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Retter der Ozonschicht
Streiter für gutes Klima
Er spricht mit leiser Stimme, besonnen, schaut freundlich zurückhaltend durch die dicken Gläser seiner Brille. Aber er lenkt immer wieder mit klaren Worten die Aufmerksamkeit der Welt auf sich und seine Forschungsergebnisse, um vor Gefahren für das Klima zu warnen. Der Atmosphärenchemiker Paul Crutzen, langjähriger Direktor am Mainzer Max Planck Institut für Chemie macht sich eindringlich für den Schutz der Atmosphäre unseres Planeten stark.
1995 hat er den Nobelpreis für Chemie erhalten, weil er eine wissenschaftliche Nuss knacken konnte, an der sich Forscherkollegen jahrelang die Zähne ausgebissen hatten: Warum zerstört das Treibgas FCKW die Ozonschicht in der oberen Atmosphäre deutlich schneller als alle Berechnungen es vorausgesagt hatten? Es sind Eiskristalle aus Wasser, Schwefelsäure und Salpetersäure, die in der frostigen Höhe von 40 Kilometern bei einigen Dutzend Grad unter Null die zerstörerische Wirkung des FCKW beschleunigen. Darauf war Crutzen bei einem Interkontinentalflug hoch über den Wolken gekommen. Crutzens Theorie wurde im Experiment bestätigt. Damit war der Beweis erbracht und Sprühdosen mit FCKW verschwanden weltweit vom Markt. Heute sieht Paul Crutzen das CO2 als drängendstes Problem. Er sagt: „Wir haben nur eine Atmosphäre und sollten also behutsam mit ihr umgehen.“
| Lebenslauf | |
| 3. Dezember 1933 | Geburt in Amsterdam als Sohn eines Kellners und einer Haushälterin |
| 1954 bis 1959 | Tiefbauingenieur in Amsterdam und Stockholm |
| 1958 | Heirat mit Finnin Terttu Soininen. Töchter Ilona (*1958) und Sylvia (*1964) |
| seit 2000 | Als Professor im Teil-Ruhestand von seinen Alltagspflichten befreit (emeritiert). |
| Meilensteine | |
| 1959 | Anstellung am Meteorologischen Institut Uni-Stockholm als Programmierer |
| 1970 | Erste grundlegende Veröffentlichung zur Chemie der Ozonschicht |
| 1977-1980 | Direktor am National Center for Atmospheric Research in Boulder/Colorado |
| 1980-2000 | Direktor der Abteilung „Chemie der Atmosphäre“, M. Planck Institut Mainz |
| 1994 | Deutscher Umweltpreis (zus. mit Mario Molina) |
| 1995 | Nobelpreis für Chemie (zus. mit Mario Molina und Sherwood Rowland) |
| 2006 | Konzept: Belastung der hohen Atmosphäre mit Ruß als „Sonnenschirm“ gegen die Klimaerwärmung |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
Paul Crutzen die Theorie des nuklearen Winters entwickelte? Er berechnete, dass Staub und Ruß in der Atmosphäre nach einem Atomkrieg zu einem Temperatursturz und zu Missernten führen würde, woran mehr Menschen sterben würden, als durch die Atombomben.
dass...
Paul Crutzen kein Auto hat?
Er sagt, er braucht kein Auto und kann so die Atmosphäre schonen.
dass...
Paul Crutzen eindringlich vor Überschallflugverkehr warnt? Weil die hochfliegenden Überschallflugzeuge ihre Abgase direkt in der Ozonschicht freisetzten, und sie so besonders stark angreifen.
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Paul Josef Crutzen
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Letzte Änderung am: 15.08.2007, 08.40 Uhr