Können Hormone durch menschliche Ausscheidungen ins Trinkwasser gelangen?

von Gabor Paal am 13.03.2009, 4 Kommentare

Ich wüsste gerne, ob Hormone, wie zum Beispiel die in einer Antibabypille enthaltenen Östrogene, in unser Trinkwasser geraten können und wenn ja, ob es eine Möglichkeit gibt sie herauszufiltern. Oder ob sie vielleicht bereits in der Kläranlage herausgefiltert werden.

Hormone im Trinkwasser? (Collage: SWR, Quelle: dpa)

Hormone im Trinkwasser? (Collage: SWR, Quelle: dpa)

Ich habe unter anderem bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde nachgefragt, und die Antwort war ganz klar: Östrogene sind im Trinkwasser nicht nachweisbar! Sie kommen erst mal ins Abwasser und auch in die Gewässern. Dort führen sie auch stellenweise zu einer „Verweiblichung“ der Fischpopulation. Insofern ist das ein ökologisches Problem, aber nach derzeitigem Stand stellt das kein Problem für unser Trinkwasser dar, keine Gefahr für den Menschen. Im Trinkwasser wurden bislang noch keine Östrogene nachgewiesen. Das liegt zum Teil daran, dass sie in den Kläranlagen herausgefiltert werden bzw. dort im Klärschlamm hängen bleiben. Und was dann noch übrig bleibt, wird vom Uferfiltrat geschluckt – werden also von der Selbstreinigung der Flüsse erfasst. Ein paar andere hormonähnliche Substanzen lassen sich in der Tat im Trinkwasser nachweisen, aber auch in Konzentrationen, die weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegen.

Aber – und das ist in dem Zusammenhang interessant – gerade heute kommen ganz aktuell Informationen aus Frankfurt: Da haben Toxikologen nämlich Östrogene nachweisen können – nicht im Leitungswasser, sondern ausgerechnet im Mineralwasser! Und zwar vor allem in Mineralwasser, das in Plastikflaschen, also den PET-Flaschen abgefüllt ist. Diese östrogenen Hormone kommen also offenbar nicht durch menschliche Ausscheidungen, sondern irgendwie aus dem Kunststoff ins Wasser hinein. Die Forscher haben festgestellt, so einer der Forscher wörtlich, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist. Und ein anderer fügte hinzu: Wenn das wirklich von den Kunststoffverpackungen kommt, würde das bedeuten, dass nahezu die gesamte Bandbreite unserer Lebensmittel hormonell belastet ist. Das ist also ganz neu – kann sein, dass auch das für den Menschen letztlich nicht weiter gefährlich ist – aber das muss jetzt geklärt werden. Aber wenn das so ist, dann muss man sich übers Trinkwasser wohl die wenigsten Sorgen machen, was die Östrogene betrifft.

Informationen zu dieser Antwort:

Beantwortet von Gabor Paal am 13.03.2009 in Frag den Paal !, Stichworte: , , , .

Weitere Möglichkeiten:

Antwort drucken

Kommentare zu „Können Hormone durch menschliche Ausscheidungen ins Trinkwasser gelangen?“

Es sind 4 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

Gábor Paál schreibt am 18.07.2009

Ergänzung: Wenige Tage nach Erscheinen der Studien der Uni Frankfurt nimmt das Bundesamt für Risikoforschung (BfR) Stellung. Tenor: Die gefundenen Östrogenbelastungen seien eher nicht auf die Plastikflaschen zurückzuführen.
http://www.bfr.bund.de/cm/208/hormonell_wirkende_substanzen_in_mineralwasser_aus_pet_flaschen.pdf

Weller Jürgen schreibt am 26.07.2009

Sehr geehrte Damen und Herren

Laut dem TV Bericht ARD Blauberplanet!!!

Sind Hormone Im Wasser! Und Sie bleiben nicht an der Slamfloge hängen! Geschweige Sie sind nicht Microbiologischabbaubar!!!!
Laut Toxiloge ist die ganze Palltet der Medizin im Wasser!!!!
Den wir haben nur ein Wasser! Keine Leitung zum Mond? oder Mars?
Den Das Wasser wo wir jeden Tag verwenden haben die Dinosauerier schon ausgepiselt!!!!!!! Wo soll das denn alles hingehen???? Wie Pflanzenschutzmittel! Reinigungsmittel! Benzol! Schwermetalle! Arsen! Asbest! Beton! und 3000 andere laut Juni 2008 Köln!!!!!!
Der Gernzwert 1980 Bei 140ppm Microsiemens 280 Heute der Grenzwert bei 2500 Microsiemenst hast das 10 fache??????????? wie geht das ???? ist das unbedenklich??? Dan hätte ICh das Gerne von Ihnen und Unternehmen alles Schriftlich mit stempel!!!!!!!!! und beglaubigt!!!!!
Denn die Umwelt ist kaputt sagen Sie alle!!!!!! Doch das Wasser ist Perfekt???????????? Hallo!!!!!
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Weller

Julian schreibt am 22.08.2011

Das Problem bei PET Flaschen ist auch, dass diese teilweise Weichmacher enthalten die schädlich sind. Habe ich auch gerade erst drüber geschrieben: http://www.wasseraufbereitungshilfe.de/sind-plastikflaschen-schlecht/

Ein sehr großes weiteres Problem ist jedoch die Herstellung. Um eine Flasche herzustellen benötigt man 3 alte Flaschen und ähnlich viel Wasser. Also lieber auf Glasflaschen umsteigen, auch wenn diese schwerer sind. Schmeckt aber auch besser :)

Manfred Giesing schreibt am 12.12.2011

Amerikanische Studie vermutet Zusammenhang zwischen “Pillen”konsum und erhöhtem Auftreten von Prostatakrebs bei Männern vermittelt über das Trinkwasser.

Quellenangabe: auf Anfrage!

Kommentar schreiben

Name und Email müssen angegeben werden, die Email-Adresse wird nicht innerhalb der Kommentare angezeigt.