Bestenliste

BestenlisteGruppenfoto vom Kritikertreffen in  Baden-BadenFebruar 2010

30 Literaturkritiker und -kritikerinnen nennen monatlich - in freier Auswahl - vier Buch-Neuerscheinungen, denen sie "möglichst viele Leser und Leserinnen" wünschen, und geben ihnen Punkte (15,10,6,3).

Die Addition ergab für Februar 2010 folgendes Resultat (in Klammern die Position der Januar-Bestenliste):

Platz 1 (-) 117 Punkte LEONID DOBYČIN: Die Stadt N.

Friedenauer Presse
Mittelschwere Lektüre
Ein Meisterwerk der russischen Literatur: 1935 erschienen, ein Jahr vor dem Tod seines Verfassers. Ein Roman, der davon erzählt, worauf der Sozialismus keine Antworten hatte: das Spießertum einer Kleinstadt, das Erwachen der Sexualität [mehr zu: LEONID DOBYČIN: Die Stadt N.]

Platz 2 (4) 98 Punkte THOMAS BERNHARD/ SIEGFRIED UNSELD: Der Briefwechsel

Suhrkamp Verlag
Mittelschwere Lektüre
Der Verleger und sein Autor: eine Berufsbeziehung als Beziehungsdrama um Anerkennung, die sich in Geld misst, um große Literatur, die einiges mit Größenwahn zu tun hat. [mehr zu: THOMAS BERNHARD/ SIEGFRIED UNSELD: Der Briefwechsel]

Platz 3 (-) 91 Punkte ALISSA WALSER: Am Anfang war die Nacht Musik

Piper Verlag
Mittelschwere Lektüre
Wunderheiler, Magnetiseur, Wissenschaftler oder Scharlatan?- Franz Anton Mesmer war im Wien des 18. Jahrhunderts berühmt und berüchtigt. Er bekommt eine prominente Patientin: die Tochter von Hofrat Paradis, Pianistin, Sängerin und seit einem tragischen Erlebnis in der Kindheit vollständig erblindet. [mehr zu: ALISSA WALSER: Am Anfang war die Nacht Musik]

Platz 4 (9) 83 Punkte ULRICH RAULFF: Kreis ohne Meister

Verlag C. H. Beck
Leichtere Lektüre
Ein Meisterwerk! jubelt die Presse. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, hat seinen Blick auf das Nachleben Georges gerichtet. Auf die Zeit nach 1933. Der Kreis zerfällt. Die jüdischen Mitglieder müssen ins Exil, andere schließen sich den Nazis an. Und dann nach 1945: Interessiert sich dann noch jemand für George? [mehr zu: ULRICH RAULFF: Kreis ohne Meister]

Platz 5 (-) 30 Punkte ULRIKE DRAESNER: Vorliebe

Luchterhand Literaturverlag
Schwierigere Lektüre
Harriet liebt Mathematik und ihre wohlgeordnete Familie. Doch dann fährt ihr Freund zufällig Peter an, die Jugendliebe. Plötzlich verschieben sich die Bahnen, die Konstellationen. Gleichungen gehen nicht mehr auf. - Liebe in den Zeiten der Zahlen. [mehr zu: ULRIKE DRAESNER: Vorliebe]

Platz 6-7 (-) 25 Punkte ADAM HASLETT: Union Atlantic

Rowohlt Verlag
Schwierigere Lektüre
Boston 2002 statt Wall Street 2008: Die Katastrophe ist die gleiche. Ihr Unheld: Doug Fanning, Investmentbanker, clever, gutaussehend und vor allem skrupellos und risikobereit. Er baut eine Protzvilla, die so leer ist wie sein Inneres. Und er scheint nur einen Gegner zu haben: die Nachbarin. Altreich trifft neureich. [mehr zu: ADAM HASLETT: Union Atlantic]

Platz 6-7 (-) 25 Punkte JANET MALCOLM: Tschechow lesen

Berlin Verlag
Mittelschwere Lektüre
Mit Tschechow reisen - nach Petersburg, Jalta, Moskau. Zuerst verschwindet der Koffer, dann ist die Wirklichkeit unerwartet schäbig, ganz anders als in den Büchern. Aber vielleicht ist dieser Verlust genau der Schlüssel zur literarischen Welt Tschechows? [mehr zu: JANET MALCOLM: Tschechow lesen]

Platz 8 (-) 24 Punkte KRISTOF MAGNUSSON: Das war ich nicht

Kunstmann Verlag
Mittelschwere Lektüre
Ein Bestsellerautor in der Schreibkrise, seine Übersetzerin, die davon lebt, dass das nächste Buch erscheint, und ein Investmentbanker, der mit ganz kleinen Betrügereien beginnt. Und dann begegnen sie sich alle in Chicago... [mehr zu: KRISTOF MAGNUSSON: Das war ich nicht]

Platz 9 (-) 18 Punkte ALEXANDER PUSCHKIN: Eugen Onegin

Stroemfeld Verlag
Schwierigere Lektüre
Das Großwerk der russischen Literatur mit dem enzyklopädischen Kommentar des ebenfalls großen Vladimir Nabokov, der Eugen Onegin ins Englische übersetzt hat - das Ergebnis einer lebenslangen Auseinandersetzung. [mehr zu: ALEXANDER PUSCHKIN: Eugen Onegin]

Platz 10 (-) 16 Punkte ALAN PAULS: Die Vergangenheit

Klett-Cotta Verlag
Leichtere Lektüre
Buenos Aires in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts: Rimini und Sofia haben sich getrennt. Eine Befreiung. Rimini lernt eine jüngere Frau kennen. Aber dann kehrt Sofia zurück. Der Beginn eines erregenden Alptraums. [mehr zu: ALAN PAULS: Die Vergangenheit]

Persönliche Empfehlung im Februar von Hubert Spiegel (Frankfurt): JOHANN FRIEDRICH NAUMANN: Die Vögel MitteleuropasHubert Spiegel

Eichborn Verlag
"Es ist eines der schönsten Bücher der letzten Jahre, und es erinnert an ein vergessenes deutsches Genie, wie sein Herausgeber ohne Übertreibung im Vorwort schreibt. Johann Friedrich Naumann zählt zu den exemplarischen Forscherfiguren des neunzehnten Jahrhunderts, und Arnulf Conradi hat für den Band „Die Vögel Mitteleuropas“ eine exemplarische Auswahl aus dem Werk des Begründers der deutschen Vogelkunde getroffen, die sowohl den Forscher wie auch seinen gefiederten Gegenstand aufs Schönste würdigt."(Hubert Spiegel) [mehr zu: von Hubert Spiegel (Frankfurt): JOHANN FRIEDRICH NAUMANN: Die Vögel Mitteleuropas]

Preis der SWR-Bestenliste 2009Porträt Kathrin Schmidt (Foto: Susanne Schleyer)Gewinnerin 2009

Die Schriftstellerin Kathrin Schmidt erhält 2009 den mit 10.000 Euro dotierten "Preis der SWR-Bestenliste" [mehr zu: Gewinnerin 2009]

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