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SENDETERMIN Mi, 24.2.2016 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Chemie, die unter die Haut geht Gift in Shampoos und Cremes

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Ob Creme, Shampoo, Duschgel, Bodylotion oder Puder und Mascara - man pflegt sich täglich, will sich verwöhnen und trägt alles Mögliche auf die Haut auf, um frisch und gepflegt auszusehen. Doch Vieles, womit man sich sanft eincremt, enthält giftige Chemikalien. Täglich massiert man sich Stoffe unter die Haut, die das Krebsrisiko erhöhen. Wissenschaftler haben neue Erkenntnisse über die gefährlichen Inhaltsstoffe der Pflege- und Kosmetikprodukte.
Die Filmemacherin Bärbel Merseburger-Sill geht alarmierenden Befunden nach: Warum haben immer mehr Menschen in den Wohlstandsgesellschaften auf einmal bestimmte Krankheiten? Könnte die Chemie, die man täglich aufnimmt, damit etwas zu tun haben?

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Gift in Shampoos und Cremes

Chemie, die unter die Haut geht

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Frau Futterer bei ihrer Recherche: Was steckte in den vielen Haarprodukten, die sie als Jugendliche benutzt hat?

Frau Futterer bei ihrer Recherche: Was steckte in den vielen Haarprodukten, die sie als Jugendliche benutzt hat?

Seit Frau Kökden den Brustkrebs besiegt hat, achtet sie auf gesunde Ernährung und darauf, was in ihren Kosmetikprodukten steckt. Hier macht sie den ToxFox-Test.

Viele Pflegekräfte, die wir tagtäglich benutzen, enthalten sie: hormonell wirksame Chemikalien. In den Produkten fungieren sie u.a. als Konservierungsmittel oder UV-Filter.

Gibt es eine "sichere Dosis" hormonell wirksamer Chemikalien? Das Bundesinstitut für Risikobwertung sagt: "Ja". Manche Experten kontern, selbst geringe Mengen von diesen Substanzen können gefährlich sein.

Bei Michaela Kökden wurde im Herbst 2014 Brustkrebs diagnostiziert. Nach einer brusterhaltenden Operation nutzte sie alternative Therapien. Bis heute ist der Krebs nicht zurückgekehrt. Doch Frau Kökden ist nicht die einzige: Immer mehr Frauen erkranken an Brustkrebs oder haben Zyklusstörungen. Gleichzeitig nimmt bei den Männern die Zahl der Prostatakrebs- und Hodenkrebserkrankungen zu - oder stagniert in alarmierend hohem Ausmaß. Und es gibt immer häufiger Fruchtbarkeitsstörungen. Wissenschaftler haben nun eine Verbindung zwischen den Erkrankungen entdeckt: Es ist möglich, sie alle auf eine Störung des Hormonsystems zurückzuführen. Wie kommt es dazu?

Bei der Recherche stößt die Autorin auf einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO. Demzufolge scheinen an dem auffälligen Ansteigen der Erkrankungszahlen auch Umweltfaktoren mitbeteiligt zu sein.
Das untersucht Prof. Andreas Kortenkamp am Institut für Umwelt, Gesundheit und Gesellschaft der Brunel University London. Er ist Toxikologe und vermutet sogenannte endokrine Disruptoren (EDCs) hinter diesen Krankheiten. EDCs sind Chemikalien, wie sie die Industrie auch vielen Cremes beimischt, zum Beispiel als Konservierungsstoffe, UV-Filter oder UV-Absorber. Auf den Verpackungen steht dann: Methylparaben, Butylparaben, Triclosan, Ethylhexyl, Methoxycinnamate oder auch Bezophenone-1, -2 oder -3.

Besonders gefährlich sind diese Stoffe, wenn das Hormonsystem beansprucht ist. Das gilt vor allem für Föten wie für Kinder, weshalb Schwangerschaft oder Pubertät besonders sensible Momente für Störungen im Hormonsystem sind. Die Stoffe aus den Pflege- und Kosmetikprodukten können dazu beitragen, dass es zu diesen Störungen kommt. Die Auswirkungen lassen sich nicht rückgängig machen. Die Menschen werden krank.


Sendung vom

Mi, 24.2.2016 | 20:15 Uhr

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