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Februar 2010
Die unten aufgeführten 30 Literaturkritikerinnen und -kritiker nennen monatlich - in freier Auswahl - vier Buch-Neuerscheinungen, denen sie „möglichst viele Leser und Leserinnen“ wünschen, und geben ihnen Punkte (15, 10, 6, 3). Die Addition ergab für den Februar folgendes Resultat (in Klammern die Position der Januar-Bestenliste):
1. | LEONID DOBYČIN: Die Stadt N. | 117 |
(-) | Roman. Aus dem Russischen von Peter Urban. | Punkte |
| Friedenauer Presse, 230 Seiten, € 22,50** |
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| Ein Meisterwerk der russischen Literatur: 1935 erschienen, ein Jahr vor dem Tod seines Verfassers. Ein Roman, der davon erzählt, worauf der Sozialismus keine Antworten hatte: das Spießertum einer Kleinstadt, das Erwachen der Sexualität. |
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2. | THOMAS BERNHARD/ SIEGFRIED UNSELD: Der Briefwechsel | 98 |
(4.) | Suhrkamp Verlag, 869 Seiten, € 39,80** | Punkte |
| Der Verleger und sein Autor: eine Berufsbeziehung als Beziehungsdrama um Anerkennung, die sich in Geld misst, um große Literatur, die einiges mit Größenwahn zu tun hat. |
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3. | ALISSA WALSER: Am Anfang war die Nacht Musik | 91 |
(-) | Roman. Piper Verlag, 256 Seiten, € 19,95** | Punkte |
| Wunderheiler, Magnetiseur, Wissenschaftler oder Scharlatan?- Franz Anton Mesmer war im Wien des 18. Jahrhunderts berühmt und berüchtigt. Er bekommt eine prominente Patientin: die Tochter von Hofrat Paradis, Pianistin, Sängerin und seit einem tragischen Erlebnis in der Kindheit vollständig erblindet. |
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4. | ULRICH RAULFF: Kreis ohne Meister | 83 |
(9.) | Stefan Georges Nachleben. Eine abgründige Geschichte | Punkte |
| Verlag C. H. Beck, 544 Seiten, € 29,90** |
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| Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, hat seinen Blick auf das Nachleben Georges gerichtet. Auf die Zeit nach 1933. Der Meister ist tot. Der Kreis zerfällt. Die jüdischen Mitglieder müssen ins Exil, andere schließen sich den Nazis an. |
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5. | ULRIKE DRAESNER: Vorliebe | 30 |
(-) | Roman. Luchterhand Literaturverlag, 320 Seiten, € 19,95*** | Punkte |
| Harriet liebt Mathematik und ihre wohlgeordnete Familie. Doch dann fährt ihr Freund zufällig Peter an, die Jugendliebe. Plötzlich verschieben sich die Bahnen, die Konstellationen. Gleichungen gehen nicht mehr auf. - Liebe in den Zeiten der Zahlen. |
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6.-7. | ADAM HASLETT: Union Atlantic | 25 |
(-) | Roman. Aus dem Englischen von Uda Strätling. | Punkte |
| Rowohlt Verlag, 400 Seiten, € 19,90* |
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| Boston 2002 statt Wall Street 2008: Die Katastrophe ist die gleiche. Ihr Unheld: Doug Fanning, Investmentbanker, clever, gutaussehend und vor allem skrupellos und risikobereit. Er baut eine Protzvilla, die so leer ist wie sein Inneres. Und er scheint nur einen Gegner zu haben: die Nachbarin. Altreich trifft neureich. |
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| JANET MALCOLM: Tschechow lesen | 25 |
(-) | Eine literarische Reise | Punkte |
| Aus dem Amerikanischen von Anna und Henning Ritter. |
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| Berlin Verlag, 208 Seiten, € 19,90** |
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| Mit Tschechow reisen - nach Petersburg, Jalta, Moskau. Zuerst verschwindet der Koffer, dann ist die Wirklichkeit unerwartet schäbig, ganz anders als in den Büchern. Aber vielleicht ist dieser Verlust genau der Schlüssel zur literarischen Welt Tschechows? |
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8. | KRISTOF MAGNUSSON: Das war ich nicht | 24 |
(-) | Roman. Kunstmann Verlag, 288 Seiten, € 19,90** | Punkte |
| Ein Bestsellerautor in der Schreibkrise, seine Übersetzerin, die davon lebt, dass das nächste Buch erscheint, und ein Investmentbanker, der mit ganz kleinen Betrügereien beginnt. Und dann begegnen sie sich alle in Chicago... |
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9. | ALEXANDER PUSCHKIN: Eugen Onegin | 18 |
(-) | Ein Versroman von Alexander Puschkin | Punkte |
| Aus dem Russischen von Sabine Baumann. Vorwort, Einleitung und Kommentar von Vladimir Nabokov. |
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| Stroemfeld Verlag, 2 Bände, 1632 Seiten, € 98,00*** |
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| Das Großwerk der russischen Literatur mit dem enzyklopädischen Kommentar des ebenfalls großen Vladimir Nabokov, der Eugen Onegin ins Englische übersetzt hat - das Ergebnis einer lebenslangen Auseinandersetzung. |
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10. | ALAN PAULS: Die Vergangenheit | 16 |
(-) | Roman. Aus dem Spanischen von Christian Hansen. | Punkte |
| Klett-Cotta Verlag, 640 Seiten, € 24,90* |
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| Buenos Aires in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts: Rimini und Sofia haben sich getrennt. Eine Befreiung. Rimini lernt eine jüngere Frau kennen. Aber dann kehrt Sofia zurück. Der Beginn eines erregenden Alptraums. |
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| Persönliche Empfehlung im Februar von Hubert Spiegel (Frankfurt): | |
| JOHANN FRIEDRICH NAUMANN: Die Vögel Mitteleuropas | |
| Eine Auswahl. Herausgegeben mit einem Essay von Arnulf Conradi. | |
| Eichborn Verlag, 520 Seiten, € 79,00 | |
| "Es ist eines der schönsten Bücher der letzten Jahre, und es erinnert an ein vergessenes deutsches Genie, wie sein Herausgeber ohne Übertreibung im Vorwort schreibt. Johann Friedrich Naumann zählt zu den exemplarischen Forscherfiguren des neunzehnten Jahrhunderts, und Arnulf Conradi hat für den Band „Die Vögel Mitteleuropas“ eine exemplarische Auswahl aus dem Werk des Begründers der deutschen Vogelkunde getroffen, die sowohl den Forscher wie auch seinen gefiederten Gegenstand aufs Schönste würdigt."(Hubert Spiegel) | |
*** (vermutlich) schwierigere Lektüre
** (vermutlich) mittelschwere Lektüre
* (vermutlich) leichtere Lektüre
Diskussionssendung zur „Bestenliste“ im Hörfunk:
SWR2 Literatur
Dienstag, 2. Februar um 22.05 Uhr
über Bücher der Februar-Bestenliste diskutieren
Ursula März, Caroline Neubaur, Hubert Winkels; Moderation: Helmut Böttiger
Literatur im Fernsehen:
Freitag, 5. Februar um Mitternacht im SWR Fernsehen
Wiederholung am Sonntag, 7. Februar um 10.15 Uhr in 3sat
„Literatur im Foyer“ mit Felicitas von Lovenberg
Gäste: Alissa Walser und Arno Geiger
Freitag, 19. Februar um Mitternacht im SWR Fernsehen
Wiederholung am Sonntag, 21. Februar um 10.15 Uhr in 3sat
„Literatur im Foyer“ mit Felicitas von Lovenberg
Gäste: Clemens Meyer und Moritz Rinke
Freitag, 26. Februar um Mitternacht im SWR Fernsehen
"Literatur im Foyer" mit Thea Dorn
„Das Böse nebenan“
Gäste: Gisela Friedrichsen und Heidi Kastner
http://www.SWR.de/bestenliste
Letzte Änderung am: 27.01.2010, 15.55 Uhr
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