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1. HANS JOACHIM SCHÄDLICH: Sire, ich eile
(-) Voltaire bei Friedrich II.
Eine Novelle. Rowohlt Verlag, 144 Seiten, € 16,95 *
Der große Voltaire ist verliebt. Die schöne und kluge Émilie du Châtelet hat ihn verzaubert. Doch dann stirbt sie im Wochenbett. Voltaire flüchtet vor der Trauer an den Hof Friedrichs des Großen und erlebt seine schleichende Demontage. Vom Dreamteam unter den Dichtern und Denkern bleibt in Hans Joachim Schädlichs Novelle wenig übrig.
2. SHERWOOD ANDERSON: Winesburg, Ohio
(-) Eine Reihe von Erzählungen aus dem Kleinstadtleben Ohios
Übersetzt von Eike Schönfeld.
Manesse Verlag, 304 Seiten, € 21,95 **
SHERWOOD ANDERSON: Winesburg, Ohio
Eine Reihe von Erzählungen aus dem Kleinstadtleben Ohios
Neu übersetzt von Mirco Bonné.
Verlag Schöffling & Co., 311 Seiten, € 22,95*
Ein Reporter, eine Kleinstadt, groteske Figuren und jede Menge Geschichten. „Es geht darum, dass jeder auf der Welt Christus ist – und alle gekreuzigt werden.“ Von Hemingway bis Philipp Roth hat Sherwood Anderson Schriftsteller begeistert und beeinflusst. Jetzt erscheint das Werk gleich zweimal neu - bei Schöffling übersetzt und kommentiert von Mirko Bonné und bei Manesse übersetzt von Eike Schönfeld und kommentiert von Daniel Kehlmann.
3. Charles Dickens: "Große Erwartungen" 41
(-) Roman. Aus dem Englischen übersetzt von Melanie Walz. Punkte
Carl Hanser Verlag, 832 Seiten, € 34,90
Pip liebt die schöne und ziemlich anspruchsvolle Estella. Doch dem angehenden Schmied fehlen Geld und Stil. Dann kommt ein unbekannter Gönner und beschließt, Pip zum wahren Gentleman zu machen. - Der reifste und versponnenste aller Dickens-Romane – neu übersetzt von Melanie Walz pünktlich zum 200. Geburtstag am 7. Februar.
4. NORA BOSSONG: Sommer vor den Mauern
(-) Gedichte. Carl Hanser Verlag, 96 Seiten, € 14,90**
Liebesgedichte, Heimatgedichte, Naturlyrik – Nora Bossong unternimmt poetische Reisen von Worpswede über Assisi bis zur Wallstreet, quer durch Zeit und Raum. Für ihren zweiten Gedichtband hat die junge Lyrikerin vom SWR und dem Land Baden-Württemberg den Peter Huchel-Preis 2012 zugesprochen bekommen.
5. STEWART O´NAN : Emily, allein
(-) Roman. Aus dem Englischen von Thomas Gunkel.
Rowohlt Verlag, 380 Seiten, € 19,95*
Emily Maxwell ist 80. Sie wohnt in Pittsburgh, die Kinder sind aus dem Haus und ihr Leben ist ziemlich leer. Dann bricht die Schwägerin zusammen – und Emily wagt ein neues Leben. Kleine Schritte, begleitet von großen Gefühlen. Stewart O’Nans Fangemeinde wird auch mit diesem Buch weiter wachsen. Diesem Autor lernt man zu glauben, egal, worüber er schreibt.
6. NICHOLSON BAKER: Haus der Löcher
(-) Roman. Aus dem Englischen von Eike Schönfeld.
Rowohlt Verlag, 320 Seiten, € 19,95*
Der englische Literaturwissenschaftler Nicholson Baker lässt seinen sexuellen Obsessionen gerne freien Lauf – nach „Vox“ und „Fermate“ hat er jetzt zum dritten Mal zugeschlagen: „Sie wurde in einen Wusch von Flaumigkeit gesogen, und dann landete sie und kondensierte, und vor ihr im Gras war ein Schild: ‚Willkommen im Haus der Löcher‘“.
7. WOLFGANG HERRNDORF: Sand
(5.) Roman. Rowohlt.Berlin Verlag, 480 Seiten, € 19,95**
Wolfgang Herrndorf schickt seinen Helden in die Wüste. Er verliert sein Gedächtnis – und findet nichts Besseres als den Tod. Seinen Weg kreuzen ermordete Europäer, rätselhafte Schmuggler und Menschen, die zu allem bereit sind, nur nicht zur Hilfe.
8. SHERKO FATAH: Ein weißes Land
(-) Roman. Luchterhand Literaturverlag, 480 Seiten, € 21,99**
Bagdad in den 30er Jahren – Anwar träumt vom Reisen, von schönen Häusern und von Mirjam – doch dann muss er 1941 mit dem Großmufti von Jerusalem nach Berlin. Der in 1964 in Ost-Berlin geborene Kurde Sherko Fatah verknüpft Abenteuer- und Entwicklungsroman vor einem weltumspannenden Panorama.
9. JULIAN BARNES: Vom Ende einer Geschichte
(1.) Roman. Aus dem Englischen von Gertraude Krueger.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 182 Seiten, € 18,99*
Die Helden sind heillos verkopft, jung, beste Freunde. Zumindest bis Veronica kommt. Tony verzweifelt an ihr und Adrian kriegt sie. Aber er stirbt, und Tony merkt schmerzhaft: Er hat nichts kapiert. Julian Barnes berichtet von den Brüchen und der darunterliegenden dunklen Seite der Jugend – Für die Novelle hat er gerade den Man Booker-Prize bekommen.
10. ILJA ILF/ JEWGENI PETROW: Das eingeschossige Amerika
(9.-10.) Eine Reiseerzählung
Aus dem Russischen von Helmut Ettinger.
Eichborn Verlag, 2 Bände, 700 Seiten, € 65,00**
In Amerika gibt es mehr als Wolkenkratzer. Das entdeckten die russischen Satiriker Ilja Ilf und Jewgeni Petrow 1935. Im grauen Ford T legten sie 16.000 Kilometer durch die USA zurück, trafen Hemingway, besuchten Indianer und schrieben im Gestus der Verblüffung etwas, was man heute Blog nennen würde.
Persönliche Empfehlung im Februar von Lothar Müller (Berlin):
ENDRE ADY: Gib mir deine Augen
Gedichte. Ungarisch / Deutsch
Übertragen und herausgegeben von Wilhelm Droste.
Arco Verlag, 286 Seiten, € 26,00
"Ferne Sprache, nahes Land: das ist Ungarn für uns. Jetzt gibt es eine schöne zweisprachige Ausgabe zum Werk des Dichters Endre Ady (1877-1919).
Die Gedichte sind irgendwo zwischen der ungarischen Ebene, Budapest und Paris angesiedelt. Manchmal werden darin die Stoßseufzer ‚Ich kenne dieses wüste Feld / Die ungarische Öde‘ durch Liebeslieder ausbalanciert ‚Mein Wagen fliege, ihr neuen Frauen, / Die Februarsonne strahlt...‘. Und man erfährt, was der Ungar sagt, wenn er am Boden ist: ‚Ist der Ungar am Boden, dann sagt er: / Das wollte ich so‘“
(Lothar Müller)
*** (vermutlich) schwierigere Lektüre
** (vermutlich) mittelschwere Lektüre
* (vermutlich) leichtere Lektüre
Letzte Änderung am: 31.01.2012, 08.55 Uhr