Die Jungen gehen, die Alten bleiben
Sendung vom Dienstag, 13.3. | 0.45 Uhr | SWR Fernsehen
Der Film begibt sich auf eine Spurensuche und ergründet die Folgen des demografischen Wandels, der unser Land nachhaltig und dramatisch verändern wird. Welche Chance haben die fast verzweifelt anmutenden Bemühungen, die Landflucht zu stoppen?

Eine Region steht zum Verkauf. Leerstände wohin man blickt.
Ein Schreckgespenst geht um im Westen der Republik. Die einen nennen es verharmlosend "demografischer Wandel", die anderen umschreiben es klarer mit dem Begriff der Landflucht. Jetzt zeigt dieses Phänomen sein ganz konkretes und wahres Gesicht: Häuser verfallen, Schulen werden geschlossen, die dörfliche Infrastruktur bricht zusammen. Im Westen unseres Landes sieht es teilweise so aus, wie in den verlassenen Ostgebieten nahe der polnischen Grenze.
Zuerst sind die kleinen Dörfer in Randlagen dran. Doch längst hat der Verlust an Menschen auch die Mittelstädte erreicht. Und der Abstiegskampf kennt langfristig keine Sieger. Einige Menschen kämpfen mit dem Mut der Verzweiflung gegen den Verlust ihrer Heimat, denn sie wissen: Was einmal weg ist, ist für immer verloren.
Da ist Hans-Peter Lindenbaum, der seinen kleinen Kurzwarenladen nicht schließen will, obwohl seine Kundschaft ihm und der Region längst den Rücken gekehrt hat. Um die täglich drohende Pleite abzuwenden, arbeitet er noch als Fremdenführer, Schulbus- und Taxifahrer.
Oder die 72-jährige Ärztin Dr. Helge Hermberg-Dhonau. Die couragierte alte Dame möchte längst verlassene Kasernenanlagen mit aktiven Senioren aus der Stadt bevölkern. Da ist auch der Bürgermeister, der sich nicht scheut, Kinder und junge Leute mit Prämien in sein Dorf zu locken und schlichtweg zu kaufen.
Wird die Krise im Westen überhaupt Gewinner kennen? Holt sich die Natur den ländlichen Raum zurück?
Ein Film von Monika Kirschner
Letzte Änderung am: 25.01.2012, 10.58 Uhr