Woher stammt der Ausdruck “okay”?

von Gabor Paal am 22.02.2012, 4 Kommentare

Interessant ist, dass es wohl kein anderes Wort gibt, das international so verbreitet ist. Denn  „okay“ hört man nicht nur in den USA, sondern weltweit: in Südamerika, in der arabischen Welt und in  Asien. Das Wort ist damit eines der weltweit am häufigsten verwendeten Wörter überhaupt, und trotzdem weiß niemand genau, warum und wie der Ausdruck entstanden ist. Das macht das Wort so interessant, dass ein amerikanischer Sprachwissenschaftler, Allen Metcalf, darüber kürzlich ein 200-seitiges Buch geschrieben hat „OK – The improbable story of Americas Greatest Word“.

Der Frage sind aber Wissenschaftler schon früher nachgegangen. Die heute noch gängige Erklärung wurde in einem Aufsatz von 1941 veröffentlicht. Demnach stammt der älteste eindeutige Beleg für diesen Ausdruck aus dem Jahr 1839. Da taucht das Kürzel o.k. in der Boston Morning Post auf, und zwar als Abkürzung für „all correct“. Nun beginnt, wie alle Englischlehrer wissen, das Wort „all“ mit einem „a“ und „correct“ mit „c“, also müsste man „all correct“ ja eigentlich mit „a.c.“ abkürzen. Aber es gab wohl damals an der US-amerikanischen Ostküste die Mode, Abkürzungen zu benutzen, die orthographisch betont falsch sind. So gab es das Kürzel „ky“ für „know yuse“ statt „no use“. Und so setzte der Redakteur der Boston Morning Post eben o.k. für all correct, und das hat er nicht nur einmal gemacht, sondern immer wieder.

War das dann nur die Marotte eines einzelnen Redakteurs?

Manches spricht dafür, dass es schon vorher ein Insiderkürzel war, so wie heute jeder SMS-Schreiber weiß, was ein LG am Ende einer Meldung bedeutet – nämlich „Liebe Grüße“. Und so könnte es sein, dass „o.k.“ damals schon stärker in Gebrauch war. Man weiß es aber nicht, denn es gibt nur wenige schriftliche Belege.

Bekannt ist aber, dass es ein Jahr später einen Präsidentschaftskandidaten gab, der Martin van Buren hieß und aus einer Stadt namens Kinderhook stammte. Er hatte den Spitznamen „Old Kinderhook“ und kokettierte damit. Wie man nun mit einem gewissen Scharfsinn sofort bemerkt, Old Kinderhook lässt sich ebenfalls mit „O.K.“ abkürzen. Und das hat er sich dann in seiner Wahlkampagne zu eigen gemacht: „Old Kinderhook is OK“ – das war die Botschaft seiner Wahlkampfstrategen, was zumindest dafür spricht, dass damals jeder mit diesem Kürzel etwas anfangen konnte. Der Mann wurde dann zwar doch nicht Präsident, aber zumindest hat die Kampagne geholfen, den Ausdruck weiterzuverbreiten.

Parallel zu diesem Wahlkampf wurde damals die unbewiesene Geschichte verbreitet, dass schon ein früherer Präsident, Andrew Jackson, „o.k.“ als Abkürzung für „all correct“ verwendet hat. Und diese Geschichte, egal ob wahr oder erfunden, soll die Mode dann noch weiter verstärkt haben.

Und wie kam es zur weltweiten Karriere des Wortes?

Das kam vor allem durch die Telegrafie. So wie heute das SMS-Schreiben eine Fülle von Abkürzungen in die deutsche Sprache gebracht hat, war es auch beim Telegrafieren hilfreich, zumindest für häufig verwendete Botschaften Kürzel zu verwenden. Und „o.k.“ für alles klar, alles verstanden, war da natürlich sehr praktisch.

Gibt’s noch andere Theorien?

Ja, manche sagen, das „O.K.“ bei den Telegrafen bedeutete eigentlich open key – also so viel wie „empfangsbereit“, und hatte mit dem anderen okay – all correct – gar nichts zu tun.

Außerdem gibt es die Theorie, das Wort stamme aus der Sprache der Choctaw-Indianer, wo okeh so viel bedeutet wie „jawohl!“, „so ist es!“.

Darüber hinaus gibt es allerlei Legenden von einem angeblichen deutschen Qualitätskontrolleur namens Otto Krüger, Oskar Keller, Otto Krause – diese Geschichte gibt es in verschiedenen Varianten. Das soll ein gründlicher Deutscher gewesen sein, der bei Ford oder bei anderen Firmen gearbeitet hat. Und wenn er etwas geprüft und für gut befunden hat, soll er das mit seinen Initialen „O.K.“ abgezeichnet haben. Diese Geschichte hat sich im deutschsprachigen Raum lange gehalten, doch Belege dafür gibt es keine.

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Beantwortet von Gabor Paal am 22.02.2012 in Frag den Paal !, Redewendungen, Stichworte: , , .

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Kommentare zu „Woher stammt der Ausdruck “okay”?“

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Cathy schreibt am 23.02.2012

Soweit ich weiß, gab es einen Controller bei Ford, der jedes Auto das vom Band lief und für in Ordnung befunden wurde mit Kreide auf die Motorhaube mit den Zeichen O. K. Von ihm beschrieben wurde, da es sich hierbei um die Anfangsbuchstaben seines Namens handelte. Somit wusste jeder der Wagen ist O. K.

Gabor Paal schreibt am 27.02.2012

Das ist wie gesagt, nur ein Gerücht, das sich bis heute hält

Uwe Langer schreibt am 29.02.2012

Ich habe mal gelesen, dass in New York ansässige jüdische Buchhalter deutscher Abstammung Abrechnungen geprüft und mit dem Vermerk “ohne Korrektur” abgekürzt o.K. versehen haben, wenn es nichts zu beanstanden gab.

Tobi schreibt am 10.03.2012

Ich kenne folgende Abstammung: Im Nord-/Südenstaatenkrieg gab es einen äußerst erfolgreichen General namens Omar Kelly, der aber nicht schreiben konnte. Deshalb waren die mit seinen Initialen versehenen Befehle an die Front versandt, einfach keine Finte, sondern ernstzunehmen und auf alle Fälle auch erfolgversprechend, obwohl sie manchmal “recht schräg” waren.

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