spiegel Sonnenlicht gebündelt wird. Das führt mit geeigneter Technik dazu, dass Wasserdampf erzeugt wird. Und dann verwendet man die gleiche Technik wie in jedem Kohlekraftwerk mit Turbine und Generator. [...] Antwort zu "Lässt sich ein Projekt wie “Desertec” auf alle Wüsten dieser Welt ausdehnen?" lesen »

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Wie ist der Ausstieg aus dem Atomausstieg zu begründen? (05.02.2010)

Man muss das, was in der Politik häufig und zum Teil kontrovers diskutiert wird, vor dem Hintergrund des zukünftigen Energiebildes sehen. Dieses zukünftige Energiebild in der Stromerzeugung sieht so aus, dass man sich innerhalb Europas weiter miteinander vernetzt. Dazu müssen die Elektrizitätsnetze ausgebaut werden. Man hat begonnen, in großem Stil Windenergie in der Nordsee zu nutzen und baut im Mittelmeerraum Solarkraftwerke. Es braucht aber etwa drei Jahrzehnte, bis dadurch große nennenswerte Anteile an der Stromerzeugung übernommen werden können. [...] Antwort zu "Wie ist der Ausstieg aus dem Atomausstieg zu begründen?" lesen »

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Wie wird sich der Gütertransport bei steigenden Kraftstoffpreisen gestalten? (05.02.2010)

Derzeit wird Mobilität überwiegend über Erdöl bewerkstelligt. Das trifft sowohl für den Personen- als auch den Güterverkehr zu. Vermutlich wird das auch noch sehr lange Zeit so bleiben. Alternativen zum Güterverkehr auf der Straße sind natürlich zum einen der Ausbau des Schienennetzes und der damit verbundenen Infrastruktur, zumindest für den Transport über längere Entfernungen. Zum anderen geht man davon aus, dass die Arbeiten, die derzeit überall stattfinden, dazu führen, dass man irgendwann auch neben dem benzin- oder dieselbetriebenen Verbrennungsmotor beispielsweise Wasserstofffahrzeuge oder Elektrofahrzeuge hat. [...] Antwort zu "Wie wird sich der Gütertransport bei steigenden Kraftstoffpreisen gestalten?" lesen »

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Wie sieht die Zukunft der Elektroheizung aus? (05.02.2010)

Der Gesetzgeber hat sich im vergangenen Jahr mit Elektroheizungen beschäftigt. Dabei ist er zu dem Ergebnis gekommen, dass der Strom aus Elektroheizungen überwiegend Kohlestrom ist. Und unter dem Aspekt, CO2-Emissionen zu vermindern, möchte er nach Möglichkeit wenig Elektroheizungen haben. Es gibt in der Zwischenzeit eine gesetzliche Grundlage, die nach der Größe des Wohngebäudes unterscheidet – ob sich ein, zwei oder mehr Wohnungen in dem Gebäude befinden. Dementsprechend werden Übergangszeiten festgelegt, bis wann bei größeren Gebäuden die Elektroheizung ausgewechselt sein muss. [...] Antwort zu "Wie sieht die Zukunft der Elektroheizung aus?" lesen »

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Warum ist Wasserstoff als Energieträger für Autos noch immer nicht serienreif? (04.02.2010)

Es hakt an drei Dingen: 1. Der Wasserstoff muss umweltfreundlich erzeugt werden und das möglichst billig. 2. Der Wasserstoff muss im Fahrzeug mit möglichst wenig Gewicht gespeichert werden. 3. Wenn man den Wasserstoff im Explosionsmotor nicht direkt verbrennen will, sondern über den Elektroweg einer Brennstoffzelle geht, hakt es auch noch an der Zuverlässigkeit und am Preis der Brennstoffzelle. Lassen Sie mich zwei Worte zur Erzeugung sagen: Wasserstoff wird heutzutage weltweit überwiegend aus Erdgas erzeugt. Das ist relativ preiswert, bietet aber umweltmäßig und fürs Autofahren keinerlei Vorteile. Denn wenn Erdgas zur Verfügung steht, könnte man auch mit Erdgas Auto fahren, was wir ja in Deutschland in der Zwischenzeit bereits mit einer halben Million Erdgasfahrzeugen tun. [...] Antwort zu "Warum ist Wasserstoff als Energieträger für Autos noch immer nicht serienreif?" lesen »

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Warum wird Erdwärme nicht stärker genutzt und gefördert? (04.02.2010)

Unumstritten ist das Potenzial der Erdwärme sehr groß. Vor zwei Jahren hat eine sehr intensive und detaillierte Untersuchung für den Deutschen Bundestag dies bestätigt. Der Grund, warum bisher so wenig Erdwärme genutzt wird, liegt in erster Linie in den Kosten für die Erschließung. Wir haben Unregelmäßigkeiten im Temperaturprofil der Erde. Diese bohrt man bevorzugt an, um dann bei etwas höheren Temperaturen, als man sie normalerweise in diesen Tiefen finden würde, die Erdwärme zu nutzen. Leider liegen die aber in Tiefen von 2.000 bis 4.000 Metern, und eine Bohrung bis in 4.000 Meter Tiefe kostet je nach den jeweiligen Bedingungen 6 bis 7 Millionen Euro. Das macht die Erdwärme sehr teuer. [...] Antwort zu "Warum wird Erdwärme nicht stärker genutzt und gefördert?" lesen »

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