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SENDETERMIN Mi, 5.2.2014 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Ein Recht auf Heilbehandlung? Nicht immer. Der verlorene Patient - Wenn die Krankenkasse nicht zahlt

Wer krank wird, hat ein Recht auf eine Heilbehandlung. Umso größer ist der Ärger, wenn die Kasse sich weigert, für medizinische Hilfe oder die soziale Absicherung zu zahlen. Unser Autor zeigt mehrere Fälle, in denen Patienten von ihrer Krankenkasse alleingelassen wurden.

Brigitte kämpft nach einem Schlaganfall mit ihrer Krankenkasse um Reha-Genehmigungen.

Brigitte kämpft...

Über ein Jahr lang begleitete der Autor die 56jährige Brigitte. Nach einem Schlaganfall blieb sie halbseitig gelähmt. Über einen kurzen Zeitraum zahlte die Kasse die erforderlichen Reha-Maßnahmen, dann aber der Schock: Nach dem Besuch einer Mitarbeiterin des Medizinischen Dienstes hieß es, die Kosten für weitere Behandlung werde nicht länger übernommen. Ihre Krankenkasse hält sie plötzlich für "austherapiert", für einen Pflegefall, bei dem sich teure Reha-Behandlungen nicht mehr lohnen.

Der Mannheimer Hausarzt Dr. Besier kritisiert die Krankenkassen: "Der Spardruck kommt voll in unseren Praxen an"

Der Mannheimer Hausarzt Dr. Besier.

Ihre Ärzte allerdings sehen durchaus Chancen, dass sich Brigittes Zustand weiter verbessern lässt und halten eine längerfristige Reha für dringend geboten. Der Film zeigt, wie Brigitte mit Hilfe Ihres Mannes um ihr Recht als Patientin kämpft, die Krankenkasse verklagt - und am Ende gewinnt.




Der LKW-Fahrer Mathias kämpft mit der AOK um sein Krankengeld.

Der LKW-Fahrer Mathias

Ein weiterer Fall: ein Kraftfahrer aus dem Fränkischen. Nach vielen Berufsjahren am Steuer hat er chronische Bandscheiben-Probleme, war zuletzt über einen längeren Zeitraum krankgeschrieben und bezog Krankengeld von der Kasse. Als er eine Anschluss-Krankschreibung einreichte, strich ihm die Kasse völlig unvorbereitet die Zahlungen und kündigte ihm sogar den Versicherten-Status - das alles wegen eines angeblichen Formfehlers. Der Patient musste vor Gericht ziehen, um seine Ansprüche durchzusetzen - mit ungewissem Ausgang.

Dr. Richard Barabasch streitet als Patientenbrater für die Rechte der Versicherten.

Dr. Richard Barabasch

Bei seinen Recherchen stößt der Autor des Films auf Belege dafür, dass der Spitzenverband der Krankenkassen seinen Mitgliedern gezielt erklärt, wie man Patienten mit juristischen Spitzfindigkeiten in eine ominöse "Krankschreibungslücke" lockt. Ein Vorgehen, das nicht nur Ärzte und Patentenvertreter empört. Nur eines ist dem "betrifft"-Autor nicht gelungen: die Vertreter der Krankenkassen vor die Kamera zu bringen. Die Verantwortlichen verweigerten monatelang aus Termingründen jedes Interview.

Unser Patientenberater im Film heisst Dr. Barabasch und ist Vize-Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit:
DGVP e.V. für Gesundheit
c/o Residenz am Deutschen Theater
Reinhardtstraße 29
10117 Berlin
Internet: www.dgvp.de

Geschäftsstelle Worms:
Brückenstraße 2
67551 Worms – Pfeddersheim
Tel. 06247 9044990
E-Mail: info@dgvp.de

Für alle, die sich einen ersten Überblick über ihre Rechte als Patienten und Widerspruchsmöglichkeiten gegen Kassenbescheide verschaffen wollen,
ist die sogenannte "Unabhängige Patientenberatung" gut. Büros gibt es in vielen Großstädten, außerdem gibt es eine bundesweite Telefonhotline.
Alle Infos kompakt dazu hier:
www.upd-online.de

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