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Sportler Rudolf Caracciola (63.)

Schnellster Rennfahrer der Vorkriegszeit

Mercedesstern und Silberpfeil

Das gab's schon einmal, lange vor der Schumi-Euphorie: eine Karratsch-Welle, - La Ola Caracciola! Die Erfolge des Autorennfahrers Rudolf Caracciola aus Remagen versetzten die Fans in einen wahren Fieberrausch. Ihr "Karratsch" dominierte in den Dreißigerjahren die Szene. Mit drei Europameistertiteln, 15 Grand-Prix-Siegen und 17 Weltrekorden war er der erfolgreichste deutsche Pilot der Vorkriegszeit und einer der besten der Welt. Caracciolas Leben verlief wie ein Bergrennen, mit allen Höhen und Tiefen. Es gleicht seiner Schilderung des Tausend-Meilen-Rennens von 1931, der Mille Miglia von Brescia über Rom und zurück: "Vorbei an Schluchten, durch scheußliche Serpentinen und Korkenzieherkurven und wieder auf schnurgeraden Landstraßen mit im Durchschnitt 170 Stundenkilometern". So ging's mit Karacho durch sein Rennfahrerdasein, das ihm neben Triumphen herbe Schicksalsschläge bescherte, wie den Lawinentod seiner ersten Frau oder den schweren Unfall von Monaco, in dessen Folge er mit einem verkürzten Bein zu leben hatte. Der Ausbruch des Krieges beendete seine Erfolgsserie. Unvergessen jedoch seine großen Siege, beispielsweise der 1927 bei der Einweihung des nagelneuen Nürburgrings, jenes "bärig schweren" Kurses, der seine "Heimstrecke" werden sollte. Caracciola fuhr allen davon: Der Mythos "Karratsch" war geboren.


Lebenslauf
30. Januar 1901Rudolf Caracciola wird in Remagen als jüngstes von vier Kindern des Hoteliers Maximilian Caracciola und dessen Ehefrau Mathilde geboren.
1926Heirat mit Charlotte Liesen, genannt "Charly"
1933Nach einem schweren Unfall in Monaco zieht das Ehepaar in die Schweiz nach Lugano-Ruvigliana. Tod der Frau bei einem Lawinenunglück
1937Heirat mit der Schwedin Alice Hoffmann-Trobeck, genannt "Baby"
1946Annahme der Schweizer Staatsbürgerschaft. Schwerer Unfall bei einem Comeback-Versuch in Indianapolis
1952Karriere-Ende nach Unfall bei Bern. Caracciola arbeitet als Repräsentant für Mercedes.
28. September 1959Caracciola stirbt in Kassel an den Folgen eines Leberleidens.

Meilensteine
1916Der 15-jährige erwirbt mit einer Sondererlaubnis den Führerschein.
1926Er gewinnt den ersten Großen Preis von Deutschland auf der Berliner AVUS auf Mercedes
1927Sieg im Eröffnungsrennen des neuen Nürburgrings
1931Er gewinnt als erster Nicht-Italiener die „Mille Miglia“ und schreibt Rennsportgeschichte
1935-1938Caracciola wird drei Mal Europameister (vergleichbar dem heutigen WM-Titel) auf Mercedes-Silberpfeil
1936Auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt stellt er einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord über zehn Meilen auf.
1939Caracciola erreicht als Erster mit einem Wagen der Drei-Liter-Klasse die Grenze von 400 Stundenkilometern.

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Rudolf Caracciola ein Nachfahre des alten neapolitanischen Grafengeschlechts der Caracciolo war? Ein Graf dieses Namens hatte zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges das Kommando auf der Festung Ehrenbreitstein über Koblenz

dass...
Caracciola, um die Geschwindigkeit in der Linkskehre "Karussell" des Nürburgrings nicht drosseln zu müssen, die Innenseite des Straßengrabens als eine Art Steilwand zu Hilfe nahm?

dass...
ein Lehrer dem Zögling Rudolf "hohe Intelligenz, aber wenig Interesse am Lernen" bescheinigte ?


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Rudolf Caracciola

  • Remagen

    Geburtshaus mit Hinweistafel
    Denkmal zum 100. Geburtstag
     
  • Nürburgring

    Eine legendäre Linkskurve in der Nordschleife ist zu Ehren anlässlich seines 100. Geburtstages in "Caracciola-Karussell" umbenannt worden.
    Gedenktafel für Rudolf Caracciola

Kandidaten mit Bezug zu Rudolf Caracciola

  • August Horch

    Der Autokonstrukteur baute die ersten Vier- und Sechszylinder-Motoren

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Letzte Änderung am: 15.08.2007, 08.45 Uhr

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