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Der eingewechselte Ministerpräsident
Freund der französischen Nachbarn
Demokrat - Patriot - Europäer - mit diesen Schlagworten wird der „unauffällige Herr in Grau" oft tituliert. Stets seriös und sachlich, ruhig und besonnen, hat der überzeugte Wahl-Trierer Carl-Ludwig Wagner seit Jahrzehnten eine große Leidenschaft: Europa. 1954, als Deutschland noch mit dem Wiederaufbau beschäftigt war und die deutsch-französische Aussöhnung Zukunftsmusik, verbrachte er ein Jahr seines Studiums in Montpellier. Von diesem Aufenthalt brachte er die Liebe zur französischen Küche mit sowie sein bis heute andauerndes Interesse an der deutsch-französischen Verständigung und der europäischen Integration. Nicht zufällig arbeitete Wagner anschließend zehn Jahre beim Europäischen Parlament in Luxemburg. Als er dann Oberbürgermeister von Trier wurde, ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Sehr erfolgreich war er auch als Finanzminister: Er stabilisierte den Haushalt, die Konjunktur zog an. Seine wohl schwierigste Aufgabe hatte er nach dem Sturz Bernhard Vogels als neuer Ministerpräsident: Die Partei war innerlich gespalten und viele sahen in ihm nur einen Übergangskandidaten. Der Landtagswahlsieg der SPD 1991 beendete Wagners politische Karriere. Für bundesweit negative Schlagzeilen sorgte er 1989: da bescheinigte er in einem SWF-Interview den Republikanern Koalitionsfähigkeit. Eine Äußerung, von der er sich später wieder distanzierte.
| Lebenslauf | |
| 09. Januar 1930 | Carl-Ludwig Wagner kommt in Düsseldorf zur Welt. Sein Vater ist Leiter eines Verlages. Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht die Familie nach Trier. |
| 1949 | Abitur in Trier |
| 1951 | Eintritt in die CDU |
| 1951 bis 1957 | Jurastudium in Mainz und Montpellier/Frankreich |
| Familie | Wagner ist verheiratet und hat drei Kinder. |
| Meilensteine | |
| 1951 | Eintritt in die CDU |
| 1959 bis 1969 | Arbeit beim Europäischen Parlament in Luxemburg |
| 1969 bis 1976 | Mitglied des Deutschen Bundestags |
| 1976 bis 1979 | Oberbürgermeister von Trier |
| 1979 bis 1981 | Justizminister von Rheinland-Pfalz |
| 1981 bis 1988 | Finanzminister von Rheinland-Pfalz |
| 1988 bis 1991 | Fünfter Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz |
| 1992 bis 1997 | Vorstandsvorsitzender der Thüringer Aufbaubank |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Wagner Vorsitzender des Vereins der Trierer Theaterfreunde ist? Er versäumt selten eine Premiere.
dass...
für ihn der Job des Trierer Oberbürgermeisters ein Traumjob war, er die schönste private Zeit aber in Luxemburg verbrachte? In Luxemburg kamen seine drei Kinder zur Welt. Wagner arbeitete dort zehn Jahre beim Europäischen Parlament.
dass...
er einmal kritische Plakate des Künstlers Klaus Staeck von den Wänden einer Ausstellung in Bonn riss? Am 30. März 1976 kommt es zum so genannten »Bonner Bildersturm«, als aufgebrachte Abgeordnete der CDU/CSU unter Führung des späteren Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger anlässlich einer Ausstellung von Staeck-Plakaten in der Parlamentarischen Gesellschaft in Bonn einige Plakate von den Wänden reißen. Daran war auch Carl-Ludwig Wagner beteiligt. In den Plakaten hatte sich Staeck kritisch mit der Politik auseinander gesetzt.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Carl-Ludwig Wagner
Kandidaten mit Bezug zu Carl-Ludwig Wagner
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Letzte Änderung am: 27.08.2007, 11.25 Uhr