Carola Roloff

Dr. Carola Roloff ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg, Abteilung Indien und Tibet. Sie absolvierte eine Ausbildung bei einem tibetischen Lama, hatte 1981 ihre Noviz-Ordination als buddhistische Nonne und 1985 ihre volle Ordination in Taiwan auf Empfehlung des Dalai Lama. Danach begann sie ihr Studium der Tibetologie/Indologie mit Schwerpunkt Buddhismuskunde. Carola Roloff ist auch in der buddhistischen Frauenbewegung aktiv, sie kennt neben tibetischem Buddhismus auch andere Strömungen, z.B. indischen oder Zen-Buddhismus.

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Antworten von Carola Roloff

Liegt der Buddhismus momentan im Trend? (20.05.2011)

Die Zahl der Buddhisten ist sicherlich steigend, und das seit Jahrzehnten. Es ist als nicht etwas Vorübergehendes, sondern von der Tendenz her verbreitet sich der Buddhismus immer weiter in den Westen, aber umgekehrt natürlich auch andere Religionen im Rahmen der Globalisierung immer weiter auch nach Asien. Und inzwischen finden natürlich nicht nur hier im Westen alle Traditionen des Buddhismus, sondern man ist überrascht, dass wenn man nach Sri Lanka oder Malaysia kommt, dass man dort plötzlich auch alle unterschiedlichen Formen des Buddhismus vorfindet, Bücher vom Dalai Lama, die ins Koreanische übersetzt werden usw. [...] Antwort zu "Liegt der Buddhismus momentan im Trend?" lesen »

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Sind im Buddhismus Obduktionen erlaubt? (20.05.2011)

Das ist unter Buddhisten generell eine Diskussion. Nicht speziell bezogen aufs Herz, sondern allgemein, weil man es als Buddhist gerne hätte, dass man drei Tage ruhig liegengelassen wird, damit sich in Ruhe das Bewusstsein vom Körper trennen kann. Und bei manchen, die z. B. noch meditieren, geht man davon aus, dass sie, selbst wenn sie vielleicht schon klinisch tot sind, noch in feinen Meditationszuständen sein können. [...] Antwort zu "Sind im Buddhismus Obduktionen erlaubt?" lesen »

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Gibt es im Buddhismus Dogmen? Gibt es eine Exegese? (20.05.2011)

Es gibt natürlich kanonische Texte und sehr viele Kommentare dazu. Wir kennen im Buddhismus den Tripitaka, das ist Dreikorblehre, die die ersten Jahrhunderte mündlich überliefert und später schriftlich fixiert wurde; vor allem in den indischen Sprachen Sanskrit und Pali. Die wurden später z. B. ins Chinesische und ins Tibetische übersetzt, aber auch in viele andere Sprachen. Auf diese kanonischen Texte stützt man sich. Und in allen Ländern des Buddhismus gibt es eine reichhaltige Exegese, also sehr viele Abhandlungen zu diesen kanonischen Texten, wie die zu verstehen seien. Und in dem Sinne muss man schon sagen, dass es Glaubenssätze gibt und auch ein Dogma; [...] Antwort zu "Gibt es im Buddhismus Dogmen? Gibt es eine Exegese?" lesen »

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Ist der Buddhismus eine besonders friedfertige religiöse Richtung? (20.05.2011)

Ja. Als solche ist er auch bekannt, gilt als besonders friedfertig und besonders tolerant. Aber man muss natürlich auch vorsichtig sein und darauf achten, dass man keinen Mythos Buddhismus kreiert, wie er nicht wirklich existiert. Es sind ja immer Menschen, die solch einer Religion folgen. Interessant ist, dass Buddha selbst bei den Kshatriyas geboren wurde, also in der Kriegerkaste. Er hat sich davon dann aber abgewandt und ist im Alter von 29 bei Nacht und Nebel von zu Hause weggelaufen und in die Askese gegangen, bis er dann im Alter von 35 durch die Meditation die Erleuchtung erlangt hat. [...] Antwort zu "Ist der Buddhismus eine besonders friedfertige religiöse Richtung?" lesen »

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Inwiefern ist der Buddhismus überhaupt eine Religion? (20.05.2011)

Es gibt im Buddhismus keine Gottheit, keine „religio“, also keine Rückbindung an ein Schöpferwesen. Es gibt nur Buddha, der eine Lehre gelehrt und ein Beispiel gegeben hat. Inwiefern ist der Buddhismus also eine Religion? Letztlich kommt es auf die Definition von Religion an und was man darunter versteht. Man kann diesen Begriff auch anders übersetzen. Im Sanskrit wäre das „Dharma“, und das hat eine andere Bedeutung als das, was wir im westlichen Kontext unter „Religion“ verstehen. [...] Antwort zu "Inwiefern ist der Buddhismus überhaupt eine Religion?" lesen »

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Stimmt es, dass im Buddhismus Herztransplantationen geächtet sind? (20.05.2011)

Die Frage kann ich nur vom tibetischen Buddhismus her angehen; dort habe ich zumindest eine Assoziation. Es wird davon ausgegangen, dass dieses allersubtilste Bewusstsein, dass zur Zeit des Todes sich vom Körper trennt und einem neuen Körper verbindet, im Herz-Chakra sitzt, also auf Höhe des Herzens, in diesen subtilsten Energiekanälen, die dort zusammenlaufen und direkt mit dem Herzen zu tun haben. [...] Antwort zu "Stimmt es, dass im Buddhismus Herztransplantationen geächtet sind?" lesen »

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In welchem Verhältnis steht der Buddhismus zum Christentum? (20.05.2011)

2010 wurde an der Universität Hamburg die Akademie der Weltreligionen gegründet, wo alle Religionen miteinander im Dialog sind. Das ist eine Entwicklung, die bereits 1984 angefangen hat mit einem Arbeitskreis „Interreligiöser Dialog“, der von der evangelischen Theologie an der Universität an der Universität Hamburg ausging. Und auch in den Gemeinden gibt es untereinander immer wieder Einladungen. Außerdem gibt es große Events wie das Gebet von Assisi, wo die Vertreter der verschiedenen Religionen zusammengekommen sind; dort gab es gemeinsame Friedensgebete. [...] Antwort zu "In welchem Verhältnis steht der Buddhismus zum Christentum?" lesen »

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Wie leben buddhistische Nonnen hier? Gibt es in Deutschland z. B. Klöster? (19.05.2011)

Normalerweise wird man, wenn man Mönch oder Nonne wird, von einer Ordensgemeinschaft von Mönchen oder Nonnen aufgenommen. Und man sollte dann natürlich auch in einem Kloster wohnen. Es gibt aber bisher hier in Europa noch keine richtigen Klöster. Manchmal bin ich in Amerika in einem Kloster und natürlich gibt es viele Klöster in Indien. In Europa gibt es kleine Ordensgemeinschaften, die meistens an buddhistische Zentren angeschlossen sind, zu denen man dann gehört. [...] Antwort zu "Wie leben buddhistische Nonnen hier? Gibt es in Deutschland z. B. Klöster?" lesen »

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Welche Verpflichtungen hat man als Buddhist? (19.05.2011)

Es gibt bestimmte Glaubensgrundsätze, die zumindest hier in Deutschland als ein buddhistisches Bekenntnis von allen buddhistischen Gruppen zusammengefasst wurden als Minimalkonsens, auf den sich alle Gruppen einigen konnten. Dazu gehören diese fünf Regeln: sich darin zu üben, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen; nicht Gegebenes nicht zu nehmen; keine unheilsamen sexuellen Handlungen zu begehen; nicht unwahr oder unheilsam zu reden; sich nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben – sondern allen Lebewesen mit unbegrenzter Liebe, mit Gefühl, mit Freude und Gleichmut zu begegnen im Wissen um das Streben aller Wesen nach Glück. [...] Antwort zu "Welche Verpflichtungen hat man als Buddhist?" lesen »

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Warum lässt die Kleidung buddhistischer Mönche und Nonnen den rechten Oberarm unbedeckt? (19.05.2011)

Dieser Kleidungsfrage bin ich als Wissenschaftlerin noch nicht nachgegangen, aber vielleicht gibt es darüber Studien. Ich habe gehört – weiß aber nicht, ob das belegt ist – dass es in Indien andere asketische Traditionen gab, wo der rechte Arm bedeckt und der linke unbedeckt war und sich die Buddhisten einfach davon abheben und zeigen wollten, dass sie einer anderen Lehre folgen, indem sie das umgedreht haben. Ich weiß allerdings nicht, ob das wissenschaftlich haltbar ist. [...] Antwort zu "Warum lässt die Kleidung buddhistischer Mönche und Nonnen den rechten Oberarm unbedeckt?" lesen »

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