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Der Schriftsteller Ernst-Wilhelm Händler erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Preis der SWR-Bestenliste. Händler wird ausgezeichnet für sein Buch "Wenn wir sterben", das im November 2002 auf der SWR-Bestenliste stand.
"Wenn wir sterben"
Ernst-Wilhelm Händler ist der Wirtschaftsexperte unter Deutschlands Romanautoren. Er ist selbst mittelständischer Unternehmer bei Regensburg und hat das Thema Ökonomie literarisch wieder salonfähig gemacht. Sein Schreibprinzip ist ein ganz kapitalistisches: alles ist austauschbar, ob Mensch, Wert, Sprache.
Und so auch in seinem letzten Roman "Wenn wir sterben", erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt. Vier Frauen kämpfen um die Vorherrschaft in einer Fabrik: eine ersetzt die andere, ersetzt die nächste usw. Vor dem Kapital sind letztlich alle gleich, selbst die Frauen.
Menschsein spielt keine Rolle.

Und auch die Sprache gehört keinem Einzelnen und ist kein dichterischer Fluchtpunkt. Die Stile im Roman parodieren deutschsprachige Großschriftsteller: Goetz, Handke, Bernhard. "Wenn wir sterben" ist ein Roman wie ein globales Unternehmen, das alles in sich aufnimmt, expansiv, gefräßig. Aber statt Geldspiel, ist er Sprachspiel, und darum Literatur.
Der "Preis der SWR-Bestenliste" wird jedes Jahr von den Jury-Mitgliedern der SWR-Bestenliste verliehen. Sie treffen sich in Baden-Baden und wählen eine Autorin oder einen Autor, die/der in den letzten zwölf Monaten auf der SWR-Bestenliste vertreten war. Die Literaturliste des SWR wird monatlich von 33 renommierten KritikerInnen zusammengestellt.
Die Begründung der Jury:
"Den Preis der SWR-Bestenliste erhält im Jahr 2003 Ernst-Wilhelm Händler für seinen Roman "Wenn wir sterben". Er findet eine kalte Sprache für den zeitgenössischen Kapitalismus, der bis in die psychische Konstitution der Menschen hineinwirkt. Händler zeigt dies am Beispiel von vier Spitzenmanagerinnen, die sich gegenseitig bekämpfen und das Leistungsprinzip ad absurdum führen."
Letzte Änderung am: 09.01.2009, 10.04 Uhr