Helfen fettreduzierte “Light”-Produkte beim Abnehmen?

von Hans-Ulrich Grimm am 04.12.2008, 2 Kommentare

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass wir keine fetthaltigen oder fettarme Produkte essen sollten. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass bestimmte Fette eine ganz wichtige Rolle für die Gewichtsregulation spielen, zu nennen sind zum Beispiel Omega-3-Fette oder das sogenannte CLA, das in Milch enthalten ist. Untersuchungen in Schweden an vierjährigen Kindern haben sogar gezeigt, dass diejenigen Kinder, die fetter essen, dünner sind. Also die ganze Anti-Fett-Mythologie aus den letzten 20 Jahren hat sich jetzt als kompletter Blödsinn herausgestellt.

Alles, was in den Supermärkten steht mit 0,1 % Fett und ähnliches, ist sogar eher kontraproduktiv. Denn die Gewichtsregulation hat mit Hormonen zu tun. Und Fette spielen eine wesentliche Rolle im Hormonhaushalt. Studien der Harvard-Universität zeigten, dass Frauen, die viel fettarme Milchprodukte essen, ein höheres Risiko hatten, unfruchtbar zu werden. So, und wenn Fette bei den Hormonen eine Rolle spielen, dann heißt das auch, dass sie bei der Appetit- und Hungerregulation eine Rolle spielen, denn die wiederum wird über Hormone gesteuert. Dieser Zusammenhang wurde bisher völlig ignoriert.

Eigentlich weiß der Körper also von sich aus, wie viel Nahrung und welche Nahrung er braucht, wir müssen ihm nur die Chance dazu geben und auf ihn hören. Nirgends in der Natur gibt es ein Lebewesen außer dem Menschen, das Gewichtsprobleme hat. Sie werden zum Beispiel nirgends einen Adler finden, der nicht mehr starten kann, weil er eine fette Wampe hat. Alle Lebewesen kriegen das hin ohne Ernährungsberater. Denn die folgen einfach ihren natürlichen Instinkten und der Körperregulation.

Allerdings gibt es mittlerweile einige Hormonstörer, von denen man weiß, dass sie die Appetitsteuerung stören können. Glutamat gehört dazu. Man hat festgestellt, dass Glutamat zu Gefräßigkeit führen kann. Aber auch in Plastikverpackungen und Aromen finden sich Hormonstörer. Die ganze Chemie, die mittlerweile in unserem Essen drin ist, Konservierungsstoffe, Farbstoffe usw., kann dazu führen, dass unser natürliches Regulationssystem in die Irre geführt wird. Und das ist meiner Ansicht nach die Erkenntnis aus der neuen Hormonforschung, dass man zunächst die Störer beseitigt und dann dem Körper die Chance gibt, sein Gewicht selber zu finden.

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Beantwortet von Hans-Ulrich Grimm am 04.12.2008 in Ernährung, Stichworte: , , , , .

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Kommentare zu „Helfen fettreduzierte “Light”-Produkte beim Abnehmen?“

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Mario Berschinski schreibt am 08.02.2009

Hallo Herr Grimm, zu Ihrem Artikel möchte ich noch anmerken, dass neben dem Hormonspiegel auch die psychische Komponente eine wesentliche Rolle spielt. Den Verbrauchern wird bei Light-Produkten suggeriert, dass sie mehr von diesen Lebensmitteln essen können. Daraus resultiert, dass letztenendes mehr Kalorien als nötig kosumiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Mario Berschinski

Stefanie Simon schreibt am 19.07.2009

Und ist es nicht so, dass die Diätprodukte dafür umso mehr Zucker oder Süßstoffe enthalten und somit keineswegs gesünder sind als die Produkte mit normalem Fettgehalt?
Da ess ich doch lieber gesundes Fett in Verbindung mit Obst und Gemüse. Das fördert ja bekanntlich die Aufnahme von so manchen Vitaminen. Und zunehmen tu ich damit erfahrungsgemäß überhaupt nicht..

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