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Der Lyriker und Essayist Lutz Seiler erhielt den mit 10.000 Euro dotierten "Preis der SWR-Bestenliste 2005" für seine Essays "Sonntags dachte ich an Gott" und "Die Anrufung".

Lutz Seiler
"pech & blende" hieß der Gedichtband, mit dem Lutz Seiler im Jahr 2000 schlagartig bekannt wurde: "pech", "blende" - das sind technische Begriffe, verbunden durch ein bürokratisches "und". Lutz Seilers frühe Gedichte interessieren sich für den Stoff, aus dem die DDR gemacht war, und dessen Ablagegerungen in der eignenen Biographie. "vierzig kilometer nacht", die Nachfolgegedichte, öffnen den Horizont, sie erzählen mit poetischen Mitteln, wie sich Zeit an der Dingwelt ablagert, wie Geschichte auseinanderdriftet in ein Kaleidoskop der Geschichten.

Mit seinem Essayband "Sonntags dachte ich an Gott" war er im März, April und Mai 2005 auf der SWR-Bestenliste: poetologische Texte, die die Herkunft der Poesie aus der eigenen Biographie ausleuchten.

In "Die Anrufung" ergründet Seiler die Entstehung von Schönheit aus dem Klang des gerufenen Namens.
Lutz Seiler lebt heute als Leiter des Peter-Huchel-Hauses in Wilhelmshorst.
Die Begründung der Jury:
"Lutz Seiler erhält den Preis der SWR-Bestenliste für seine Essays "Sonntags dachte ich an Gott" (Suhrkamp Verlag) und "Die Anrufung" (Verlag Ulrich Keicher), die in beispielhafter Weise Sprach- und Reflexionskunst verbinden. Ein Spaziergang des Intellekts durch eine ländlich-ostdeutsche Kindheitstopographie und gesamtdeutsche Realität. Die äußere Welt wird zum Spiegel künstlerischer Erfahrung und dichterischer Praxis."
Letzte Änderung am: 27.11.2008, 11.09 Uhr