Das bedingungslose Grundeinkommen fördert Kreativität und Muße. Wird Lohnarbeit dadurch gesellschaftlich entwertet?

von Karl Justus Bernhard Neumärker am 24.02.2017, Kommentar hinzufügen

Wenn es das BGE früher schon gegeben hätte, hätte ich als künstlerisch schaffender Mensch sehr davon profitieren und mich entwickeln können. Heute bin ich 75, und ich denke, dass das ganze System viel zu positiv dargestellt wird, dass alle arbeiten möchten bzw. genügend Leute da sind, die die ungeliebten Arbeiten machen. Davon haben wir mehr als genug. Und noch ein Zweites: Mein ganzes Leben habe ich beobachtet, dass Arbeit auch als psychischer Stabilisator wahrgenommen wird. Wenn ich dafür jetzt weniger bekomme, findet vielleicht auch eine gesellschaftliche Entwertung statt.

Ich halte es für einen sehr wichtigen Gedanken, Muse und Kreativität durch das BGE zu fördern, weil ich glaube, dass jeder Mensch prinzipiell schon auch selber weiß, wie er seine Stärken ausbauen kann. Zum Thema psychische Stabilität und Wertschätzung: Da sind wir gekoppelt, und da kommt übrigens auch das Feminismus-Argument, an eine Welt, die manche patriarchalisch nennen, nämlich dass ihre Wertschätzung nur durch die Entlohnung kommt. Wenn Sie Vorsitzender im Tennisclub sind und keine Entlohnung dafür bekommen, würde das bedeuten, dass Sie dort keine Wertschätzung empfinden. Das gilt, würde ich sagen, für die meisten Menschen nicht. Sie haben es nur so gelernt, sie sind so erzogen worden, dass die Wertschätzung über die Entlohnung läuft. Und das ist genau das Argument, das man in Richtung Freiheit durchbrechen will.

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