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Maler Max Slevogt (54.)

Freilichtmaler der Südpfalz

Liebe zu Licht durchfluteten Landschaften

Keiner konnte die italienisch anmutende ländliche Idylle der Pfalz so wirkungsvoll auf die Leinwand bringen wie er. Seine impressionistischen Landschaftsbilder verschaffen ihm internationale Anerkennung. Ein großer Teil seines Lebenswerks entsteht in seiner Pfälzer Wahlheimat; dabei wird das Empfinden für die Atmosphäre der Landschaft immer intensiver und brillanter. Gerade in der Spätzeit zeigen die Licht durchfluteten Bilder die unzerstörbare Schönheit dieser Landschaft. – Als Slevogt in seinen künstlerischen Studienjahren in München lebt, sorgt er mit für damalige Zeiten gewagten Bildern (Danae, Tanz der Salome, Die Ringerschule) für den ein oder anderen Skandal, der ihm den Beinamen „Slevogt der Schreckliche“ einbringt. Nach seiner Übersiedelung nach Berlin wird er zu einem der begehrtesten Portraitmaler der höheren Gesellschaft. 1914 aber erwirbt er dann aus dem Familienbesitz seiner Frau das Landgut Neukastel bei Leinsweiler, wo er die Sommer verbringt, um zu malen. Die pfälzischen Landschaften zählen zu seinen eindrucksvollsten Bildern. Die schöne Pfalz mit den milden Weinbergen und Wäldern wird immer mehr zu Slevogts Rückzugsort. Auch Wand- und Deckenfresken hat er dort geschaffen, die man noch heute auf dem Slevogthof in Neukastel besichtigen kann.


Lebenslauf
8. Oktober 1868Geburt in Landshut an der Isar als Sohn des Hauptmanns Friedrich Ritter von Slevogt und seiner Frau Carolin.
1884 bis 1889Studium an der Münchner Akademie (bei von Hackl, Raupp, von Dietz).
1890Er unternimmt eine Studienreise nach Italien; längerer Aufenthalt auf Capri.
1898Heirat mit Antonie („Nini“ Finkler), zwei Kinder (Nina *1907, Wolfgang *1908)
1909 bis 1913Häufiger Aufenthalt im schwiegerelterlichen Landhaus in Godramstein; Serie von Godramstein-Landschaften.
20. September 1932Max Slevogt stirbt in Leinsweiler-Neukastel/Pfalz.

Meilensteine
1889 bis 1890Die ersten Landschaftsbilder im pfälzischen Neukastel entstehen.
1897Erste Einzelausstellung in Wien.
1899Max Slevogt beteiligt sich mit dem Gemälde „Danae“ an der Ausstellung der „Münchner Secession“. Das Bild wird aber wegen Obszönität aus der Ausstellung entfernt.
1901Auf Veranlassung des bayerischen Prinzregenten Luitpold wird Slevogt zum Professor ernannt. – Im gleichen Jahr zieht er nach Berlin (zusammen mit Lovis Corinth) und wird Mitglied der „Berliner Secession“.
1906Slevogt beginnt, Bühnenbilder und Kostüme für Max Reinhardts Kammerspiele des Deutschen Theaters zu entwerfen.
1914Reise nach Ägypten. Dort entstehen 21 Gemälde sowie zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen.
Oktober 1914Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird Slevogt als offizieller „Kriegsmaler“ an die Front geschickt. Der Krieg hinterlässt ihn desillusioniert und verstört.
1928Ausstellung zum 60. Geburtstag an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin.
1929Reise nach Venedig. Anschließend bemalt er die Decke des Bibliotheksraumes in Neukastel

Übrigens, wussten Sie schon...

dass...
Slevogt 1908/1909 Illustrationen zu J.F. Coopers “Lederstrumpf” schuf?

dass...
der französische Staatspräsident Francois Mitterand bei seinem Besuch in der Villa Ludwigshöhe über Slevogts Bild „Sommermorgen – Frau mit Sonnenschirm“ sagte: „Dieser Maler wusste noch das Glück festzuhalten“?

dass...
Slevogt Karikaturen für das Münchner Satireblatt „Simplicissimus“ gezeichnet hat?


Orte in Rheinland-Pfalz mit Bezug zu Max Slevogt

Kandidaten mit Bezug zu Max Slevogt

  • Kohl, Helmut

    Er hängte sich den „Sommermorgen“ von Slevogt in sein Büro im Bundeskanzleramt. Außerdem stiftete Kohl in seiner Zeit als Ministerpräsident 1972 die „Max Slevogt-Medaille“, die seitdem an bildende Künstler und deren Förderer in Rheinland-Pfalz verliehen wird.


Berühmte Persönlichkeiten mit Bezug zu Max Slevogt

  • Hans Purrmann

    Von Liebermann und Slevogt wird Purrmann 1919 in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen.

Links

Buchtipp:

Autor: Slevogt, Max
Titel: Max Slevogt in der Pfalz
Verlag: Deutscher Kunstverlag
Erscheinungsdatum: 2005
ISBN: 978-3-422-06587-1
Preis: 24,90 €

Letzte Änderung am: 15.08.2007, 08.33 Uhr

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