Hanns Hatt

Prof. Dr. Hanns Hatt, Jahrgang 1947, ist ein deutscher Biologe und Mediziner. Er ist seit 1992 Professor an der Fakultät für Biologie und Inhaber des Lehrstuhls für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Elektrophysiologie und der Geruchsforschung. Am Institut von Hanns Hatt wurde unter anderem gezeigt, dass sich Spermien bei der Lokalisierung der Eizelle auch an bestimmten Duftstoffen (Maiglöckchenduft) orientieren.

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Antworten von Hanns Hatt

Nimmt mit zunehmendem Alter der Geruchssinn ab? (01.09.2009)

Ja. Man weiß, dass bei Menschen etwa ab dem 75. Lebensjahr das Riechvermögen schlechter wird. Das heißt die Regeneration dieser Riechzellen, die ja monatlich abläuft, lässt mit der Zeit nach. Antwort zu "Nimmt mit zunehmendem Alter der Geruchssinn ab?" lesen »

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Sind wir durch unsere Umwelt nicht viel zu sehr mit Düften überreizt? (01.09.2009)

Ich glaube, dass die Nase dafür da ist, gebaut ist und über viele Jahrmillionen sich so entwickelt hat, dass sie Düfte wahrnehmen kann. Und wenn man die Düfte nicht in zu hohen Konzentrationen benutzt, wird sie auch nicht überreizt. Antwort zu "Sind wir durch unsere Umwelt nicht viel zu sehr mit Düften überreizt?" lesen »

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Welchen evolutionsbiologischen Sinn hat es, dass die Riechzellen nach wenigen Minuten abschalten? (01.09.2009)

Die Natur schützt sich gewissermaßen vor Überreizung. Wenn der Duftreiz zu stark ist, dann wird dadurch verhindert, dass ständig diese ganz starke Erregung ins Gehirn gelangt. Darüber hinaus benutzt die Natur diese Düfte offensichtlich auch, um neue Informationen zu sammeln. Und wenn sie solche Duftinformationen über eine gewisse Zeit erhalten hat, dann sagt sie: Okay, das Gehirn weiß jetzt, dass der Duft da ist, jetzt kann ich auch abschalten und mich neuen Dingen zuwenden. Denn beim Riechen wird immer nur der Zelltyp abgeschaltet, der auf diesen Duft anspricht. Antwort zu "Welchen evolutionsbiologischen Sinn hat es, dass die Riechzellen nach wenigen Minuten abschalten?" lesen »

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Ich liebe den Duft von verbranntem Diesel. Wie kommt das? (01.09.2009)

Jeder Mensch hat seine gewissen Duftvorlieben, die nicht angeboren sind, sondern die er irgendwann im Lauf seines Lebens positiv wahrgenommen hat – auch wenn er sich später nicht mehr an die Situation erinnert. Antwort zu "Ich liebe den Duft von verbranntem Diesel. Wie kommt das?" lesen »

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Kann man die Nase abschalten? (01.09.2009)

Das ist leider ganz schwierig. Die Nase gehört zu den Sinnessystemen, die nie schlafen, die 24 Stunden aktiv sind und auch während der Nacht arbeiten. Denn mit jedem Atemzug nehmen Sie auch Duftmoleküle auf. Das heißt, so lange Sie atmen, riechen Sie auch. Antwort zu "Kann man die Nase abschalten?" lesen »

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Riechen Männer anders als Frauen? Gibt es einen geschlechtsspezifischen Eigengeruch? (01.09.2009)

Grundsätzlich gibt es keine Unterschiede im Riechvermögen zwischen Mann und Frau. Allerdings bestehen ganz große Unterschiede im Umgang mit Düften. Es scheint offensichtlich so zu sein, dass Mädchen, wenn sie klein sind, sich mehr bei ihren Müttern aufhalten. Die Mütter sind zu Hause, kümmern sich um die Kinder, die Küche, den Garten – und haben damit auch mehr mit Düften zu tun als die Jungs, die auf dem Fußballplatz herumtollen. Deswegen sind die Mädchen oft auch sehr viel besser trainiert im Riechen. Antwort zu "Riechen Männer anders als Frauen? Gibt es einen geschlechtsspezifischen Eigengeruch?" lesen »

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Kann man jemandem, der nichts riechen kann, helfen? (01.09.2009)

Es gibt ein paar Erkrankungen, das Kallmann-Syndrom zum Beispiel oder verschiedene andere Krankheitsbilder, die damit einhergehen, dass man nicht riechen kann. Aber das ist wirklich ein verschwindend kleiner Prozentsatz von Menschen, die davon betroffen sind. Bei der größten Menge der Menschen, die nicht riechen können, beruht das auf einer Erkältung, auf einer Virusinfektion. [...] Antwort zu "Kann man jemandem, der nichts riechen kann, helfen?" lesen »

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Lassen wir uns durch Industrie- bzw. Parfumdüfte täuschen? (01.09.2009)

Jeder Duft, auch ein Parfum, löst beim Mitmenschen eine bestimmte Empfindung aus und unterliegt einer Bewertung. Wenn also der Mitmensch, dem Sie gerade begegnet sind, mit dem Parfum, das Sie tragen, schon mal im Lauf seines Lebens mit einem anderen Menschen, der das benutzt hat, eine supertolle Erfahrung gemacht hat oder eine Liebesbeziehung gehabt hat, dann wird er das natürlich ganz toll finden und damit auch Sie selber. Denn Sie tragen ja jetzt den Duft dieses anderen Menschen. Und das ist ja eigentlich der einzige Grund, warum wir überhaupt Parfums tragen. [...] Antwort zu "Lassen wir uns durch Industrie- bzw. Parfumdüfte täuschen?" lesen »

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Kann man das Riechen trainieren? Wenn ja – wie? (28.08.2009)

Schlichtweg üben, üben, üben – wie immer im Leben. Jeder Mensch hat von Natur aus die gleichen Voraussetzungen, nämlich 350 Zelltypen. Bei den Nasenformen und ähnlichem gibt es allerdings Unterschiede, die sich auf das Riechvermögen auswirken. Wenn man früh genug anfängt, möglichst schon in ganz jungen Jahren, kann man das lernen und üben. Sie müssen ja diese komplizierten Muster wiedererkennen, die zum Beispiel in einem Parfum oder einem Kaffeeduft mit einer Mischung aus 100 verschiedenen Duftstoffen enthalten sind. [...] Antwort zu "Kann man das Riechen trainieren? Wenn ja – wie?" lesen »

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Kann ich meine besonders sensible Nase auch beruflich nutzen? (28.08.2009)

Was riechen Sie denn alles, was wir nicht riechen? Das kann ich Ihnen gar nicht sagen, aber ich rieche sehr viel intensiver als andere Menschen. Es gibt natürlich tatsächlich individuelle Unterschiede. Vor einiger Zeit habe ich dazu ein Buch herausgebracht, „Das Maiglöckchenphänomen“. Dort gibt es einen 15-seitigen Riechtest mit dessen Hilfe jeder einmal schauen kann, wo er mit seinem Riechvermögen steht – eher zu den Supernasen oder eher zu den miserablen Nasen. Das sind einfache Tests. [...] Antwort zu "Kann ich meine besonders sensible Nase auch beruflich nutzen?" lesen »

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