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Die ersten Fahrräder hatten noch keine Pedale. Wie man dennoch auf ihnen fahren konnte, hat uns Karl Drais schon vor fast 200 Jahren vorgeführt. Der junge Förster aus Karlsruhe erfand 1817 die erste "Laufmaschine" und den Vorläufer des Fahrrads.
Dass die "Laufmaschine", nach ihrem Erfinder "Draisine" genannt, noch längst nicht aus der Mode gekommen ist, beweist Walter Werner. Ein halbes Jahr lang will der 52-jährige Österreicher auf seiner Draisine von Karlsruhe durch Europa bis zum Schwarzen Meer touren.

So könnte Karl von Drais ausgesehen haben
Die Idee, eine "Fahrmaschine ohne Pferde" zu entwickeln, kam dem Förster Karl Drais 1813. Er baute eine vierrädrige Maschine, die nur durch menschliche Muskelkraft angetrieben wurde. Zunächst belächelt, präsentierte der Erfinder vier Jahre später, 1817, den Vorläufers unseres heutigen Fahrrads: das Zweirad.
Seine "Laufmaschine" wurde schon bald als Sensation gefeiert. In England und Amerika fuhren bereits 1819 die ersten Menschen auf einem Zweirad. Als jedoch nach fünf Jahren sein Patent nicht verlängert wurde, erhielt Karl Drais keinen Cent mehr für seine Erfindung. Er starb 1851 verarmt in Karlsruhe.
Die Draisine ist nicht die einzige Erfindung des Karlsruhers. Er entwickelte außerdem eine 16-tastige Schnellschreibmaschine und einen Klavierrekorder, der auf Papierband Tastendrücke aufzeichnete.

Bestauntes Museumsobjekt: Draisine aus dem 19. Jahrhundert
Alljährlich findet Ende April in Karlsruhe anlässlich des Geburtstags des berühmten "Sohnes" die traditionelle Freiherr-von-Drais-Tour statt. Wem das mühselige Fahren auf der Draisine zu anstrengend ist, probiert es erst gar nicht, sondern steigt gleich auf sein Fahrrad.
Auch außerhalb Karlsruhes trifft die "Laufmaschine" bei Liebhabern auf reges Interesse. So bauen viele Hobbybastler ihre eigenen Draisinen in Miniatur- oder gleich in Originalgröße nach.
Autorin: Christine Greiner
Letzte Änderung am: 09.06.2005, 15.48 Uhr