Ich wüsste gerne, ob Hormone, wie zum Beispiel die in einer Antibabypille enthaltenen Östrogene, in unser Trinkwasser geraten können und wenn ja, ob es eine Möglichkeit gibt sie herauszufiltern. Oder ob sie vielleicht bereits in der Kläranlage herausgefiltert werden.
Ich habe unter anderem bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde nachgefragt, und die Antwort war ganz klar: Östrogene sind im Trinkwasser nicht nachweisbar! Sie kommen erst mal ins Abwasser und auch in die Gewässern. Dort führen sie auch stellenweise zu einer „Verweiblichung“ der Fischpopulation. Insofern ist das ein ökologisches Problem, aber nach derzeitigem Stand stellt das kein Problem für unser Trinkwasser dar, keine Gefahr für den Menschen. Im Trinkwasser wurden bislang noch keine Östrogene nachgewiesen. Das liegt zum Teil daran, dass sie in den Kläranlagen herausgefiltert werden bzw. dort im Klärschlamm hängen bleiben. Und was dann noch übrig bleibt, wird vom Uferfiltrat geschluckt – werden also von der Selbstreinigung der Flüsse erfasst. Ein paar andere hormonähnliche Substanzen lassen sich in der Tat im Trinkwasser nachweisen, aber auch in Konzentrationen, die weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegen.
Aber – und das ist in dem Zusammenhang interessant – gerade heute kommen ganz aktuell Informationen aus Frankfurt: Da haben Toxikologen nämlich Östrogene nachweisen können – nicht im Leitungswasser, sondern ausgerechnet im Mineralwasser! Und zwar vor allem in Mineralwasser, das in Plastikflaschen, also den PET-Flaschen abgefüllt ist. Diese östrogenen Hormone kommen also offenbar nicht durch menschliche Ausscheidungen, sondern irgendwie aus dem Kunststoff ins Wasser hinein. Die Forscher haben festgestellt, so einer der Forscher wörtlich, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist. Und ein anderer fügte hinzu: Wenn das wirklich von den Kunststoffverpackungen kommt, würde das bedeuten, dass nahezu die gesamte Bandbreite unserer Lebensmittel hormonell belastet ist. Das ist also ganz neu – kann sein, dass auch das für den Menschen letztlich nicht weiter gefährlich ist – aber das muss jetzt geklärt werden. Aber wenn das so ist, dann muss man sich übers Trinkwasser wohl die wenigsten Sorgen machen, was die Östrogene betrifft.



























































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Kommentare zu „Können Hormone durch menschliche Ausscheidungen ins Trinkwasser gelangen?“
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