Friedemann Schrenk

Prof. Dr. Friedemann Schrenk leitet am Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main, dem auch das Senckenberg-Museum angegliedert ist, die Sektion Paläoanthropologie und Quartärpaläontologie. An der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität ist er Professor für Paläobiologie der Wirbeltiere.

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Antworten von Friedemann Schrenk

Ist Afrika wirklich die Wiege der Menschheit? Woher stammt der Mensch? (12.06.2015)

Es gibt keine Stelle auf der Welt neben Afrika, wo man einen einzigen Fund für die Entwicklung des Menschen von vor sechs Millionen Jahren bis vor zwei Millionen Jahren machen konnte. Wenn man die Vor- und Frühmenschen alle zusammenzählt ist die Wiege der Menschheit in Afrika, bis vor zwei Millionen Jahren lief dort alles ab. Dann gab es Auswanderer aus Afrika [...] Antwort zu "Ist Afrika wirklich die Wiege der Menschheit? Woher stammt der Mensch?" lesen »

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Ist der Denisova-Mensch mit dem Neandertaler oder dem Homo sapiens verwandt? (12.06.2015)

Der Denisova-Mensch ist im Prinzip nur durch genetische Untersuchungen definiert worden, durch die Untersuchung einer Fingerkuppe. Bei der Untersuchung dieser Fingerkuppe wurde klar, dass es sich weder um ein Neandertaler-Gen, noch um ein Homo-sapiens-Gen handelte. Es ist anzunehmen, so lautet auch die Hypothese der Forscher, dass es eine geografische Variante dieser Menschen gab. Diese lebten neben den Neandertalern, noch weiter im Osten – in diesem Fall in Sibirien in einer eigenständigen Gruppe. Das Interessanteste ist, dass die Denisova-Menschen sich auch mit dem modernen Mensch vermischt haben. [...] Antwort zu "Ist der Denisova-Mensch mit dem Neandertaler oder dem Homo sapiens verwandt?" lesen »

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Wie war das Verhältnis zwischen Neandertaler und Mensch? (12.06.2015)

Darüber wird viel spekuliert. Genetisch gab es einen Austausch, das heißt es muss punktuell Vermischungen gegeben haben. Das wird wohl im nahen Osten vor vielleicht 120tausend Jahren gewesen sein. Ob es einen kulturellen Austausch gab wissen wir nicht, es gibt aber ein paar Indizien, dass das möglicherweise so war. Denn zum Beispiel kamen die Neandertaler, die ja ursprünglich, vor ca. 800tausend Jahren auch aus Afrika nach Europa gereist waren und sich an die Eiszeit angepasst hatten, wahrscheinlich mit dem europäischen Klima besser zurecht, als die Menschen, die aus Afrika kamen. [...] Antwort zu "Wie war das Verhältnis zwischen Neandertaler und Mensch?" lesen »

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Was weiß man über das Sozialverhalten des Neandertalers? (12.06.2015)

Gut zu erkennen sind Begräbnisse. Diese hat man vor Neandertalern nicht – und deswegen gibt es bei Neandertalern auch so viele Fossilien. Diese sind viel einfacher zu finden. Alle Funde von Menschen in den fünf oder sieben Millionen Jahren davor sind reine Zufallsfunde – hier wurden die Toten einfach liegen gelassen und sind dann zufällig eingebettet worden oder auch nicht. Es kann auch nachgewiesen werden, dass Angehörige gepflegt wurden. [...] Antwort zu "Was weiß man über das Sozialverhalten des Neandertalers?" lesen »

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Wie kam es zur Entwicklung der Sprache? (12.06.2015)

Die Sprachen sind eine relativ junge Entwicklung. Wir können von der Paläoanthropologie her sagen, dass die Sprachfähigkeit oder anatomische Sprechfähigkeit wahrscheinlich sehr viel älter als unsere heutige symbolhafte Sprache ist. Sehr allgemein formuliert: Vor zwei Millionen Jahren sieht man schon, dass die Sprachzentren "Broca" und "Wernicke" beginnen sich auszubilden. Das sieht man an Innenausgüssen des Gehirns. Allerdings kennen wir die Funktion nicht, sehen nur die Ausstülpungen dieser Hirnregionen. [...] Antwort zu "Wie kam es zur Entwicklung der Sprache?" lesen »

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Nach welchen Kriterien wählen Paläontologen Ihre Grabungsstätten aus? (12.06.2015)

Die erste Möglichkeit ist da zu suchen, wo schon mal etwas gefunden wurde. Das machen viele Kollegen, finde ich persönlich aber nicht sehr spannend. Denn dann weiß ich ja schon, dass da was gefunden wurde. Man kann natürlich immer noch mehr finden und es gibt auch Stellen, wo wir das tun. Im Normalfall gehen wir aber so vor, dass wir uns fragen: Wo besteht denn die Chance, dass solche Fossilien überliefert werden? Da gibt es in Afrika gar nicht so viele Möglichkeiten [...] Antwort zu "Nach welchen Kriterien wählen Paläontologen Ihre Grabungsstätten aus?" lesen »

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Wovon ging der Druck zur Veränderung hin zum aufrechten Gang beim Menschen aus? (11.06.2015)

Der tropische Regenwald in Afrika hat ursprünglich mal von der Westküste Afrikas bis ganz zur Ostküste gereicht. Dann aber gab es vor acht Millionen Jahren eine weltweite Klimaabkühlung und es entstand der Afrikanische Graben mit großen Grabenschultern; das ist wie im Oberrheingraben, da gibt’s den Schwarzwald auf der einen Seite, Vogesen auf der anderen. So ist das in Afrika auch, nur sind diese Grabenschultern hier viel höher und dadurch hat sich das regionale Klima verändert. In der Folge ist dieser tropische Regenwald sehr stark geschrumpft, und zwar bis auf das Gebiet, wo er sich heute befindet. Um den Regenwald herum sind die afrikanischen Savannen entstanden. Und in diesen Savannengebieten war nun der aufrechte Gang von großem Vorteil. [...] Antwort zu "Wovon ging der Druck zur Veränderung hin zum aufrechten Gang beim Menschen aus?" lesen »

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Warum erkennt man bei Affen keine weitere Entwicklung hin zum Menschen? (11.06.2015)

Wenn sich die Umwelt nicht verändert, verändert sich auch im Organismus relativ wenig. Wir haben ja viele Belege für sogenannte lebende Fossilien, denken Sie an manche Fische aus dem Indischen Ozean. Das sind immer Organismen, die sich in einem stabilen Lebensraum bewegen. Die Menschenaffen leben im tropischen Regenwald und haben dort schon immer gelebt, wie auch unsere Vorfahren. Da sie perfekt an ihre Umgebung angepasst sind, haben sie sich relativ wenig verändert. [...] Antwort zu "Warum erkennt man bei Affen keine weitere Entwicklung hin zum Menschen?" lesen »

Der Mensch ist sehr anpassungsfähig. Wozu die Panikmache um den Klimawandel? (10.06.2015)

Natürlich kann sich der Mensch im Lauf von vielen Tausend Generationen anpassen, das ist ein ganz normaler evolutionsbiologischer Vorgang. In 10.000 Generationen etwa kann auch eine ganz neue Art entstehen. Aber wir reden ja von den Lebensbedingungen für Homo sapiens heute – und die werden sich komplett verändern. Biologisch gesehen ist das richtig: Über 10.000 Generationen gesehen kann sich der Mensch anpassen. Was aber die Menschheit prägt ist ja vor allem die kulturelle Evolution, die zur biologischen dazugekommen ist. Ein wichtiger Punkt ist z.B. die UV-Strahlung der Sonne, die die Hautfarbe prägt [...] Antwort zu "Der Mensch ist sehr anpassungsfähig. Wozu die Panikmache um den Klimawandel?" lesen »

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Wie viel Urmensch steckt im modernen Menschen? (10.06.2015)

Am Skelettbau, den schmerzenden Knochen sehen wir, dass wir für das viele Sitzen nicht gebaut wurden. Das Laufen ist ein wichtiges Merkmal des Menschen und ist auch der Ursprung der Menschwerdung – also nicht das Gehirn, sondern der aufrechte Gang. Insofern haben wir heute einige Muskeln, die wir tagtäglich gar nicht benutzen. Darüber hinaus haben wir aber auch Verhaltensweisen, die aus der Urzeit kommen und die wir nicht ablegen können. [...] Antwort zu "Wie viel Urmensch steckt im modernen Menschen?" lesen »

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