“Butter bei die Fische” – Woher kommt das?

von Rolf-Bernhard Essig am 19.08.2009, 6 Kommentare

Ich bin gebürtiger Hamburger und insofern kenne ich „Butter bei die Fische“ natürlich auch gut. Die Redewendung heißt: „Komm zum Wesentlichen“. Das kommt daher, dass man in Norddeutschland gesagt hat, wenn jemand seine Fische mit Butter zubreiten konnte, dann war das etwas, das nur reiche Leute tun konnten. Man meinte damit aber auch, dass das „etwas Vollständiges“ sei. Also erst mit der Butter bei den Fischen …

Ach so, also „rede nicht rum, sondern komm zum Wesentlichen!“

Genau. Erst wenn die Butter dazugekommen ist zu den Fischen, dann ist das sozusagen ein reiches, ein wunderbares, ein optimales, perfektes Gericht. Und wenn man dann sagt: „Gib mal Butter bei die Fische“ heißt das: „Hör mal auf mit dem Rumreden um den heißen Brei.“ Sondern: „Wenn du die Butter dazugetan hast, dann ist die Sache klar“. Dann ist das Wesentliche auch noch dabei“ und damit ist dann eben auch das Erwünschte geschehen.

Das versteht aber interessanterweise heute fast jeder auch in Bayern, wo ich wohne. Auch dort ist das gebräuchlich geworden. Ähnlich wie „Wat dem een sin Uul ist dem andern sin Nachtigall.“

Aber das müssten die dann ja auf Hochdeutsch sagen.

Nein, das stimmt nicht. Das wird auch in der mundartlichen Färbung gesagt: „Wat dem een sin Uul ist dem andern sin Nachtigall.“ Das versteht man hier auch. Und das mit „Butter bei die Fische“ ist auch durch Fernsehen und Radio sehr deutlich verbreitet worden. Da hab ich höchstens in einem Dörfchen mal Schwierigkeiten, aber ansonsten versteht das jeder.

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Beantwortet von Rolf-Bernhard Essig am 19.08.2009 in Redewendungen, Stichworte: , , , .

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Kommentare zu „“Butter bei die Fische” – Woher kommt das?“

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horst ludwig schreibt am 15.02.2011

butter bei die fische heißt nichts anderes als klartext reden..

Thomas schreibt am 01.06.2011

Schön erklärt. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob man das tatsächlich auch außerhalb Norddeutschlands als bekannt voraussetzen kann. Ich selbst bin Bayer und muss zugeben, dass ich den Ausdruck “Butter bei die Fische” zwar schon seit vielen Jahren kenne, seine wahre Bedeutung aber erst vor ein paar Monaten herausgefunden habe. Zuvor war ich nämlich fest davon überzeugt, dass “Gib ma Butter bei die Fische” gleichbedeutend mit “Lass mal die Kirche im Dorf” ist – was natürlich falsch war.

Andi schreibt am 18.07.2011

der Sinn ist klar, aber woher dann die komische un-deutsche Grammatik “BEI DIE FISCHE”, und nicht “an die” Fische oder “zu den” Fischen?
danke

Zauberfrau schreibt am 28.07.2011

Andi: Weil das eben “nooorddeutscher” Slang ist!

Philipp schreibt am 03.05.2012

Also Butter bei de Fische kennt meiner Meinung nach jeder … Lebe auch in Bayern. Aber des mit dem eenen sin uul is dem anderen Seen Nachtigall hab ich ja noch NIE gehört! Das sagt man vielleicht in Sachsen aber ganz bestimmt nicht in Bayern!

Trantuete schreibt am 12.06.2013

Moin, moin,

also, ich komme ursprünglich aus der Lüneburger Heide, wo bekanntlich auch Plattdeutsch gesprochen wird – auch wenn ich LEIDER nur rudiimentär Plattdeutsch aufgewachsen bin.

Ich kenne “Butter bi de Fisch” von der Bedutung her auch so, dass es heißt:
Mach hinne, konzentrier Dich auf das Wesentliche im Sinne von Handlungen.
Schwer zu erklären:
Es geht nicht nur darum, dass man nicht um den heißen Brei herumreden soll, sondern auch darum, dass man in die Pötte kommen soll, wenn man sich beispielsweise in nebensächlichen Handlungen zu verzetteln droht. ..
Also, komm zum Wesentlichen – aber nicht nur verbal sondern auch in Taten.

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