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Politiker mit menschlichen Zielen
Der gute Mensch von Kirn
Er hat sich immer die Sorgen und Nöte seiner Mitbürger zu eigen gemacht. Nichts war ihm zuviel, wenn er jemandem helfen konnte. Voller Hingabe widmete er sich seinen politischen Pflichten. Bei der Trauerfeier zu seinem Begräbnis sagte Willi Brandt „Wären alle hier, denen er geholfen hat, diese Stadt könnte sie an Zahl kaum in ihren Mauern beherbergen.“
Bisweilen war er als Politiker durchaus unbequem, denn er wusste, was er wollte. Zu seinen politischen Zielen gehörte der Frieden zwischen Ost und West, die europäische Einigung und vor allem die weltweite Abrüstung. Trotz der großen Ziele war er besonders mit seiner rheinland-pfälzischen Heimat verbunden. Er kämpfte zeitlebens, um ein menschliches Gesicht der Politik. „Lem“, wie ihn seine Freunde nannten, hielt eigens Sprechstunden in Kirn ab, um den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in der Region nahe zu sein. Schutz vor Fluglärm, mehr Arbeitsplätze für strukturschwache Regionen und bessere Verkehrsverbindungen, für alles setzte er sich persönlich mit Rat und Tat ein. Diese Bürgernähe machte ihn zu einem Politiker, der auch von politischen Gegnern respektiert wird und der selbst dreißig Jahre nach seinem Tod unvergessen ist.
| Lebenslauf | |
| 7. Oktober 1920 | Geboren in Kirn |
| 1930 bis 1933 | Kaufmännische Ausbildung |
| Bis 1939 | Angestellter bei den Kirner Hartsteinwerken |
| 1939 bis 1945 | Frontsoldat |
| 1945 bis 1948 | Arbeit in einem Sägewerk |
| 1953 bis 1957 | Ausbildung zum Verwaltungsfachmann |
| 18. November 1977 | Gestorben in Hamburg überraschend während des SPD-Bundesparteitages |
| Dröscher war evangelisch, verheiratet und hatte sechs Kinder Sein Sohn Peter Wilhelm Dröscher sitzt für die SPD im rheinland-pfälzischen Landtag |
| Meilensteine | |
| 1946 bis 1948 | Im Kirner Stadtrat für die KPD |
| 1. September 1949 | Wechsel zur SPD |
| 1949 bis 1967 | Amtsbürgermeister von Kirn-Land |
| 1955 bis 1957 | Rheinland-pfälzischer Landtag |
| 1957 bis 1971 | Bundestagsabgeordneter |
| 1965 bis 1971 | Europaparlament |
| 1971 bis 1975 | Oppositionsführer im rheinland-pfälzischen Landtag |
| Ab 1973 | Parteivorstand der SPD |
| Ende November 1977 | Nur eine Woche nach seinem Tod wurde zur Erinnerung an den guten Menschen von Kirn die Wilhelm-Dröscher-Stiftung gegründet. |
| 1982 | SPD stiftet den Wilhelm-Dröscher-Preis dotiert mit 15.000,- Euro |
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Wilhelm Dröscher
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Letzte Änderung am: 26.11.2007, 08.28 Uhr