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Urgroßmutter der Frauenzeitschriften
Deutschlands erste Auflagen-Königin
Sophie von La Roche gilt als erste Frau Deutschlands, die einen Roman veröffentlichte und damit außerdem noch sehr erfolgreich war – die „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ erregte im gesamten deutschsprachigen Raum Aufsehen. Der jungen Generation des Sturm und Drang gefielen die Gefühlstiefe, die charakterliche Festigkeit, das menschenfreundliche, tolerante Verhalten und die sozialpolitische Verantwortung der Tugendheldin Sophie von Sternheim. Sophie von La Roche führte ein beinah ebenso aufregendes Leben wie ihre Romanfigur. Sie war schon als Heranwachsende wissbegierig, umfassend gebildet, freiheitsliebend und hatte einen Hang zum Abenteuer. Trotzdem sie erste Schritte zu einer Emanzipation unternahm, geschah dies unter dem Dach einer männerdominierten Gesellschaftsordnung. Als Herausgeberin der Zeitschrift „Pomona für Teutschlands Töchter“ versuchte sie einen bewussten Befreiungsschlag gegen die bereits existierenden Frauenzeitschriften, die allesamt von Männern kontrolliert wurden.
Zwei Liebesheiraten werden jedoch von ihrem Vater verhindert. Sie fügt sich, doch verzeiht dem Vater ihr Leben lang nicht. So stand sie sowohl in ihren Werken als auch privat im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und weiblicher Unterordnung.
| Lebenslauf | |
| 06. Dezember1730 | (Marie) Sophie wird als erstes von dreizehn Kindern des Arztes Georg Friedrich Gutermann in Kaufbeuren geboren. |
| 1750 | Sophie verlobt sich mit ihrer großen Liebe, dem Vetter und Romanautoren Christoph Martin Wieland |
| 1753 | Verlobung gelöst. Vernunftheirat mit Georg Michael von La Roche, Sekretär, Gesellschafter und Reisebegleiter des Grafen von Stadion |
| 1754 bis 1761 | Leben im Mainzer Stadtpalais des Grafen Stadion |
| 1780 bis 1786 | Im September 1780 verliert Sophies Mann als Folge einer Intrige sein Amt; die Familie verschlägt es nach Speyer. |
| 1788 | Georg Michael von La Roche stirbt. |
| 18. Februar1807 | Sophie stirbt in Offenbach. |
| Meilensteine | |
| 1771 | Briefroman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ Herausgeber: Christoph Martin Wieland |
| 1771 bis 1780 | Sophie führt mit großem Erfolg ihren literarischen Salon in Koblenz-Ehrenbreitstein. |
| 1783 bis 1784 | Sophie gibt die Zeitschrift „Pomona für Teutschlands Töchter“ heraus. |
| 1788 | Reiseberichte und –romane. |
| 1806 | Sophies letztes Werk, „Melusinens Sommerabende“ erscheint Herausgeber: Christoph Martin Wieland. |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Goethe als Schwiegersohn für Sophie nicht in Frage kam? „Dichter kommen mir nicht ins Haus!“ sagte sie.
dass...
Sophie als junges Mädchen auf Geheiß ihres Vaters keinen Lateinunterricht haben durfte? Latein galt damals als rein männliche Domäne.
dass...
Katharina die Große, Zarin von Russland, ein halbes Tausend von Sophies Frauenzeitschriften „Pomona für Teutschlands Töchter“ orderte?
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Sophie von La Roche
Kandidaten mit Bezug zu Sophie von La Roche
Berühmte Persönlichkeiten mit Bezug zu Sophie von La Roche
Links
Buchtipps:
Autor: Armin Strohmeyr
Titel: Sophie von La Roche
Verlag: Reclam Leipzig
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN-13: 978-3-379-00835-8
Preise: 19,90 €
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Autor: Renate Feyl
Titel: Die profanen Stunden des Glücks
Verlag: Heyne (Reihe Diana TB)
Erscheinungsjahr: 2002
ISBN-13: 978-3-453-15262-5
Preis: 9,00 €
Letzte Änderung am: 15.08.2007, 08.47 Uhr