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Der französische Präsident mit europäischer Vision
Patriot mit deutsch-französischem Herz
„Mein Handeln war stets geprägt von der Idee, Deutsche und Franzosen zusammenzubringen. In dem sie mich zum Ehrenbürger machen, ist dieses Ziel für mich erreicht,“ sagt Valéry Giscard d’Estaing anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde von Koblenz im Oktober 2006. Der ehemalige französische Staatspräsident Giscard d´Estaing wurde 1926 in Koblenz geboren und stammt aus einer Familie, die über mehrere Generationen im französischen Staatsdienst arbeitete. Tradition und Fortschritt verbinden – diese Maxime zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben Giscard d’Estaings.
Zu Beginn seiner Amtszeit als Staatspräsident von Frankreich startet er ein Reformprogramm: Das Wahlalter wird von 21 auf 18 Jahren herabgesetzt und das Scheidungs- und Abtreibungsgesetz liberalisiert. Außenpolitisch kämpft Giscard d’Estaing für eine starkes Frankreich in einem europäischen Staatenbund. Helmut Schmidt, ein Freund und Weggefährte ist überzeugt, dass es ohne den Franzosen keinen Euro, keinen Rat der Regierungschefs und keinen Weltwirtschaftsgipfel geben würde. Valéry Giscard d’Estaing dagegen erklärt, dass ihm Veränderungen eigentlich widerstreben und er sie nur als Notwendigkeit duldet. Dennoch hat er es erstaunlicherweise geschafft, eine der größten politischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts mitzugestalten - die Einheit Europas.
| Lebenslauf | |
| 2. Februar 1926 | Geboren in Koblenz, nach wenigen Jahren Umzug nach Frankreich |
| vor 1944 | Nach dem Schulabschluss an der Lycée Louis-le-Grand in Paris beginnt er sein Studium an der Ecole Polytechnique. |
| 1944 | Giscard d’Estaing unterbricht sein Studium und nimmt als junger Soldat an dem Vormarsch Frankreichs nach Deutschland teil. |
| 1945 bis 1951 | Er beendet sein Studium und qualifiziert sich an der Ecolé nationale d’administration weiter. |
| 1952 | Valéry Giscard d’Estaing heiratet und beginnt seine berufliche Laufbahn in der Finanzinspektion. Er hat vier Kinder. |
| Meilensteine | |
| 1962 bis 1966 | Als jüngstes Kabinettsmitglied wird Giscard d’Estaing Minister im Finanzministerium. |
| 1966 | Nach Spaltung seiner Partei, der Republikaner, wird Giscard d’Estaing Führer der Républicains Indépendants. |
| 1966 bis 1969 | Wegen Meinungsverschiedenheiten mit General de Gaulle muss er seinen Platz für Michel Debré räumen. |
| 1969 | Valéry Giscard d’Estaing tritt wieder als Finanzminister diesmal in die Regierung Pompidous ein. |
| 1974 bis 1981 | Staatspräsident von Frankreich |
| 1981 | Im zweiten Wahlgang unterliegt Giscard d’Estaing dem Sozialisten Mitterand. |
| 2001 | Valéry Giscard d’Estaing wird Präsident des neu eingesetzten EU-Konvents. |
| Juni 2003 | Der EU Konvent legt unter Leitung Giscard d’Estaings den ersten Verfassungsentwurf vor |
| Mai 2003 | Valéry Giscard d’ Estaing erhält den Internationalen Karlspreis in Aachen für seine Verdienste um die europäische Einheit. |
| Mai 2006 | Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg Universität Mainz |
| Oktober 2006 | Koblenz verleiht Giscard d’Estaing die Ehrenbürgerschaft |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Valéry Giscard d’Estaing in seiner Biographie ein ganzes Kapital der Gesundheit von Staatsmännern widmete? Vor seinem Amtsantritt als Staatspräsident sah er sich mit einem schwer kranken Vorgänger - Georges Pompidou - konfrontiert, der seinen schlechten Gesundheitszustand in der Öffentlichkeit leugnete. Das hat ihn nachhaltig beeindruckt.
dass...
die vollständigen Unterlagen seiner Präsidentschaft 540 Meter Regale im französischen Staatsarchiv füllen?
dass...
er einen Nachmittag am Sofa sitzend um die Gesundheit Helmut Schmidts bangte?
Helmut Schmidt war bei einem Besuch im Elysee-Palast ohnmächtig geworden. Er hatte Probleme mit der Schilddrüse und musste sich später einer Operation unterziehen.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Valéry Giscard d' Estaing
Kandidaten mit Bezug zu Valéry Giscard d' Estaing
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Buchtipp:
Autor: Seggelke, Sabine
Titel: Der französische Präsident Valery Giscard d' Estaing und die Massenmedien
Verlag: Gardez! Verlag
Erscheinungsdatum: 2004
ISBN: 978-3-89796-125-8
Preis: 29,95 €
Letzte Änderung am: 15.08.2007, 08.55 Uhr