Navigation

Volltextsuche

Logo von SWR2 Literatur SWR2 Literatur

Jeden ersten Dienstag im Monat wird in SWR2 Literatur die SWR-Bestenliste vorgestellt.

Um das Audio im Flash-Player abzuspielen, installieren Sie bitte das kostenlose Flash-Plugin von Adobe für Ihren Browser.

SWR-Bestenliste Mai 2012

Aus der Jury diskutieren die Literaturkritiker Verena Auffermann, Jens Jessen imd Sigrid Löffler (Mod.) über ausgewählte Bücher

Platz 1: Antonio Pennacchi: Canale Mussolini
Platz 5: Ulla:Lenze: Der kleine Rest des Todes
Platz 8: Bernd Cailloux: Gutgeschriebene Verluste
Platz 10: Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend

SWR2 Literatur,  1.5.2012 | 56:33 min

Fernsehen im SWR

Seite vorlesen:

Preis der SWR Bestenliste 2006 Gewinnerin 2006

Die Schriftstellerin Agota Kristof erhielt 2006 den mit 10.000 Euro dotierten Preis der SWR-Bestenliste. Agota Kristof wurde ausgezeichnet für ihr Buch "Die Analphabetin", das im August und September 2005 auf der SWR-Bestenliste stand.

Eine "autobiographische Erzählung" hat Agota Kristof ihr Buch genannt. Es ist die Geschichte eines Exils, das nicht nur Heimatverlust bedeutet, sondern auch Sprachverlust.
Ein junges Mädchen in Ungarn liest alles, was es in die Finger bekommt. "Der Krieg hat gerade angefangen."
Dann geht der Krieg zuende. In der Schule wird jetzt russisch gesprochen und gedacht. Weil der Vater, ein Dorfschullehrer, verhaftet wird, kommt das Mädchen ins Internat. 1956 flüchtet die junge Frau mit ihrem Ehemann ins Ungewisse. Sie landen in der Schweiz, der neuen Sprache nicht mächtig. Sie ist eine Analphabetin.
Und lernt Französisch. Die fremde Sprache, die ihre Muttersprache verdrängt.
Die Sprache, die sie zur Schriftstellerin macht.

Agota Kristof wurde am 30. Oktober 1935 in Ungarn geboren. Sie verließ ihre Heimat während der Revolution 1956 und kam über Umwege nach Neuchâtel in der Schweiz, wo sie bis heute lebt.


Die Begründung der Jury:

"Die Jury der SWR-Bestenliste zeichnet die aus Ungarn stammende, seit 1956
in der Westschweiz lebende Autorin Agota Kristof für ihre autobiographische
Erzählung "Die Analphabetin" aus und will damit nachdrücklich auch auf ihr gesamtes Werk hinweisen.

Mit minimalistischer Strenge beschreibt Agota Kristof den Schock der Fremde und den Schmerz des Sprachverlustes im Exil, die jähe Unfähigkeit sich mitteilen, lesen und schreiben zu können. Den elementaren Mangel überwindet die "Analphabetin" durch den Erwerb des Französischen, der von ihr nicht gewählten, sondern ihr vom Schicksal aufgedrängten Sprache. Sie blieb ein fremdes Idiom und konnte gerade deshalb das Medium ihrer außerordentlichen Prosa werden.

Letzte Änderung am: 27.11.2008, 11.09 Uhr

Agota Kristof: Die Analphabetin AGOTA KRISTOF: Die Analphabetin

Ammann Verlag
Leichte Lektüre
Geboren im Ungarn der 30er Jahre, dann die Verhaftung des Vaters, der Tod Stalins, 1956 die Flucht in die Schweiz: erst Analphabetin im Exil, heute Dichterin in der neuen Sprache. [mehr zu: AGOTA KRISTOF: Die Analphabetin]

Die Bestenliste aus früheren Zeiten nach Jahren aufbereitet

Hier können Sie nochmal nachschauen, welche Bücher in den vergangenen Jahren in der Bestenliste erschienen sind: