Wie formbar ist das Gehirn mit zunehmendem Alter? Macht Gehirnjogging Sinn?

von Manfred Spitzer am 07.11.2008, 1 Kommentar

Das Gehirn kann lernen von der Wiege bis zur Bahre. Die Formbarkeit, also das Ausmaß der Veränderungen, das nimmt deutlich ab mit dem Alter und zwar ist es bei 17-Jährigen schon weniger als bei 7-Jährigen und bei 27-Jährigen noch weniger. Diese Langsamkeit von Lernprozessen fängt nicht erst bei 50 oder 70 an, sondern die fängt im Grunde schon im frühen Erwachsenenalter an, das ist das Erste. Das Zweite ist: Natürlich kann man dafür was tun. Ich selbst bin ein Skeptiker von all diesem Gehirnschnickschnack, der heute verkauft wird, denn ich glaube nicht, dass es daran liegt.

Wir wissen: Das Wichtigste ist Gemeinschaft. Das ist auch lebensverlängernd und das fordert uns auch wirklich heraus. Aber ein Kreuzworträtsel, wo ich einfach nur Dinge, die ich eh schon weiß, abrufe – das fordert mich nicht wirklich heraus. Deswegen glaube ich auch nicht, dass man dadurch den Alzheimer aufschieben kann; das kann man sowieso kaum. Wer geistig fit bleiben will im Alter, da habe ich einen ganz einfach Tipp, der soll sich einen Enkel anschaffen. Und wenn er keinen hat, dann soll er sich einen ausleihen. Denn der fragt ihn Löcher in den Bauch, der ist unbequem. Und genau das brauchen ältere Menschen, dass sie eben nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher auf der Couch verbringen, sondern sich reiben an Jungen, die sie herausfordern, von denen was abverlangen. Das tut den Jungen nebenbei auch gut, wenn sie nicht nur vor dem Fernseher hocken, aber den Alten eben auch. Ältere Menschen sollen nicht auf Kreuzfahrtschiffen und Golfplätzen rumhängen, sondern bei ihren Enkeln sein. Da werden sie langfristig erstens glücklicher und zweitens länger leben. Ganz sicher.

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Beantwortet von Manfred Spitzer am 07.11.2008 in Hirnforschung, Stichworte: , , , , .

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Kommentare zu „Wie formbar ist das Gehirn mit zunehmendem Alter? Macht Gehirnjogging Sinn?“

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K.Hofsäss schreibt am 22.01.2009

Prima Beiträge, Lob !

die Gehirngeschichte ist sehr vielschichtig und man kann unmöglich an alles denken wenn ich also noch hinzufügen darf: Wer ein Instrument spielt ( Pfeifen eher weniger) dem wird es auch in Zukunft leichter fallen seine beiden Gehirnhälften vernetzt zu halten !
Nachweislich bilden sich durch die motorische Inanspruchnahme und das gleichzeitige Denken beim Musizieren, sehr viele Vernetztungen zwischen den Gehirnhälften.
LG
K.Hofsäss

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