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Politiker Dr. Carl Ludwig Wagner (95.)

Der eingewechselte Ministerpräsident

Freund der französischen Nachbarn

Demokrat - Patriot - Europäer - mit diesen Schlagworten wird der „unauffällige Herr in Grau" oft tituliert. Stets seriös und sachlich, ruhig und besonnen, hat der überzeugte Wahl-Trierer Carl-Ludwig Wagner seit Jahrzehnten eine große Leidenschaft: Europa. 1954, als Deutschland noch mit dem Wiederaufbau beschäftigt war und die deutsch-französische Aussöhnung Zukunftsmusik, verbrachte er ein Jahr seines Studiums in Montpellier. Von diesem Aufenthalt brachte er die Liebe zur französischen Küche mit sowie sein bis heute andauerndes Interesse an der deutsch-französischen Verständigung und der europäischen Integration. Nicht zufällig arbeitete Wagner anschließend zehn Jahre beim Europäischen Parlament in Luxemburg. Als er dann Oberbürgermeister von Trier wurde, ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Sehr erfolgreich war er auch als Finanzminister: Er stabilisierte den Haushalt, die Konjunktur zog an. Seine wohl schwierigste Aufgabe hatte er nach dem Sturz Bernhard Vogels als neuer Ministerpräsident: Die Partei war innerlich gespalten und viele sahen in ihm nur einen Übergangskandidaten. Der Landtagswahlsieg der SPD 1991 beendete Wagners politische Karriere. Für bundesweit negative Schlagzeilen sorgte er 1989: da bescheinigte er in einem SWF-Interview den Republikanern Koalitionsfähigkeit. Eine Äußerung, von der er sich später wieder distanzierte.


Lebenslauf
09. Januar 1930Carl-Ludwig Wagner kommt in Düsseldorf zur Welt. Sein Vater ist Leiter eines Verlages. Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht die Familie nach Trier.
1949Abitur in Trier
1951Eintritt in die CDU
1951 bis 1957Jurastudium in Mainz und Montpellier/Frankreich
FamilieWagner ist verheiratet und hat drei Kinder.

Meilensteine
1951Eintritt in die CDU
1959 bis 1969Arbeit beim Europäischen Parlament in Luxemburg
1969 bis 1976Mitglied des Deutschen Bundestags
1976 bis 1979Oberbürgermeister von Trier
1979 bis 1981Justizminister von Rheinland-Pfalz
1981 bis 1988Finanzminister von Rheinland-Pfalz
1988 bis 1991Fünfter Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz
1992 bis 1997Vorstandsvorsitzender der Thüringer Aufbaubank

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Wagner Vorsitzender des Vereins der Trierer Theaterfreunde ist? Er versäumt selten eine Premiere.

dass...
für ihn der Job des Trierer Oberbürgermeisters ein Traumjob war, er die schönste private Zeit aber in Luxemburg verbrachte? In Luxemburg kamen seine drei Kinder zur Welt. Wagner arbeitete dort zehn Jahre beim Europäischen Parlament.

dass...
er einmal kritische Plakate des Künstlers Klaus Staeck von den Wänden einer Ausstellung in Bonn riss? Am 30. März 1976 kommt es zum so genannten »Bonner Bildersturm«, als aufgebrachte Abgeordnete der CDU/CSU unter Führung des späteren Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger anlässlich einer Ausstellung von Staeck-Plakaten in der Parlamentarischen Gesellschaft in Bonn einige Plakate von den Wänden reißen. Daran war auch Carl-Ludwig Wagner beteiligt. In den Plakaten hatte sich Staeck kritisch mit der Politik auseinander gesetzt.


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Carl-Ludwig Wagner

  • Trier

    Trier-Ruwer: Langjähriger Wohnort

    Rathaus der Stadt Trier (Wagners Amtssitz als OB)
     
  • Mainz

    Staatskanzlei Rheinland Pfalz


Kandidaten mit Bezug zu Carl-Ludwig Wagner

  • Bernhard Vogel

    Er war Vorgänger Wagners im Amt des Mainzer Regierungschefs und langjähriger politischer Wegbegleiter. Die beiden hatten ein gutes Verhältnis. 1992 holte Bernhard Vogel Carl-Ludwig Wagner nach Thüringen, wo dieser die Thüringer Aufbaubank gründete. Vogel war zu dieser Zeit Ministerpräsident von Thüringen.

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Letzte Änderung am: 27.08.2007, 11.25 Uhr

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