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Hintergründe Standpunkte - Analysen - Geschichten

Journalistische Spurensuche in der Primetime

Sie sind den Doping-Machenschaften der Freiburger Sportmedizin auf der Spur, recherchieren zur Brandkatastrophe von Ludwigshafen oder nehmen die Fährte des Heilbronner Polizistenmords auf – die Reporter der Dokumentations- und Feature-Reihe "betrifft" im SWR Fernsehen sorgen mit ihren Filmen regelmäßig für Schlagzeilen. Sie decken Skandale auf, kümmern sich aber auch um all die Fragen des Alltags, die unsere Zuschauerinnen und Zuschauer beschäftigen und berühren. Sinnlose Operationen, die Angst um die Rente, der Alptraum Urlaub oder das Schneckentempo auf deutschen Autobahnen können ebenso im Mittelpunkt unserer sehenswerten Dokumentationen stehen wie die Gift-Gefahr von Holzschutzmitteln oder der Boom von Bio-Produkten. Die Palette der Themen – so bunt wie das Leben selbst.

Die SWR-Reihe "betrifft" zählt zu den erfolgreichsten journalistischen Marken in den Dritten Programmen der ARD und hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben. Immer mehr Zuschauer schalten ein, um unsere filmische Spurensuche zu verfolgen. Deswegen werden wir die herausragenden Features der "betrifft"-Redaktion ab Januar 2009 statt um 22.30 Uhr bereits um 20.15 Uhr zeigen. Mit dem neuen Sendeplatz für "betrifft" am Mittwochabend zur besten Sendezeit bekennt sich das SWR Fernsehen ausdrücklich zu seinen journalistisch anspruchsvollen Dokumentationen.

Ich wünsche den Dokumentationen unserer erfolgreichen Sendereihe auf dem neuen Sendeplatz ein noch breiteres Publikum und unseren Zuschauerinnen und Zuschauern weiterhin Recherchen auf höchstem Niveau. Wer mittwochs um 20.15 Uhr das SWR Fernsehen einschaltet, kann sich sicher sein: Es geht um ein Thema, das alle "betrifft".


Die SWR-Dokumentation "betrifft..." sendet Themen der Zeit von gesellschaftlicher Relevanz, die ein
breites Publikum ansprechen.




Die journalistischen Filme zeigen Entwicklungen auf, beziehen Standpunkt, liefern Analysen und erzählen Geschichten einzelner Menschen emotional nah am Zuschauer.


Die Themen werden aus der Autorenperspektive erzählt, der Autor ist Teil des Filmes, präsent und spürbar, ohne jedoch im On zu erscheinen.

Diese Erzählhaltung bezieht den Zuschauer in die Entstehung des Films mit ein. Recherche-Wege werden offen gelegt, es wird thematisiert, warum gerade dieser Experte zu Wort kommt und ein anderer nicht, auch Recherche-Pfade, die ins Leere laufen, können Teil des Films sein.

Die SWR-Dokumentation beschreibt keine Phänomene sondern hinterfragt sie und macht Entwicklungsprozesse deutlich.

Die Autoren thematisieren durchaus auch eigene Skrupel, Fragen, Bedenken oder Ängste, die die Entstehung des Filmes beeinflussen.

Die Filme gehen von einer klaren Frage aus, sie verstehen sich als Spurensuche.


SWR-Dokumentation "betrifft:..."

Südwestrundfunk

Hans-Bredow-Str.
76522 Baden-Baden

Tel:
07221 / 929 - 23562 oder 07221 / 929 - 22456
Fax:
07221 / 929 - 22005
E-Mail:
zum Mailformular
Internet:
www.swr.de/betrifft

Letzte Änderung am: 05.08.2008, 09.33 Uhr



Die Redaktion

Wer steckt hinter "betrifft"?

Kai Henkel
Redaktionsleiter, Baden-Baden
geboren 1959 in Heidelberg
arbeitet seit 2003 für "betrifft"

Ich leite betrifft jetzt seit über fünf Jahren. Und wenig ist Routine, nichts ist verkrustet oder scheint unmöglich und immer sind ein paar spannende Filme auf dem Weg.




Felicitas Wehnert
Redakteurin, Stuttgart
geboren 1953 in Rothenburg ob der Tauber
arbeitet seit 2003 für "betrifft"
Schwerpunktthemen: Ernährung, Medizin, Soziales und Gesellschaft

Hintergründe aufdecken, Zusammenhänge herstellen, einordnen: betrifft ist eine aufschlussreiche Spurensuche im Abenteuer Alltag - für die Zuschauerinnen und Zuschauer, hoffe ich, und für mich sowieso.


Dr. Tilman Achtnich
Autor und Redakteur, Stuttgart
geboren 1954 in Stuttgart
arbeitet seit 2003 für "betrifft"
Schwerpunktthemen: das Hirn, medizinische Grenzen, globale Wirtschaftsgeschichten

Man kann sich nicht täglich ein Ohr abschneiden, heißt es in der Kunst. Gilt auch für Filmdokumentationen. Nur ganz wenige Dokus erschüttern die Medienwelt und sprengen die Einschaltquotenrekorde. Aber solider Journalismus, eine eigene Hal-tung und eine gute Geschichte sind auch schon was. Und helfen, unsere globalisierte Realität zu verstehen. Macht Spaß, daran zu arbeiten.


Hans-Michael Kassel
Redakteur, Baden-Baden
geboren 1957 in Karlsruhe
arbeitet seit 2007 für "betrifft"
Schwerpunktthemen: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft

""betrifft ist für mich das Drama des Lebens. Und die Komödie. Eben, weil es jeden betrifft.



Thomas Michel
Redakteur, Mainz
geboren 1962 in Limburg
arbeitet seit 2005 für "betrifft"
Schwerpunktthemen: Politik, Gesellschaft

Fundierte Filme zu Themen und Zeichen der Zeit: Wenn's gelingt, ist's das Beste, was sich auf einem Bildschirm abspielen kann.



Harald Schibrani
Redakteur, Stuttgart
geboren 1952 in Crailsheim
arbeitet seit 2003 für "betrifft"
Schwerpunktthemen: Auto und Verkehr, Wirtschaft, Wissenschaft und Sozialpolitik

betrifft ist für mich, wenn ich anschließend denke:"Ah, so ist das, das steckt also dahinter" und wenn das bei unseren Zuschauern auch so ankommt.


Achim Streit
Redakteur, Mainz
geboren 1960 in Wittlich
arbeitet seit 2003 für "betrifft"
Schwerpunktthemen: Soziales

Weil ich für betrifft arbeite, weiß ich, dass Marcel Reich-Ranicki nicht immer wirklich Recht hat.



Eva Witte
Autorin und Redakteurin, Baden-Baden
geboren 1957 in Wiesbaden
arbeitet seit 2003 für "betrifft"
Schwerpunktthemen: Familie, Kinder und Jugendliche, Bildung

Kinderseelen und das Klima retten.
Die Geldgier abschaffen und die Glatzen.
Weil das im richtigen Leben nicht so einfach klappt - und alleine schon gar nicht - mache ich Musik und Filme.


Margaretha Behringer
Redaktionsassistentin, Baden-Baden
geboren 1958 in München
arbeitet seit 2003 für "betrifft"

Ich kann Tag für Tag hören und spüren, wenn betrifft ins Schwarze trifft, empört oder anrührt. Für mich gibt es kein Publikum, sondern den einzelnen Zuschauer, der nach Adressen fragt, Anregungen gibt oder einfach nur reden möchte.

Letzte Änderung am: 05.08.2008, 09.33 Uhr



InterviewGarantiert kein journalistisches Tralala

Kai Henkel im Gespräch

Herr Henkel, in den vergangenen fünf Jahren konnten Sie "betrifft" sehr erfolgreich am Montagabend um 22.30 Uhr etablieren. Gibt es dafür ein Rezept?

Wir sind in den vergangenen Jahren über die SWR-Standorte hinweg zu einer starken Redaktion zusammengewachsen, die die Debatte pflegt, und die aus der Vielzahl der angebotenen Themen oft auch in kontroversen Diskussionen versucht, das Interessanteste herauszusuchen. Wir sind alle gemeinsam ehrgeizig, wir schätzen uns, und wir haben Spaß an dem, was wir tun. Am wichtigsten aber sind die Autoren; dass die uns nach wie vor mit guten Ideen die Bude einrennen, denn das ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass richtig gute Filme entstehen.

 

Die gute Arbeit der vergangenen Jahre wird nun mit einem Sendeplatz zur Primetime am Mittwochabend belohnt. Was erwarten Sie von dem Wechsel?

Der Wechsel ist erst einmal eine Herausforderung und ein Vertrauensbeweis. Die Macher journalistischer Langformate haben über Jahre erlebt, wie dieses Genre Stück um Stück in den Programmen nach hinten gewandert ist. Das war wie ein Automatismus: Dokumentationen und Features sind schwere Kost, die man dem Zuschauer erst gegen Mitternacht zumuten kann, so die Meinung der meisten Programm-Planer. Insofern ist das eine mutige Entscheidung des SWR-Fernsehdirektors, eine Entscheidung gegen den Trend. Darin liegt aber genau die Chance: Wir setzen gut gemachte Hintergrundinformation im SWR gegen jede Menge Unterhaltung, Spielfilm und Serie der Konkurrenz. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

 

Wirkt sich die Verlegung auch auf die Inhalte aus?

Kaum. Wir waren schon vor dem Wechsel in die Primetime ein Format, das inhaltlich sehr breit aufgestellt war, und wir haben schon immer darauf geachtet, gut recherchierte Filme für viele Zuschauer zu machen. Und die können und sollen durchaus auch mal unterhaltend sein. Aber Fischen im Seichten oder als Journalismus verkleidetes Tralala wird es in "betrifft" nicht geben – und auch nicht die merkwürdige Unterscheidung zwischen sogenannten harten und weichen Stücken. Es gibt ein paar wenige Themen, zum Beispiel Folter oder Sex-Tourismus, da müssen wir um 20.15 Uhr stärker als bisher auf den Jugendschutz Rücksicht nehmen, aber das hat auch viel mit der konkreten Umsetzung solcher Stoffe zu tun.

 

Wie werden die "betrifft"-Themen geplant?

Wir bekommen im Jahr ein paar hundert Themenvorschläge von Autoren innerhalb und außerhalb des Hauses. Die werden von den „betrifft“- Redakteuren erst einmal vorsortiert, und dann diskutieren wir gemeinsam sehr ausführlich darüber. Am Ende sind wir uns dann meistens einig, was wir wollen und was nicht. Hinzu kommt, dass wir nicht selten aus der Redaktion heraus Themen setzen und Autoren ansprechen. Mit vielen Filmemachern arbeiten wir seit Jahren zusammen und wissen so, wer für welches Thema ein besonderes Händchen hat.

 

Gibt es Themen, die Sie ausschließen würden?

Klar! Zu Randständiges oder Irrelevantes. Und das, was Kollege Hans-Michael Kassel immer die "Was-zu"-Themen nennt: Was zu Klimawandel, was zur Bankenkrise , was zu Atomkraft. Das sind zwar sehr spannende Themen, aber ein guter Film wird daraus immer erst dann, wenn darin auch eine erzählenswerte Geschichte steckt, die über das bereits Bekannte hinausführt. Wichtig ist, dass wir Neues dazu haben, dass wir Menschen finden, die eine solche Geschichte auch tragen.

 

Welche Rolle haben die Autorinnen und Autoren?

Wir begreifen "betrifft" als eine Spurensuche. Das heißt, die Autoren sollen ihre Recherchewege offen legen, sich in die Karten schauen lassen. Sie sollen, wenn möglich, zeigen, wie sie an Informationen gelangt sind. Wir wollen, dass sie ihre Motivation, gerade diesen Film zu drehen, spürbar für den Zuschauer machen, dass Zweifel oder Rückschläge bei ihrer Spurensuche auch mal benannt werden. Sie sollen sich durchfragen, dranbleiben.

 

Von der Themenfindung bis zur Ausstrahlung, wie lange dauert die Produktion eines "betrifft" üblicherweise?

Etwa drei Monate. Wir hatten aber auch schon Geschichten, die so schwer zu recherchieren oder zu realisieren waren, dass es über ein Jahr gedauert hat. Bei Hintergrundstücken braucht man oft Geduld, meistens lohnt es sich aber, eher gründlich als hastig zu sein.

 

Welche Rolle spielt die Redaktion innerhalb der ARD?

Neben "die story" und "Menschen hautnah" vom WDR ist "betrifft" das Format, von dem die ARD die meisten Dokumentationen ins Erste holt.

 

Gibt es eine Art Motto oder Leitsatz für "betrifft"?

Bloß keine Langeweile!

 

Wann sind Sie mit einem "betrifft" zufrieden?

Wenn es gelingt, mich vom ersten Bild an zu fesseln, wenn ich nie den Faden verliere, wenn ich immer wieder überrascht werde und wenn mir neben dem Autor und dem Redakteur am Schneidetisch bei der Abnahme am Ende des Films ein Jauchzer entfährt.

Letzte Änderung am: 05.08.2008, 09.33 Uhr