Welche Rolle spielen Epigenetik und Umweltfaktoren bei Fibromyalgie?

von Peter Spork am 18.05.2017, Kommentar hinzufügen

Fibromyalgie ist ein sehr komplexes Leiden. Das geht eher in Richtung rheumatische Leiden. Der Umwelteinfluss ist hierbei mit Sicherheit sehr hoch, also auch die psychosomatische Komponente, die bei solchen Leiden immer genannt wird. Das heißt, dieses ganze Zusammenspiel, inwieweit das meine Psyche beeinflusst, Stresskrankheiten – Fibromyalgie gilt als klassische Stresskrankheit.

Hier spielt wohl tatsächlich die Zeit um die Geburt eine große Rolle: diese berühmte perinatale Phase, mit der ich mich auch in meinem Buch massiv auseinandersetze, die uns ganz besonders prägt. Extremer, massiver Stress der Mutter während der Schwangerschaft, vor allem während des letzten Schwangerschaftsdrittels scheint das Risiko einer Fibromyalgie zu erhöhen – wahrscheinlich über das Cortisol, was durch die Plazenta zu den Kindern durchkommt. Das wirkt bei Mädchen wahrscheinlich sogar stärker als bei Jungs, weshalb Frauen wahrscheinlich auch ein erhöhtes Fibromyalgierisiko haben.

Das ist tatsächlich ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Prägungen aus frühester Kindheit das Krankheitsrisiko das ganze Leben lang beeinflussen. Was ich immer sage: Es sind Erbe, Umwelt und Vergangenheit, die gemeinsam wirken. Was ich geerbt habe, kann ich nicht beeinflussen, hat aber auch Einfluss auf das Fibromyalgierisiko. Die Umwelt, also der Stress, den ich im Moment habe, die psychosomatische Komponente im Moment,  hat einen Einfluss – aber auch die Vergangenheit. Diese vergessen wir oft: die epigenetische Prägung aus der Zeit vor der Geburt und nach der Geburt; vielleicht sogar der Stress von Großeltern, vielleicht sogar Urgroßeltern, der über die Keimbahn vererbt worden ist. Das ist aber noch ein sehr umstrittenes Gebiet, da könnten wir noch eine eigene Sendung dazu machen.Gene (Foto_Thinkstock)

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