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Politiker Peter Altmeier (18.)

Prägendster „Landesvater“ von Rheinland-Pfalz

Bauherr eines neuen Landes 

Peter Altmeier war nicht der erste, aber der prägendste Ministerpräsident des neu entstandenen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Von 1947 bis 1969 war der CDU-Politiker Regierungschef. Er wusste: Das zerstörte Land im Westen brauchte Straßen, Brücken und Fabriken. Hunger und Armut waren Alltag. Altmeier wehrte sich, wenn die französischen Besatzer zu viel beschlagnahmten. Aber er suchte auch den Dialog. Für Altmeier war die Versöhnung mit Frankreich natürlicher Bestandteil der Europapolitik. Im Innern wirkte Altmeier katholisch-konservativ, im so genannten Schulstreit lehnte er die heute üblichen konfessionsübergreifenden Schulen ab. Das brachte ihm auch in der eigenen Partei Kritik ein. Die damals junge Politikergeneration um Helmut Kohl drängte Altmeier aus seinen Ämtern.
Bis dahin hatte der bekennende Koblenzer das aus unterschiedlichen Regionen zusammen gewürfelte Bundesland über die schwere Geburtsstunde hinaus gefestigt. Bei der so genannten Rittersturzkonferenz in Koblenz, bei der Ländervertreter über das Schicksal der Deutschen berieten, wirkte Altmeier 1948 als einer der Wegbereiter der Bundesrepublik. Er verhinderte gleichzeitig die Debatte über eine Länderneugliederung. Sie hätte das junge Bundesland aus Teilen Bayerns, Hessens und der preußischen Rheinprovinz wahrscheinlich in Existenznot gebracht.


Lebenslauf
12. August 1899Peter Altmeier wird in Saarbrücken geboren.
Familie:Er hat eine Zwillingsschwester und ist das älteste von acht Kindern.
Der Vater ist Sekretär der katholischen Arbeiterbewegung.
1906
Umzug der Familie nach Koblenz
1918Altmeier gerät kurz vor Kriegsende in französische Gefangenschaft
ab 1919 Altmeier arbeitet als kaufmännischer Angestellter in Koblenz
1925 Er heiratet die Eisenbahnertochter Gretel Merl, das Paar hat zwei Kinder
28. August 1977Peter Altmeier stirbt 78-jährig in Koblenz.

Meilensteine
1933 Nach der Selbstauflösung der Zentrumspartei im Koblenzer Stadtrat lehnt Altmeier einen Wechsel zur NSDAP-Fraktion ab und legt sein Mandat nieder.
1945 bis 1946 Altmeier gehört zu den Gründern der CDP (später CDU) im heutigen Rheinland-Pfalz.
9. Juli 1947 Altmeier wird erstmals zum Ministerpräsidenten gewählt, holt 1955 und 1959 sogar absolute Mehrheiten für die CDU.
Juli 1948Altmeier leitet in Koblenz die so genannte „Rittersturzkonferenz“ (das Treffen fand im Hotel Rittersturz statt) von Vertretern der deutschen Länder. Sie gilt als Geburtsstunde der Bundesrepublik.
1970 Altmeier stimmt als einziger Landtagsabgeordneter gegen die Ablösung der Konfessionsschule als Regelschule.

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Altmeier trotz seiner Liebe zu Koblenz 1950 den Umzug des Landtages von Koblenz nach Mainz durchsetzte? Altmeier wusste, dass den Pfälzern die „Nordstadt“ Koblenz als Hauptstadt nicht zu vermitteln war. Also wurde geteilt: Rheinland und Pfalz stellten den Landesnamen, Rheinhessen erhielt mit Mainz die Hauptstadt.

dass...
Altmeier die französische Besatzungsmacht unter anderem kritisierte, weil sie zuviel Holz einschlagen ließ? Die Besatzungsmacht verkaufte viele Holzrechte an Skandinavier. Holz war begehrter Bau- und Brennstoff. Altmeier ärgerte es, dass die Holzfäller viele Bäume aus Bequemlichkeit nicht direkt überm Boden absägten, sondern Stümpfe stehen ließen.

dass...
es heute noch in der Politik zu Verwechslungen kommt, weil ein aktiver Bundestagsabgeordneter Peter Altmaier heißt, zwar mit „a-i" geschrieben, aber ebenfalls aus dem Saarland stammt und der CDU angehört?

dass...
Peter Altmeier unter Insidern auch als „Fischpitter“ bekannt war? In den 30er und 40er Jahren hatte er als Prokurist einer Koblenzer Fischhandlung gearbeitet.




Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Peter Altmeier

  • Koblenz

    Wohnort bis zum Lebensende
     
  • Mainz

    seit 1951 Arbeitsplatz von Altmeier:
    Landtag und Staatskanzlei

Kandidaten mit Bezug zu Peter Altmeier

  • Helmut Kohl 

    Sie waren Parteikollegen, aber keine Freunde.
    Der rund 30 Jahre jüngere Kohl drängte in den 60er Jahren an die Macht. Zunächst nahm Kohl 1966 Altmeier die Parteiführung ab, 1969 beerbte er ihn als Ministerpräsident. Altmeier reagierte verbittert.

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Letzte Änderung am: 15.08.2007, 08.41 Uhr

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