Wundertenor aus der Westpfalz
Eine weltweit strahlende Stimme
Als musikalischer Startpunkt für das Tenorwunder Wunderlich war Kusel im Musikantenland sicher gut geeignet. Viele Landsmannschaften hatten hier in der Westpfalz schon ihre Klangfarben angemischt; Sachsen, Böhmen, Tiroler und Schweizer hier musiziert. Und die Pfälzer Musiker, die ihrerseits in der Welt „auf Tour“ waren, hatten zusätzlich noch viel Musik mitgebracht.
Wunderlich studierte in Freiburg Horn und Gesang. Nebenbei machte er Tanzmusik, um die Ausbildung zu finanzieren. Schnelle Erfolge bei kleineren Opernaufführungen ließen das Pendel in Richtung „Gesang“ ausschlagen. Als der Sänger mit der metallisch-klaren, aber auch lyrisch-weichen Stimme 1955 an der Staatsoper in Stuttgart einsprang, wurde er quasi über Nacht zum Star. Schnell war er Ensemblemitglied an der Bayerischen Staatsoper München und an der Wiener Staatsoper. Er machte Schallplattenaufnahmen mit den großen Musikern seiner Zeit. Wunderlich stand kurz davor, die Bühne der Metropolitan Opera in New York zu betreten. Da starb er 1966 an den Folgen eines Sturzes, eine Woche vor seinem 36-sten Geburtstag. In Heimwehstimmung hat der junge Sänger einmal das „Kusellied“ geschrieben, als musikalische Hommage an seine Heimatstadt.
| Lebenslauf | |
| 26. September 1930 | Geboren in Kusel |
| 1935 | Der Vater stirbt durch Selbstmord. |
| 1950 | Umzug von der Pfalz nach Freiburg |
| 1956 | Heirat mit der Stuttgarter Harfenistin Eva Jungnitsch |
| 1957 bis 1964 | Die Kinder Constanze, Wolfgang und Barbara werden geboren. Familie wohnt in Stuttgart und später in München. |
| 17. September 1966 | Gestorben in Heidelberg |
| Meilensteine | |
| 1950 bis 1955 | Gesangsunterricht an der Musikhochschule Freiburg |
| 1955 | Erstes Engagement bei der Staatsoper Stuttgart |
| 1960 | Ensemblemitglied der Staatsoper München |
| 1963 | Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper; Wunderlich singt neben Opern mit Erfolg mehr Lieder. |
| 1966 | Geplanter Auftritt an der Metropolitan Opera |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Fritz Wunderlich neben dem Waldhorn auch Klavier und Akkordeon spielen konnte?
Er war ein sehr guter Hornist und spielte die Mozartschen Hornkonzerte besonders gern.
dass...
...man Fritz Wunderlichs Stimme auf einer Platte unter dem Namen „Werner S. Braun“ hören kann? Wunderlich griff zum Pseudonym „Werner S. Braun“, weil er bei einer anderen Plattenfirma unter Vertrag stand und es nicht bekannt werden sollte, dass er bei der Aufnahme mitsang.
dass...
Fritz Wunderlich mit dem Sängerkollegen Hermann Prey befreundet war?
Wunderlich stand oft mit ihm auf der Bühne und besprach mit ihm auch persönliche Dinge.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Fritz Wunderlich
Links
Buchtipp:
Autor: Pfister, Werner
Titel: Fritz Wunderlich (mit Audio CD)
Verlag: Schott Mainz
Erscheinungsdatum: 2005
ISBN: 978-3-7957-0536-7
Preis: 29,95 €
Letzte Änderung am: 14.08.2007, 08.42 Uhr