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Dichter, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur, Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (39.)

Schelmischer Bühnenphilosoph

Deutschlands geistreichster Wortclown

Eine kleine Bühne mit einem Klavier. Ein schmächtiger Mann, der mit feiner, verschmitzt klingender Stimme eigene Lieder und Texte vorträgt. So hatte es im Jahre 1949 in Mainz begonnen. Und war für immer mehr Menschen so anziehend, dass die Säle, in denen Hanns Dieter Hüsch auftrat, größer und größer wurden.
Ein typischer „Hüsch – Stil“ bildete sich nach und nach heraus: Genaue und liebevolle Alltagsbeobachtungen, dazu satirisch verpackte Stellungnahmen zu politischen Zuständen. Mit der Zeit kamen über 70 Kabarettprogramme zustande, in denen Hüsch sich später von politischen Statements abwandte. Er eroberte sein Publikum auch als Moderator, Schauspieler, Regisseur, Stückeschreiber, Tele-Reiseleiter, Synchronsprecher und Buchautor für Kinder und Erwachsene. Jedes Jahrzehnt seit den 50er Jahren hatte „seinen“ Hüsch. Er schuf sich immer wieder skurrile Figuren, die „Hagenbuch“ oder „Ditz Atrops“ hießen. Er beschrieb sie oder schlüpfte in ihre Haut und sprach mit ihren Stimmen. Hüsch lebte mehr als 40 Jahre in Mainz, stand in enger Verbindung zur Szene um das Forumtheater „Unterhaus“. Seiner Wahlheimat schenkte er ein Lied, das mit den Zeilen beginnt: „Ach, wie lieb ich diese Stadt!“


Lebenslauf
6. Mai 1925Geboren in Moers
1939Fuß–Operationen wegen Missbildung (Lebenslange Behinderung)
Bis 1945Keine Einberufung zur Wehrmacht wegen Gehbehinderung
1951wohnt in Mainz. Heirat mit Marianne, geb. Lüttgenau. Geburt der Tochter Anna.
1969 bis 1972Viele Schweiz-Aufenthalte, auch weil er sich mit der politischen Linken in Deutschland überwirft.
1985Tod von Marianne Hüsch
1988Umzug nach Köln
1991Zweite Heirat mit Christiane Rasche-Hüsch
Ende 90er Jahre Krebskrankheit, Genesung
2001Schlaganfall
6. Dezember 2005Gestorben in Windeck – Werfen / Nordrhein-Westfalen

Meilensteine
1949Erstes Soloprogramm als Kabarettist
1956 Gründung des Kabaretts „Arche Nova“ in Mainz. Es entstehen kleine Hörfunkserien.
1960 bis 1969Durchbruch als Solokabarettist mit ausdrücklich politischem Engagement
ab 1970 Seine Bekanntheit steigt. Fernsehserien beispielweise "H.D. Hüschs Gesellschaftsabend" werden ausgestrahlt.
2000Abschiedstournee

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Hanns Dieter Hüsch schon vor seinem ersten Soloauftritt 1949 als Kabarettist bei dem Mainzer Studentenkabarett „Die Tol(l)eranten“ mitwirkte? Diese Kabarettformation gründete er 1956

dass...
Hanns Dieter Hüsch seine erste Ehefrau Marianne in seinen „Frieda-Geschichten“ literarisch verewigte, die im damaligen SWF gesendet wurden?

dass...
Hanns Dieter Hüsch davon träumte, Shakespeares „Lear“ zu spielen? Das Schauspiel Dresden hätte ihm diese Rolle auch überlassen, aber sein Gesundheitszustand ließ es nicht
mehr zu.


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Hanns Dieter Hüsch

  • Deutsches Kabarettarchiv
    Neue Universitätsstrasse 2, Mainz


    Dort sind Leben und Werk Hüschs dokumentiert. Außerdem steht hier eine im Mai 2007 enthüllte Büste von Hanns Dieter Hüsch, geschaffen von dem Bildhauer Eberhard Linke. Der Leiter des Kabarettarchivs, Jürgen Kessler, war zudem lange Jahre Hüschs Manager und Berater.
    Stern für Hanns Dieter Hüsch auf dem Walk of Fame des Kabaretts. Dieser Weg befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kabarett-Archivs.

     
  • Forum-Theater „Unterhaus“

    Mainz

    Hier trat Hüsch oft auf und erhielt zweimal den
    Deutschen Kleinkunstpreis, - die „Unterhausglocke“


Kandidaten mit Bezug zu Hanns Dieter Hüsch

Links

Buchtipps:

Autor: Hüsch, Hanns Dieter
Titel: Zugabe. Unveröffentlichte Texte aus 5 Jahrzehnten.
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum: 2006
ISBN: 978-3-462-03539-1
Preis: 15 €
___________

Autor: Hüsch, Hanns Dieter
Titel: Frieda auf Erden.
Verlag: TVD
Erscheinungsdatum: 2005
ISBN: 978-3-926512-69-7
Preis: 11,70 €

Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.47 Uhr