Eckart Altenmüller

Prof. Eckart Altenmüller ist Arzt und Musiker und einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Neurophysiologie und Neuropsychologie von Musikern. Seit 1994 leitet er das Institut für Musikphysiologie und Musikermedizin (IMMM) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

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Antworten von Eckart Altenmüller

Wie wichtig ist Musikerziehung für Kinder? (13.03.2015)

Es gibt Beweise dafür, dass Kinder und die Jugendliche, die Musik machen, kooperativer und hilfsbereiter werden. Das ist sehr schön untersucht worden, indem man zum Beispiel in Kindertagesstätten Kinder gemeinsam hat muszieren lassen und anschließend ihre Hilfsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit getestet hat. Die anderen Kinder haben zusammen Sport gemacht und waren lange nicht so hilfsbereit und kooperationsfähig. Außerdem kann, wer Musik macht, besser mit Emotionen umgehen [...] Antwort zu "Wie wichtig ist Musikerziehung für Kinder?" lesen »

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Inwiefern können Schlaganfallpatienten durch Singen therapiert werden? (13.03.2015)

Bei Schlaganfallpatienten wird tatsächlich die sogenannte Melodische Intonationstherapie angewandt, um Sprachstörungen und Sprachverlust zu behandeln. Durch das Singen kann man die Zentren aktivieren, die auf der anderen Hirnhälfte liegen, also gegenüber den gestörten Sprachzentren. Auf diese Art und Weise kann man den Patienten Sprachverständnis zurückgeben. Man muss das länger trainieren, aber es funktioniert recht gut. [...] Antwort zu "Inwiefern können Schlaganfallpatienten durch Singen therapiert werden?" lesen »

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Kann man gleichzeitig singen und traurig sein? (13.03.2015)

Wenn man sehr depressiv ist, hat man weder die Kraft noch die körperliche Energie um zu singen. Aber man kann sich auch in einer schlimmen Lebenskrise durchaus durch Gesang trösten; das machen viele Menschen in schlimmen Trauersituationen. Das geht dann schon, dass man singt und sich durch den Gesang beeinflusst. [...] Antwort zu "Kann man gleichzeitig singen und traurig sein?" lesen »

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Ich empfinde beim Musizieren keine Schmerzen. Welchen Einfluss hat Musizieren auf die Hormone? (12.03.2015)

Der Einfluss ist tatsächlich messbar, denn beim Musizieren passiert Folgendes: Im sogenannten Emotionssystem des Gehirns, im Limbischen System, gibt es eine kleine Nervenzellgruppe, die ventrales tegmentales Areal (VTA) heißt und das Belohnungshormon Dopamin ausschüttet – bei Ihnen in dem Moment, in dem Sie Ihre Geige sehen. Wenn Sie dann die Geige ergreifen, den Bogen nehmen und spielen, wird dieser Impuls vom ventralen tegmentalen Areal etwa vier Zentimeter nach vorne in den sogenannten Accumbens-Kern übertragen. Das ist der Kern, der Glücksgefühle macht. [...] Antwort zu "Ich empfinde beim Musizieren keine Schmerzen. Welchen Einfluss hat Musizieren auf die Hormone?" lesen »

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Warum reagieren wir auf bestimmte Melodien sehr emotional? (12.03.2015)

Zu dieser Frage wurde lange geforscht: Gibt es bestimmte Klangformen, die starke Reaktionen wie Tränen, Gänsehaut, ein Kloßgefühl im Hals etc. auslösen? Das Ergebnis: Das hängt stark von der individuellen Hörerfahrung ab, also von dem, was Sie früher gehört haben. Allerdings gibt es Musiken, die, wenn sie bestimmte Harmoniewechsel haben und vor allem sehr überraschend und fremdartig sind, sehr starke Emotionen auslösen können. [...] Antwort zu "Warum reagieren wir auf bestimmte Melodien sehr emotional?" lesen »

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Werden Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und Epiphyse (Zirbeldrüse) beim Singen aktiviert? (12.03.2015)

Es ist richtig, dass die Stimme über Resonanzen direkt in unser Gehirn kommt und dort physikalisch auf die Nervenzellen einwirkt. Die Erregung durch die "Schwingungen des Nervenwassers" reichen jedoch nicht aus, um die Nervenzellen zu aktivieren. [...] Antwort zu "Werden Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und Epiphyse (Zirbeldrüse) beim Singen aktiviert?" lesen »

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Ist das Empfinden von Harmonien biologisch bedingt? (12.03.2015)

Bereits seit der Antike nutzen wir die Obertonreihe für unsere diatonische Skala, die Halb- und Ganztöne enthält (sowohl bei Dur als auch bei Moll). Untersuchungen zeigen, dass die Eigenschaften des Innenohrs, nämlich die Empfindlichkeit der Haarzellen, die für die Tonempfindung von entscheidender Bedeutung sind, wahrscheinlich tatsächlich eine Grenze von Halbtönen bevorzugen. [...] Antwort zu "Ist das Empfinden von Harmonien biologisch bedingt?" lesen »

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Wirkt es sich emotional auf das Kind aus, wenn die Mutter in der Schwangerschaft singt? (12.03.2015)

Das Kind im Mutterleib kann ab der 21. Schwangerschaftswoche hören und das erste, was das Kind hört, ist die Stimme der Mutter. Fühlt sie sich gut, wirkt sich dieses Wohlbefinden körperlich direkt auf das Kind aus, es wird besser wachsen und bessere Anlagen haben. Nicht umsonst bemüht man sich weltweit, nett zu Schwangeren zu sein. [...] Antwort zu "Wirkt es sich emotional auf das Kind aus, wenn die Mutter in der Schwangerschaft singt?" lesen »

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Warum erträgt man in einer Depression Musik und andere Geräusche nur sehr schwer? (12.03.2015)

In einer Depression werden wir tatsächlich sehr viel empfindlicher; unsere Reizschwellen sind sehr viel niedriger. Das führt dazu, dass wir weniger Reize verarbeiten können und eine Überflutung mit Reizen uns ganz mutlos macht und sogar noch mehr herunterdrücken kann. Musik ist sehr stark mit unseren Selbst-Lebenserinnerungen verbunden, und in einer Depression möchte man ja oft an diese früheren glücklicheren oder besseren Zeiten nicht unbedingt erinnert werden [...] Antwort zu "Warum erträgt man in einer Depression Musik und andere Geräusche nur sehr schwer?" lesen »

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Hilft Musik machen bei ADHS oder ADS? (11.03.2015)

Ja, das ist tatsächlich ein Einsatzgebiet der aktiven Musiktherapie. Die wurde legendär durch die Schriften des Neurologen Oliver Sacks. Sacks beschreibt in seinem ersten Buch den ADHS-Schlagzeuger, der sich gerade durch das Schlagzeug mit seinen Handlungsimpulsen auseinandersetzt und diese in geordnete Bahnen lenken kann. Wir wissen heute, dass gerade Kinder, die hyperaktiv sind, durch das Musizieren lernen, einen Teil ihrer Impulse zu steuern und zu kontrollieren [...] Antwort zu "Hilft Musik machen bei ADHS oder ADS?" lesen »

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