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Der echte „Old Shatterhand“
Ein fürstlicher Indianer-Freund
Generationen lieben die Geschichten von „Winnetou und Old Shatterhand“ - einer untrennbaren Freundschaft zwischen einem Weißen und einem Indianer. Der echte „Old Shatterhand“ kam in Neuwied zur Welt. Prinz Maximilian zu Wied, Sohn des Neuwieder Fürstenhauses, leidenschaftlicher Jäger und intensiver Naturbeobachter bereiste Süd- und Nordamerika. Bei seinen Reisen zeichneten er und der Schweizer Indianermaler Karl Bodmer neben der Tier- und Pflanzenwelt auch die dort lebenden Ureinwohner. Die Darstellungen prägten maßgeblich das Bild der Indianer im Europa des 19. Jahrhunderts. Erlebnisse und Gemälde der Prinz-zu-Wied-Reise sollen Karl May als Vorlage für die berühmten Romanhelden „Winnetou“ und „Old Shatterhand“ gedient haben.
Während seiner Reise durch das Missouri- und Mississippi-Gebiet in den 1830er Jahren überwinterte Prinz zu Wied im Pelzhandelszentrum Fort Clark, in dem auch viele Indianer verkehrten. Gezeichnet von bitterer Kälte und einseitiger Ernährung erkrankte Wied. Ein indianischer Heiler kam ihm zur Hilfe und rettete ihn. Dank des langen Aufenthalts lernte Wied den Häuptling des Mandan-Stammes Mato Tope kennen und befreundete sich mit ihm. Als Zeichen der Wertschätzung erhielt der Prinz Geschenke wie einen kunstvoll bemalten Bisonleder-Umhang und einen Kopfschmuck aus Adlerfedern, die man noch heute in Indianer-Ausstellungen bewundern kann.
| Lebenslauf | |
| 23. September 1782 | Geboren in Neuwied als Sohn des Fürstenhauses zu Wied Ein Privatlehrer unterrichtete ihn vor allem in Naturkunde und Archäologie |
| 1802 bis 1806 | Soldat in der preußischen Armee, kämpft in den Napoleonischen Kriegen, gerät in französische Gefangenschaft |
| 1811 bis 1812 | Studium an der Universität Göttingen beim Anthropologen und Anatomen J. F. Blumenbach |
| 03. Februar 1867 | Gestorben in Neuwied an einer Lungenentzündung |
| Meilensteine | |
| 1804 | Erste Begegnung mit dem Naturforscher Alexander von Humboldt |
| 1815 bis 1817 | Brasilien-Reise |
| 1820 bis 1821 | Schreibt seine Reiseerlebnisse in „Reise nach Brasilien in den Jahren 1815 bis 1817“. |
| 1832 bis 1834 | Nordamerika-Reise mit Karl Bodmer |
| 1839 bis 1841 | Schreibt seine Reiseerlebnisse in „Reise in das innere Nord-Amerika in den Jahren 1832 bis 1834“ |
| 1853 | Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften Berlin |
| 1858 | Ehrendoktor der Universität Jena |
Übrigens, wussten Sie schon...
dass...
der adlige Naturforscher sich neben seinen Studien in Übersee auch der Fauna von Mittelrhein und Westerwald widmete? Gerade für die Westerwälder Vogelkunde leistete er Pionierarbeit. Die naturkundliche Sammlung, die ab 1817 in der Fasanerie des Schlosses Neuwied öffentlich ausgestellt war, wurde in zeitgenössischen Reiseführern als Sehenswürdigkeit angepriesen.
dass...
A. E. Brehm (1829 bis 1884) den rheinischen Naturforscher wiederholt in seinem weltbekannten Nachschlagewerk „Brehms Tierleben“ zitiert?
dass...
mehr als 50 lateinische Bezeichnungen für Tiere und Pflanzen auf den adligen Naturforscher zurückgehen?
Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Max zu Wied
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Letzte Änderung am: 15.08.2007, 08.34 Uhr