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SENDETERMIN Mi, 15.4.2015 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Imker schlagen Alarm Warum sterben die Bienen?

Seit Jahren sterben die Bienen. Weltweit, leise und unauffällig. In den vergangenen Jahren lag die Sterberate der Bienenvölker Europas bei durchschnittlich 20 Prozent. In Deutschland sogar bei bis zu 30 Prozent. Verluste in dieser Höhe seien besorgniserregend, sagen Imker wie Christoph Koch aus Oppenau im Schwarzwald, und schlagen Alarm. Der Berufsimker lebt mit Bienen von Kindesbeinen an. Schon sein Vater ging diesem faszinierenden Beruf nach.

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Imker schlagen Alarm

Warum sterben die Bienen?

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Wir haben ihnen viel zu verdanken: Ein Drittel von dem, was wir essen, gäbe es nicht ohne Bienen. Doch seit Jahren sterben sie vermehrt. In den vergangenen Jahren lag die Sterberate der Bienenvölker Europas bei durchschnittlich 20%. In Deutschland sogar bei gut 30%.

Wir haben ihnen viel zu verdanken: Ein Drittel von dem, was wir essen, gäbe es nicht ohne Bienen. Doch seit Jahren sterben sie vermehrt. In den vergangenen Jahren lag die Sterberate der Bienenvölker Europas bei durchschnittlich 20%. In Deutschland sogar bei gut 30%.

Sterbende Bienen bei Imker Christoph Koch. Die Bienen sind völlig gelähmt. Viele sterben sofort, andere können sich stunden- oder tagelang nicht mehr bewegen, verhungern schlichtweg, finden nicht mehr nach Hause. Warum?

Berufsimker Christoph Koch hegt und pflegt etwa 200 Bienenvölker. Er gilt als der, "der mit den Bienen tanzt". Trotzdem hat er hohe Bienenverluste. Für ihn sind die Pestizide der Landwirtschaft die Hauptursache des Bienensterbens. Stimmt das?

Dr. Peter Rosenkranz, Leiter des Bieneninstitutes an der Uni Hohenheim dagegen hat eine Milbe im Fokus, die die Bienen tyrannisiert und krank macht. Ist etwa sie die Ursache des Bienensterbens?

Der unabhängige Bienenexperte Prof. Dr. Randolf Menzel ist Neurobiologe an der Freien Universität Berlin. Er untersucht die fantastischen Sinnesleistungen der Bienen - und wie sie unter Agrargiften leiden. Für ihn sind die Probleme der Bienen nur die Spitze eines Eisberges.

Wenn sie uns doch nur sagen könnten, was ihnen fehlt. 50 Millionen Jahre lang gibt es schon Bienen, sie haben Eiszeiten überlebt. Was passiert jetzt mit ihnen?

Christoph Koch ist Imker-Meister und Vorstandsmitglied im Deutschen Berufsimker-Verband. Er war einer der Hauptbetroffenen einer Giftkatastrophe im Jahr 2008 im Oberrheingraben, hat damals fast alle seiner 200 Bienenvölker verloren. Seither kämpft er für die Bienen. Sie gehören zu unsern wichtigsten Nutztieren, sagt er. Was sich freilich kaum jemand klar mache. Denn ohne Bienen gebe es schließlich gut ein Drittel von allem, was wir essen, gar nicht. Den finanziellen Wert ihrer Bestäubungsarbeit wird in Studien allein für Europa auf 23 Milliarden Euro beziffert. Doch ihr Nutzen für die Ökosysteme insgesamt dürfte unschätzbar sein.

Das rätselhafte Sterben der Bienen beschäftigt seit einiger Zeit viele Experten der einschlägigen Institute von Wissenschaft und Agrarindustrie. Dezimiert ein Schädling, die Varroa-Milbe, die Bestände der Imker? Sind es die Monokulturen der modernen industrialisierten Landwirtschaft, die den Bienen zusetzen? Und welche Rolle spielt dabei die Agrochemie mit ihren hocheffektiven Pflanzenschutzmitteln?

"betrifft"-Autor Christoph Würzburger geht dieser Frage nach. Er unternimmt eine Reise in die faszinierende Welt der Bienen. Er recherchiert bei Imkern, Chemiekonzernen, Landwirten und Wissenschaftlern. Er begleitet den Bienen-Aktivisten und Imker Christoph Koch durch sein Bienenjahr - und bei seinem Kampf gegen den schleichenden Niedergang seiner Bienenvölker.

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